Bergischer Innovations- und Bildungskongress

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur fordert Mut zu Investitionen

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) lobte die Unternehmen im Bergischen für ihren Innovationsgeist.
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NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) lobte die Unternehmen im Bergischen für ihren Innovationsgeist.

Die NRW-Wirtschaftsministerin will den Mittelstand entlasten.

Von Kristin Dowe

Solingen. Das Kompliment ging runter wie Öl: Gleich zu Beginn des Bergischen Innovations- und Bildungskongresses, zu dem die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) mit ihren Partnern am Donnerstag eingeladen hatte, ging Mona Neubaur (Grüne), NRW-Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, beim Publikum in die Charmeoffensive. Wann immer sie gefragt werde, wo in Nordrhein-Westfalen man besonderen Innovationsgeist und Ideenreichtumfinden kann, gebe sie die Antwort: „Fahrt bitte ins Bergische Städtedreieck!“

Die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin war unter den Gästen der Veranstaltung im Gründer- und Technologiezentrum, bei der am Nachmittag reger Andrang herrschte. In der Themenwahl kreiste der Kongress um die drängenden Fragen unserer Zeit: Wie können wir es schaffen, unabhängig von russischem Gas zu werden? Wie können sich mittelständische Unternehmen trotz der geballten Krisen in den vergangenen drei Jahren durch die Corona-Pandemie, die Hochwasserkatastrophe und nun – bedingt durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine – auch noch die Energiekrise zukunftssicher aufstellen?

„Es geht in diesem Krieg auch darum, unsere Werte zu verteidigen.“

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne)

Neben guten Ideen und technischen Innovationen brauche es vor allem eine solide finanzielle Ausstattung der Kommunen, ist Neubaur überzeugt. Sie versprach: „Es wird einen Altschuldenfonds der Landesregierung geben.“ Gerade jetzt müsse man in nachhaltige Zukunftstechnologien investieren und gleichzeitig Entlastungen schaffen. „Das Entlastungspaket III der Bundesregierung ist richtig – und die Landesregierung wird sich daran beteiligen“, kündigte die Grünen-Politikerin an. Es sei in der gegenwärtigen Situation nicht zielführend, weiter an der Schuldenbremse festzuhalten. Mit Blick auf die europapolitische Lage argumentierte sie: „Es geht in diesem Krieg auch darum, unsere Werte zu verteidigen.“

Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Prof. Dr. Peter Gust von der Bergischen Universität, an der sich neben der Ministerin auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), die Rektorin der Bergischen Universität Wuppertal, Prof. Dr. Birgitta Wolff, und IHK-Präsident Henner Pasch beteiligten, nahm Letzterer kein Blatt vor den Mund: „Die Unternehmen sind im Stress“, betonte er. Die Betriebe im Bergischen lebten davon, „dass sie Gegenstände aus Metall erhitzen, um daraus schöne Dinge wie Messer, Scheren oder Zangen zu formen“, brachte Pasch auf den Punkt, dass die heimische Wirtschaft in besonderer Weise von der Energiekrise betroffen ist. „Zwar können unsere Betriebe eine gewisse Durststrecke überwinden, aber sie brauchen jetzt Hilfe, denn wir möchten Marktführer bleiben.“

Derweil sei laut Pasch nicht nur der Wille zur Digitalisierung in den bergischen Unternehmen vorhanden, längst werde sie in vielen Teilbereichen schon aktiv gelebt. So etwa in seinem Haus, der Firma Fourtexx. Dort könnten die Mitarbeiter jede Woche einen Arbeitsplatz in einem Büro buchen, so dass der Raum auch nur dann beheizt werden muss. Ein simpler, aber effektiver Ansatz zum Energiesparen.

OB Kurzbach ergänzte, dass die Verwaltung in puncto Digitalisierung mit gutem Beispiel vorangehen müsse, hier sei Solingen mit seiner Digitalisierungsstrategie bereits auf einem guten Weg. So seien unter anderem im Sozialamt bereits Zehntausende Akten erfolgreich digitalisiert worden. „Klar ist das teuer, aber die Effekte sind da.“ Getreu dem Motto „jetzt erst recht“ sprach er sich wie Mona Neubaur für nachhaltige Investitionen aus. „Nur so werden wir durch diese Krise kommen.“

Hintergrund

Veranstalter: Ausgerichtet haben den Bergischen Innovations- und Bildungskongress die Bergische IHK, die Bergische Universität Wuppertal, die gemeinnützige Neue Effizienz GmbH, Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die Stadt Remscheid sowie die Technologiezentren in Wuppertal und Solingen.

Programm: Neben einer Podiumsdiskussion standen Kurzvorträge rund um Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf dem Programm.

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