Kommunalwahl

Nettekoven verzichtet auf Fraktionsvorsitz

Alexa Bell und Jens Nettekoven am Wahlabend. Sie forderte einen Neuanfang für die CDU. Den wird es jetzt weder mit ihr noch mit Jens Nettekoven geben.Foto:Roland Keusch
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Alexa Bell und Jens Nettekoven am Wahlabend. Sie forderte einen Neuanfang für die CDU. Den wird es jetzt weder mit ihr noch mit Jens Nettekoven geben.
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Die Wahlschlappe der CDU hat weitere personelle Konsequenzen.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Wahlschlappe für die CDU fordert ein weiteres Opfer: Jens Nettekoven, der auch Parteichef und Landtagsabgeordneter ist, wird nicht erneut für den Vorsitz der CDU-Ratsfraktion kandidieren. Damit übernehme er die Verantwortung für das schwache Abschneiden bei der Kommunalwahl am Sonntag, erklärt Nettekoven. Da sei er ganz Sportsmann: „Wenn Bayern München schlecht spielt, muss auch der Trainer gehen.“

Die Entscheidung traf Nettekoven am Sonntagabend aus freien Stücken, wie er sagt. Nachdem die CDU nur noch auf 17 Sitze gekommen war und damit ihren Status als stärkste Ratsfraktion an die SPD (20 Sitze) verloren hatte, informierte er den Parteivorstand über seine Entscheidung.

Es war die gleiche Sitzung, in der Oberbürgermeisterkandidatin Alexa Bell aus Enttäuschung über die eigene Partei ihren Rückzug aus der Politik erklärte. Sie forderte dort einen Neuanfang für die CDU. Den wird es nun geben - das jedoch weder mit ihr noch mit Jens Nettekoven.

Allerdings will der scheidende Fraktionschef sein Ratsmandat annehmen. Anders als Alexa Bell hatte Nettekoven seinen Wahlbezirk direkt gewonnen. 42,6 Prozent der Wählerstimmen holte er in Lüttringhausen. Damit lag er zehn Prozent über dem CDU-Ergebnis. „Meiner Nachfolgerin oder meinem Nachfolger werde ich als Fraktionsmitglied loyal unterstützen. „Ich werde kein zweiter Fraktionsvorsitzender sein“, versichert Nettekoven. Über seinen möglichen Nachfolger mochte er nicht spekulieren. Die am Sonntag gewählten Ratsmitglieder erfuhren am Dienstag, dass der alte Chef nicht auch der neue sein würde.

Dass er nicht weiter an der Spitze der Partei stehen will, hatte Nettekoven bereits vor Monaten erklärt. Matthias Heidtmann, ebenfalls Mitglied der CDU-Ratsfraktion, soll sein Nachfolger als CDU-Vorsitzender in Remscheid werden.

Letztmalig wird Nettekoven seiner Fraktion am 24. September vorsitzen. Dann kommt noch einmal der alte Stadtrat zusammen. Im November beginnt die neue Wahlperiode. Neben seinem Ratsmandat will Nettekoven sich danach seinen Aufgaben im Landtag widmen.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sowie SPD, Grünen und FDP kündigte der scheidende CDU-Partei- und -Fraktionschef derweil eine konsequente Oppositionsarbeit an: „Die Wählerinnen und Wähler haben so entschieden, jetzt erwarte ich, dass die Mehrheit regiert.“

Die CDU würde dafür ohnehin nicht gebraucht. Mit der Stimme des Oberbürgermeisters könnte Rot-Grün durchregieren, mit den Stimmen der FDP sowieso. Die Enttäuschung darüber stand Nettekoven am Wahlabend ins Gesicht geschrieben. „Ich hatte mit einem völlig anderen Ergebnis gerechnet.“ Dann aber war ein Wahlkreis nach dem anderen an die SPD gegangen.

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