Pflanzstreifen sind zu schaffen

Neue Bäume für Lennep kosten 225.000 Euro

Von den 23 Linden in der Ringstraße blieben im Februar 2016 nur diese Stümpfe.
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Von den 23 Linden in der Ringstraße blieben im Februar 2016 nur diese Stümpfe.

Remscheid will die gefällten Linden an der Ringstraße ersetzen. Aus dem Kinderwäldchen wird nichts.

Von Axel Richter

Remscheid. Im Februar 2016 verschwanden die 23 Linden von der Ringstraße. Auch in Erwartung des geplanten Designer Outlet Centers erhielt die Fahrbahn Flüsterasphalt, die Bäume mussten weichen. Den Anwohnern war es nur recht, denn die Wurzeln wuchsen ihnen bis in den Keller. Nun sollen die Linden in Lennep ersetzt werden. Doch das ist nicht nur schwierig, sondern auch teuer.

225.000 Euro will die Stadt ausgeben, um für die Linden 33 Ersatzbäume und 20 weitere Bäumchen in Lennep zu pflanzen. Die Summe präsentierte die Verwaltung am Abend den Politikern in der Bezirksvertretung Lennep.

Warum 53 Setzlinge so viel Geld kosteten? Bevor der erste Baum gesetzt werden kann, „muss an vielen Stellen der Straßenraum umgestaltet werden“, erklärt Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe. Pflanzstreifen sind zu schaffen, nötigenfalls auch Leitungen zu verlegen. Das treibt die Kosten in die Höhe.

„Es soll kein Waldtourismus entstehen.“

Michael Zirngiebl, Technische Betriebe

Im Wald neue Bäume zu pflanzen, dürfte günstiger sein. Unkompliziert ist es deshalb nicht. Das mussten CDU und SPD bereits im Ratsausschuss für die Technischen Betriebe zur Kenntnis nehmen. Beide hatten sich darum gestritten, wer denn als erster die Idee für die Aktion „Ein Baum für jedes neugeborene Kind“ hatte. Nun stellte sich heraus: So, wie sie sich das gedacht haben, wird es die Aktion in Remscheid nicht geben.

Trotz Trockenheit und Käferkalamitäten hat die Stadt kaum geeignete Flächen. Die einzige nutzbare von zwei Hektar würde bei geplanten 1000 Bäumchen pro Jahr nur für fünf Jahre reichen.

Aus dem Kinderwäldchen wird deshalb nichts. Als Alternative will Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) in seinem Brief, den er schon heute allen neuen Eltern zukommen lässt, darauf hinweisen, dass die Stadt für das Kind einen Baum gepflanzt hat. Auf einer Internetseite können sie sehen, auf welcher Pflanzfläche im Remscheider Wald er gesetzt wurde.

Ein Besuch bleibt jedoch auch dort ausgeschlossen, denn: „Es kann nicht sichergestellt werden, dass alle Waldflächen über ausgebaute Wege, die barrierefrei und kinderwagentauglich sind, erreicht werden können. Es soll kein zusätzlicher Waldtourismus entstehen“, erklärte Michael Zirngiebl den Politikern. Zudem drohen nach Sturm- und Borkenkäferschäden „nicht unerhebliche Gefahren“.

Personalisiert werden die Bäume ebenfalls nicht. Am Ende werden die Kinder also lediglich einmal sagen können: „In diesem Waldstück steht auch mein Baum.“

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