„Der Zauberlehrling“

Neues WTT-Stück verzaubert die Kinder

Zauberlehrling Vinzent (Björn Lukas, l.) möchte mehr lernen, Meister Zinnober Zornesrot (Björn Lenz) hat aber andere Dinge im Kopf. Foto: Roland Keusch
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Zauberlehrling Vinzent (Björn Lukas, l.) möchte mehr lernen, Meister Zinnober Zornesrot (Björn Lenz) hat aber andere Dinge im Kopf.

„Der Zauberlehrling“ feiert am Sonntag Premiere – Kartennachfrage an der Bismarckstraße ist zurzeit groß.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Weil der leicht hektische Zaubermeister Zinnober Zornesrot nicht warten kann, bis sein Teewasser heiß ist, zaubert er sich einfach selbst welches – aus einer Zeitung: „Ene, mene, schwarzer Schnee, Papier befeuchte meinen Tee!“ Und aus der Zeitung tröpfelt tatsächlich Wasser in die Tasse. Als er während des Frühstücks seine Post sortiert, findet er neben einer Schwefelrechnung und einem Brief vom magischen Finanzamt auch eine Einladung zum Zauberkongress in Simsalabimbambonien. „Es geht um nichts Geringeres als um die Zukunft unserer Erde“, lässt er seinen Zauberlehrling Vinzent wissen, der so gerne mitkommen würde. Er darf aber nicht.

Stattdessen soll er aufs Haus aufpassen, Meister Zornesrot übergibt ihm die Schlüssel und weist ihn an, auf keinen Fall das rote Zauberbuch anzufassen und nun sein Zaubergepäck zu packen – bloß nicht die Reisezauberschwimmflügel und den Reisezauberwürfel vergessen! Als Vinzent sich dem Koffer nähert, fängt dieser aber plötzlich laut an zu bellen – und lebendig zu werden. Als der Meister weg ist, stimmt Vinzent ein trauriges Lied an. „Ich bin doch kein blöder Praktikant!“, sagt er, während er weiter Staub wischt. Als plötzlich Zauberwarenhändler Hokus von Pokus auftaucht, nimmt die Geschichte eine ungeahnte Wendung . . .

Das neue Kinderstück „Der Zauberlehrling“ nach Johann Wolfgang von Goethes gleichnamiger Ballade feiert am Sonntag, 13. März, um 16 Uhr im WTT Premiere. Familien können sich sicher sein: Das wird magisch. Geeignet ist das eine Zauberstunde lange Stück ohne Pause für Kinder ab sechs Jahren, liebevoll inszeniert mit Musik von Nils Blumenschein und einem zauberhaften Bühnenbild von Peter Strieder. Kim Preyer bringt es sogar zum Leuchten.

Es gibt nur noch wenige Karten. „Wir sind selbst erstaunt, die Nachfrage ist zurzeit generell sehr groß“, freut sich Intendantin Claudia Sowa, die das Stück für die Bühne umgeschrieben hat. Auch am 20. März gibt es eine Vorstellung. Zudem bleibt das neue Kinderstück mindestens bis Sommer im Repertoire, für Schulen gibt es Extra-Vorstellungen. „Eine schöne Ergänzung zum Unterricht“, sagt Sowa. „Der Zauberlehrling“ gilt als klassische Schullektüre.

Im Gegensatz zum Original gibt es bei Claudia Sowa aber eine dritte Figur: Hokus von Pokus, gespielt von Kim Biele, der neu am WTT ist. „Er versucht, Vinzent zu verführen, sich im Zaubern auszuprobieren“, erklärt die Intendantin. Und dabei, man kann es sich schon denken, geht halt so einiges schief.  Besen werden lebendig und hören nicht mehr auf den Lehrling, plötzlich ist das ganze Haus pitschepatschenass. Kim Biele spielt auch Natur- und Klimahexe Kluthilde Knöterich Krötenbein, Meister Zinnober Zornesrot wird gespielt vom wandelbaren Björn Lenz, Vinzent von Björn Lukas. „Mir war es wichtig, dass wir den Original-Goethe hören, daher gibt es kleine textliche Anleihen, aber wir übertragen es ein bisschen mehr ins Heute“, erklärt Sowa.

Daher gibt es am Ende auch einen Hinweis auf dem Klimaschutz. Und im Gegensatz zur Originalaussage der Ballade von 1797 – „Überlass die Arbeit denen, die Erfahrung haben“ – schickt Claudia Sowa bei ihrer Fassung eine andere Botschaft mit. „Ich fand das ein bisschen einseitig. Der Zaubermeister vernachlässigt seinen Lehrling und klärt ihn nicht richtig auf. Daher kann man die Verantwortung für die Misere ruhig auf beide Schultern verteilen.“

Preise: Für Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 6 Euro. Angebot „Kleeblatt“: Eintritt für zwei Erwachsene und zwei Kinder: 27 Euro. Es gilt 3 G.

Kino-Wochenende

Freitag, 11. März, 15 Uhr: Beim Seniorenkino in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat der Stadt flimmert die Dokumentation „Mitgefühl“ über die Leinwand, ein dänischer Film aus 2021. Eintritt dank der Förderung der Stadtsparkasse: 3 Euro pro Person.

Freitag, 11. März, 19.30 Uhr: „Mar Adentro“ in spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln, ein Drama aus 2004. Eintritt: 5 Euro.

Samstag, 12. März, 19.30 Uhr: Auch beim Programmkino wird die dänische Doku „Mitgefühl“ gezeigt. Eintritt: 5 Euro.

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