Nicht alle Vorlagen waren interessant

Das stand vor 25, 50, 75 und 100 Jahren im RGA

Remscheid 1997 -wey- Vor 25 Jahren war das „Hausiko“ in Remscheid in aller Munde. Hinter dem fast euphemistisch anmutenden Akronym verbarg sich das Haushaltssicherungskonzept, mit dem die angeschlagenen Finanzen der Stadt wieder ins Lot gebracht werden sollten. Nicht immer mit Erfolg, wie ein RGA-Artikel vom 22. Januar zeigt. Da plante die Stadt, schon neue Kredite aufzunehmen – als die alten noch gar nicht von der Bezirksregierung genehmigt waren. Dabei wurde das Geld dringend gebraucht, um Schulen zu sanieren. Später lief es dann besser mit den Stadtfinanzen – bis Corona kam. 1972 Am 1. Januar 2022 wurde aus dem EMA das Emma, das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium wurde in Emma-Herwegh-Gymnasium umbenannt. Vor 50 Jahren gab es schon mal eine wichtige Umstellung, wie einer Meldung im Tüpitter am 19. Januar zu entnehmen ist: Im Rahmen einer „Flurbereinigung“ sei geplant, die Schule aus staatlicher in städtische Trägerschaft zu überführen, „sofern das in Vorbereitung befindliche Landesgesetz rechtzeitig vom Landtag verabschiedet wird“. So ist es bis heute: Die „innere“ Schule mit Lehrplänen und Lehrkräften ist Sache des Landes, die „äußere“ mit Gebäude und allem drumherum die der jeweiligen Stadt. 1947 Dass die Remscheider zusammenhalten, auch in schwierigen Zeiten, dokumentiert eine kleine Meldung aus dem Amtlichen Mitteilungsblatt, das nach dem Krieg als Ersatz für den RGA erschien: In der Ausgabe vom 25. Januar vor 75 Jahren widmet sich die erste Seite fast ausschließlich der Verteilung der damals knappen Lebensmittel – trotzdem gibt es auf der zweiten Seite eine Liste von Menschen und Institutionen, die für den geplanten Bau eines Waisenhauses gespendet haben. Darunter allein drei Chöre und Gesangsvereine und der Arbeitgeberverband, aber auch 100 Mark „von einem Unbekannten“ und 50 Mark „von zwei Remscheider Damen“.

1922 Noch mal zurück zu den städtischen Finanzen: Die waren auch schon vor 100 Jahren ein heikles Thema in Remscheid. Am 20. Januar kündigt der Tüpitter für „Dienstag, 24. Januar, nachmittags 4 Uhr“ die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung an. Zwei Tagesordnungspunkte schätzte der Autor des Textes als so wichtig ein, dass er sie explizit erwähnt: die „Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues“ zum einen. Und die „Erhöhung der Gewerbesteuer noch für das laufende Steuerjahr 1921“ zum anderen. Der Rest der Tagesordnung schien den Autor nicht allzu sehr zu interessieren, wie der letzte Satz der Meldung vermuten lässt: „Die anderen Vorlagen sind weniger von Belang.“

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