Tag der offenen Tür

Heute: Mit Bohrer und Fräse das Herz für die Ausbildung erobern

Auch der Remscheider Werkzeughersteller Klauke gehört zu den Ausstellern.
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Auch der Remscheider Werkzeughersteller Klauke gehört zu den Ausstellern.

Beim BZI können Interessierte noch heute die verschiedenen Berufe im Handwerk kennenlernen – und sich sogar selbst ausprobieren

Von Sven Schlickowey

Remscheid. An den richtigen Beruf kann man schon mal sein Herz verlieren. Oder auf der Suche danach eines geschenkt bekommen. So wie die Besucher beim Tag der offenen Tür des BZI, der gestern seinen Anfang nahm und am heutigen Samstag fortgesetzt wird. In den Werkstätten des Berufsbildungszentrums wird nicht nur zugeschaut, sondern auch mitgemacht. Eine der Aufgaben neben Drehen, Fräsen und Bohren: aus einem Plättchen Aluminium ein Herz feilen, das dann als Schlüsselanhänger mit nach Hause genommen werden durfte.

„Bei manchen kann man ein gewisses Geschick erkennen“, sagt Ausbilder Vincenzo Brighina. „Da kann man teilweise schon von Talent sprechen.“ Für viele der Schülerinnen und Schüler dürfte es das erste mal gewesen sein, dass sie sich an Bohrer, Fräse oder eben auch Feile versuchten. Doch genau dafür ist so ein Tag der offenen Tür am BZI ja auch da.

Es gehe darum, das ganze Angebot des Bildungszentrums zu präsentieren, also auch den Bereich Weiterbildung, erklärt Gerda Becker. Doch der Schwerpunkt liege gerade in der aktuellen Situation auf dem Thema Ausbildung: „Das wird immer noch wichtiger.“ Viele Unternehmen hätten zunehmend Probleme, Azubis zu finden. Da komme dem BZI eine wichtige Funktion als Bindeglied zu den Schulen zu. „Wir verfügen ja über diese Kontakte.“

Und so präsentiert sich nicht nur das Berufsbildungszentrum mit seinem Angebot, sondern auch die Uni Wuppertal, die Kreishandwerkerschaft, die Jugendberufsagentur - und vor allem zahlreiche Firmen aus der Region, von Klingelnberg in Hückeswagen über Remscheider Urgesteine wie Gedore, Hazet und Dirostahl bis hin zu den Wuppertaler Stadtwerken.

Viele mit Aktionen, die deutlich über die reine Information über Firma und angebotene Ausbildungen hinausgehen. Stöcker Metallbearbeitung aus Wermelskirchen hat einen 3-D-Drucker mitgebracht. Die Remscheider Firma Schulten gleich ein ganzes Fenster, das die Besucher putzen können. Und Maschinenhersteller Flott aus Remscheid hat seinen Stand in der Werkstatt platziert - direkt neben den Flott-Maschinen, die dort tagtäglich im Einsatz sind.

Am Freitag gab es zudem einen besonderen Empfang für die Schüler gleich am Eingang: Sascha Gomzi vom Kölner Büro für Zukunft nahm sie mit auf die Planetenreise. Ein Gedankenexperiment, bei der die Teilnehmer mit dem letzten Raumschiff die sterbende Erde verlassen und unterwegs wählen müssen, auf welchem der Planten, die sie passieren, sie sich niederlassen.

Ziel sei zu lernen, Entscheidungen zu treffen, erklärt Gomzi. Obwohl oder gerade weil jede Entscheidung immer auch ein Risiko beinhalte. Wer nämlich unterwegs keinen der angebotenen Planeten auswählt, landet mit dem letzten Tropfen Sprit auf einem mit einem diktatorischen System. Sascha Gomzis Fazit: „Wer sich nicht entscheidet, wird entschieden.“

Termin: Der Tag der offenen Tür im BZI, Wüstenhagener Straße 18-26, wird heute fortgesetzt von 11 bis 16 Uhr.

Hintergrund

Das Berufsbildungszentrum der Metall- und Elektroindustrie (BZI) wurde 1952 als Gemeinschaftslehrwerkstatt gegründet. Heute bietet es zahlreiche Aus- und Weiterbildungslehrgänge an.

Lesen Sie auch: Neues Projekt der Gründerschmiede unterstützt bei der Unternehmensnachfolge

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