Weltverbrauchertag

Nicht von Flex-Tarifen und Garantien blenden lassen

Lydia Schwertner berät zum Thema Reisen. Archivfoto: Roland Keusch
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Lydia Schwertner berät zum Thema Reisen.

Verbraucherzentrale berät zu Reisen in Zeiten von Corona.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Zum heutigen Welttag des Verbrauchers widmet sich die Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW ganz dem Thema Reisen – und das vor allem im Hinblick auf die aktuelle Corona-Situation. „Jetzt eine Reise zu buchen, ist natürlich ein Risiko“, sagt Lydia Schwertner, Leiterin der Verbraucherzentrale. Aber viele Menschen würden weiterhin auf einen Sommerurlaub hoffen.

Dabei sei eine Voraussage, in welchen Region im Sommer Ferien möglich sein werden, derzeit gar nicht machbar, so Schwertner: „Was immer man heute weiß, das kann morgen schon wieder anders sein.“ Zumindest über die aktuelle Situation könne man sich aber leicht online informieren, insbesondere über die Seite des Auswärtigen Amtes:

www.diplo.de/sicherreisen

Viele Anbieter würden derzeit mit Flex-Tarifen, Garantien und ähnlichem werben, berichtet Schwertner. „Damit hat man natürlich ein größeres Potenzial, im Fall eines Falles da kostenfrei rauszukommen.“ Doch auch hier soll man sich nicht blind auf irgendwelche Versprechungen verlassen, rät die Expertin. „Das muss man einfach prüfen, da ist nicht alles Gold, was glänzt.“

Grundsätzlich im Vorteil seien Kunden, die sich für eine Pauschalreise entscheiden, hier sehe der Gesetzgeber weitreichendere Rechte vor, erklärt Lydia Schwertner. Kunden könnten solche Pauschal-Angebote zum Beispiel kostenlos stornieren, wenn sogenannte „außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände“ vorlägen. Tipp der Expertin: Im Zweifelsfall den Veranstalter schriftlich dazu auffordern, dass der nachweisen soll, dass man gefahrlos reisen kann.

Bucht man die Bestandteile der Reise einzeln, wird es deutlich komplizierter. Zumal bei Vertragspartnern im Ausland meist auch das dortige Recht gilt. Selbst wenn man Hotel, Flug oder Mietwagen über eine deutsche Website gebucht hat. „Die sind meist nur Vermittler, nicht Veranstalter“, gibt Lydia Schwertner zu bedenken, die deswegen dazu rät, mit jedem einzelnen Vertragspartner im Vorfeld zu vereinbaren, was im Falle eines Falles passiert, zum Beispiel, wenn die Reiseregion zum Risikogebiet wird oder der Reisende selber erkrankt.

Zudem empfiehlt Lydia Schwertner für Reisen ins Ausland eine Auslandskrankenversicherung, auch wenn es nur ins EU-Ausland geht. Auch eine Reiserücktritt- oder Reiseabbruchversicherung könnten unter Umständen sinnvoll sein. Allerdings gebe es auch Tarife, die Pandemien als Ursache ausschließen. „Darauf sollte man natürlich achten.“

Die Verbraucherzentrale berät zu rechtlichen Fragen rund ums Reisen – vor der Buchung, aber auch nachher, falls etwas schief gelaufen ist. Erreichbar ist sie derzeit telefonisch montags, dienstag, donnerstags und freitags 9 bis 13 Uhr, außerdem am Dienstag von 14 bis 17 und am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr: Tel. (02191) 8 42 47 91. Im Anschluss an den Weltverbrauchertag gibt es am Donnerstag, 18. März, zudem eine spezielle Hotline von 18.30 bis 20 Uhr: Tel. (02191) 8 42 47 93. Weitere Infos online.

verbraucherzentrale.nrw/reiseaerger

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