Verkehr

Es gibt eine neue Idee für die Kölner Straße

In diesem Abschnitt der Kölner Straße soll eine Fahrbahn wegfallen.
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In diesem Abschnitt der Kölner Straße soll eine Fahrbahn wegfallen.
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Auf einer Länge von 100 Metern könnte sich die Kölner Straße in Lennep in Zukunft verändern.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Die Kölner Straße in Lennep könnte auf einer Länge von rund 100 Metern eine Frischzellenkur erhalten – mit Platz für Außengastronomie, mit Sitzgelegenheiten, mit mehr Raum für Fußgänger und Straßengrün. Es geht um den Abschnitt zwischen der Ortslage Am Johannisberg und der Bahnhofstraße – für den Fall, dass der Verkehr nur noch in eine Richtung gelenkt würde, und zwar von oben nach unten. „Wir können durch den Einbahnstraßenverkehr mehr Gestaltungsspielraum erhalten“, berichtete Verkehrsplaner Burkhard Fey den Ortspolitikern in der Lenneper Bezirksvertretung. Denn: Dem Straßenverkehr wird eine Fahrbahn genommen, was alternativen Nutzungen zugutekäme. Ziele: höhere Aufenthaltsqualität, weniger Durchgangsverkehr.

Untersucht wurde auch eine größere Lösung – eine Einbahnstraßenregelung, die sich zwischen Kreishaus und der Edeka-Kreuzung erstreckt. Als Problem entpuppten sich dabei notwendige Verlagerungen von Bushaltestellen. „Ich will mir da den Rückstau auf der Kölner Straße nicht ausmalen“, erklärte Fey. Zusätzlich spielte in diesem Fall die Robert-Schumacher-Straße als Ortsumgehung eine entscheidende Rolle. Aber: Sie wird zweimal im Jahr für Veranstaltungen beansprucht. Sowohl der Verkehrs- und Förderverein als auch die Karnevalsgesellschaft hatten hier vor der Corona-Pandemie für Oktoberfest und närrische Partys ihr Festzelt aufgebaut. Eine entsprechende Sperrung funktioniere jedoch nicht, wenn die Kölner Straße schon ab Kreishaus Einbahnstraße wird.

So soll es, wenn überhaupt, zu einer kleineren Lösung kommen, wobei ein externes Fachbüro zunächst einmal die Verkehrsbewegungen unter die Lupe nehmen soll. Die Neugestaltung des Abschnitts zwischen den Abzweigen Am Johannisberg und Bahnhofstraße Parkplätze hätte auf der Kölner Straße eine Nebenwirkung: „In dem Bereich würden Parkplätze verloren gehen“, erklärte Burkhard Fey den Ortspolitikern.

Neue Idee für die Kölner Straße: Anwohner sollen befragt werden

Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU) will die Untersuchungsergebnisse zunächst abwarten. „In jedem Fall müssen wir über die möglichen Folgen mit den betroffenen Anliegern reden“, will er Händler und Gastronomen mit ins Boot holen. Letztere könnten von der Verkehrsführung sogar profitieren. „Außengastronomie wäre zum Beispiel an der Eisdiele denkbar“, führte Verkehrsplaner Burkhard Fey aus.

Eine Verkehrsberuhigung sei an der Kölner Straße grundsätzlich sinnvoll, stellte Colin Cyrus (Linkspartei) heraus. „Allerdings ist an den Seitenstraßen mit einer Verdichtung zu rechnen.“ Jürgen Kucharczyk (SPD) betrachtete den Vorschlag der Verwaltung zunächst einmal als „Diskussionsgrundlage“. Verhalten fiel die Reaktion bei Kai Kaltwasser (CDU) aus, der gemeinsam mit über 40 Teilnehmern an einem Planungsspaziergang an der Kölner Straße teilgenommen hatte. Dabei wurde das hohe Verkehrsaufkommen ebenso kritisiert wie der Lärm und der fehlende Raum für Radfahrer, die sich an der Hauptverkehrsader unsicher fühlen. „Diese Überlegungen treffen nicht den Nerv, der bei dem Spaziergang im Vordergrund stand“, urteilte Kaltwasser. Er zeigte sich nicht davon überzeugt, dass „hier die Kölner Straße für einen kurzen Moment“ unterbrochen werden soll.

Die Idee erinnert an einstige Überlegungen, sie in einen Boulevard zu verwandeln – mit mehr Platz für Fußgänger, die zum Einkaufsbummel eingeladen werden sollten. Die neue Lösung, so meinte ein Zuhörer am Rande, gleiche einem Mini-Boulevard auf 100 Meter Länge.

Weitere Themen

Fünf Stunden tagte die Bezirksvertretung am Mittwochabend. Unter anderem stellten sich diverse Fachbüros vor, die sich mit neuen Perspektiven für den Ort befassen, nachdem die Planungen über ein Jahrzehnt auf das Designer Outlet Center ausgerichtet waren. Auch ums Stadtmarketing und um Tourismusförderung ging es. Hierfür sollte es eine personelle Verstärkung bei der Stadt geben, fordert Markus Kötter (CDU).

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