Politik

Nettekoven gibt neuem CDU-Vorsitzenden seine Stimme

Jens Nettekoven entschied sich für Armin Laschet. Foto: Roland Keusch
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Jens Nettekoven entschied sich für Armin Laschet.
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Remscheider Landtagsabgeordneter entschied sich als Delegierter auf dem Bundesparteitag für Armin Laschet.

Von Andreas Weber

Remscheid. Große Politik einmal ganz anders. „Ich habe den Parteitag mit der Familie verlebt“, berichtete Jens Nettekoven dem RGA gestern auf Nachfrage. Hatte er den Parteitag vor gut zwei Jahren, bei dem Annegret Kramp-Karrenbauer zur Parteivorsitzenden gekürt wurde, als CDU-Delegierter live in Hamburg beigewohnt, so zwang Corona diesmal zu einem digitalen Votum. Nettekoven nahm daheim in Lüttringhausen an dem Bewerbungs-Dreikampf um die AKK-Nachfolge teil. „Ich habe mir Samstagmorgen einen Kaffee an meinem Vollautomaten gezogen, bin in mein Büro gegangen, mich eingeloggt und habe zugehört.“ Nettekoven spricht im Nachhinein von einer „top organisierten Veranstaltung im Netz, die Gott sei Dank auch den Störversuchen von Hackern standhielt“. Er gibt zu, trotz Distanz: „Ich war total aufgeregt, es war Adrenalin pur.“

Der Remscheider Landtagsabgeordnete hatte sich in der Stichwahl mit 520 weiteren Delegierten für Armin Laschet entschieden, den NRW-Ministerpräsidenten und neuen Parteivorsitzenden. Nachdem sich Jens Nettekoven im Vorfeld öffentlich nicht auf einen Favoriten hatte festlegen wollen, erklärte er nach den drei Reden: „Norbert Röttgen und Armin Laschet haben mir gut gefallen.“ Minuspunkt für Röttgen sei gewesen, dass dieser einer Koalition mit der FDP nach der kommenden Bundestagstagswahl eine Absage erteilt. „Die Liberalen sind aber mein Wunsch-Regierungspartner für die CDU. Ich hoffe auf Schwarz-Gelb im Bund.“ Grundsätzlich, sagt Jens Nettekoven, hätte er nicht nur Laschet und Röttgen, sondern auch Friedrich Merz zugetraut, seine Partei in die Zukunft zu führen. Armin Laschet sei aber schon vor dem Parteitag bei ihm leicht favorisiert gewesen.

„Laschet wird unterschätzt“, findet Nettekoven: „Er hat entscheidenden Anteil daran, dass sich die CDU nach unserem katastrophalen Landtagswahl-Ergebnis 2012 aus dem Scherbenhaufen wieder aufgerappelt hat.“ Jens Spahns viel kritisierte Positionierung für Laschet auf dem Parteitag fand Nettekoven „unangebracht“. Dass sich Friedrich Merz nach seiner Niederlage prompt als Wirtschaftsminister für die aktuelle Regierung andiente, löst bei Nettekoven ein Kopfschütteln aus: „Das war ein vergiftetes Geschenk.“

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