Aus geplantem Neustart wird nichts

Wiedereröffnung der Schatzkiste scheitert an einem Meter

Im September vor einem Jahr eröffneten Martina und Dr. Volker Schatz unter dem Theater ihr Restaurant „Meine Kleine“. Foto: Doro Siewert
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Im September vor einem Jahr eröffneten Martina und Dr. Volker Schatz unter dem Theater ihr Restaurant „Meine Kleine“.

Wegen neuer Corona-Regeln keine Wiedereröffnung der Schatzkiste und des Restaurants „Meine Kleine“.

Von Axel Richter

Remscheid. Im Traum hat Dr. Volker Schatz seine Schatzkiste schon dichtgemacht. „Es war ein Alptraum“, sagt der Impresario des kleinen Theaters am Markt in Alt-Remscheid. Aber natürlich kostet ihn die Bühne in der Corona-Pandemie nicht nur jede Menge Nerven. „Das Ding hat natürlich auch laufende Kosten“, sagt der ehemalige Firmenchef, der sich vor zweieinhalb Jahren mit seiner Schatzkiste einen Lebenstraum erfüllt hat. Seit Mitte März ist kein Künstler mehr darin aufgetreten. Und aus dem geplanten Neustart nach dem Lockdown wird nun zum zweiten Mal nichts.

Schatz hat den für den 8. Oktober geplanten Auftritt von „La Signora“, der Kabarettistin Carmela de Feo, abgesagt und auf das nächste Jahr verschoben. Den Grund dafür liefert eine neue Coronaschutzverordnung, die seit dem 16. September gültig ist. Danach muss der Abstand zwischen Theaterbühne und erster Zuschauerreihe nicht mehr drei Meter, sondern vier Metern betragen.

„Es ist dieses kleine Virus, das uns das Leben schwer macht.“ 

Dr. Volker Schatz, Schatzkiste

„Das kriegen wir nicht hin“, sagt Volker Schatz. Ein Abstand von drei Metern sei machbar gewesen, einer von vier Metern nicht. Es sei denn, er ließe die erste Zuschauerreihe frei. Doch das will er seinen Gästen nicht zumuten. Zur ersten Vorstellung nach dem Lockdown waren alle 95 Theaterplätze ausverkauft. „Ich möchte den Gästen in der ersten Reihe nicht sagen, dass sie nicht kommen dürfen.“

In Absprache mit Carmela de Feo hat er den La-Signora- Termin in Remscheid deshalb auf den 26. August 2021 verlegt. Die verkauften Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Jürgen Beckmann, Leiter des Remscheider Ordnungsamtes, weiß um ständig wechselnde Bestimmungen, die das Land mit seinen Corona-Schutzverordnungen bereit hält. Denn jede neue Verordnung bringt auch immer eine neue Anlage zur Verordnung mit sich. Die regelt die Details wie einzuhaltende Abstände in Metern. Die Ordnungsbehörden vor Ort sind schließlich dazu da, die Einhaltung dieser Regelungen einzuhalten.

Volker Schatz hegt deshalb auch keinen Groll gegen die Stadt. „Es kann ja keiner etwas dafür“, sagt er. „Es ist schlicht dieses kleine Virus, das uns das Leben schwer macht.“

Schließlich ließ Sars-CoV-2 alle weiteren Pläne für das Theater scheitern. Insbesondere hatte Schatz den Aufbau eines eigenen Ensembles geplant, das zum Jahresende eine eigene Weihnachtsshow auf die Kleinkunstbühne bringen sollte. Die Idee trägt der Impresario nach wie vor mit sich herum. Ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten.

Auch in seinem Restaurant „Meine Kleine“, das sich unterhalb des Theaters befindet, hat Schatz ein Hygienekonzept umgesetzt und die Tische mit durchsichtigen Roll-up-Bannern voneinander getrennt. Auch das Restaurant blieb bisher geschlossen. Statt wie im Alptraum seine Bühne zu schließen, hofft Volker Schatz nun auf das nächste Jahr. Für den 14. Januar erwartet er Roberto Capitoni mit „Spätzle, Sex und Dolche Vita – ein Italo-Schwabe zwischen Amore und Kehrwoch“.

Alle anderen sind wieder geöffnet

Das Teo Otto Theater ist wieder geöffnet, das Westdeutsche Tourneetheater, das Kulturzentrum Klosterkirche und das Rotationstheater. Die Schatzkiste musste ihre Wiederöffnung nach der Corona-Zwangspause nun jedoch zum zweiten Mal verschieben. Bereits im Mai scheiterte das kleine Privattheater an den Auflagen der Corona-Schutzverordnung. Ausschlaggebend war damals, dass in dem kleinen Theater die geforderten Abstandsregeln nicht eingehalten werden konnten.

Wie stark die Remscheider Gemeinschaft ist, möchte der Ökumenische Kantorenkonvent mit einer besonderen Aktion zeigen: Beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober im Teo Otto Theater sollen Videos von Remscheidern gezeigt werden, die die erste Strophe der Europahymne singen. Wir erklären, wie Interessierte mitmachen können.

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