Im Kleebachtal und in Bliedinghausen

Naturschützer sind für Begräbniswälder in Remscheid

Geplanter Begräbniswald: Am Kleebach.
+
Geplanter Begräbniswald: Am Kleebach.

Im Kempkenholz werden die Grabstellen rar. Das berichtete der RGA im April 2021.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Folge war ein wahrer Run, berichtet Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe Remscheid (TBR). So viele Bürgerinnen und Bürger wollten sich noch einen Urnenplatz unter Bäumen sichern. Nun soll es absehbar doch zwei neue Begräbniswälder geben – nämlich in Bliedinghausen an der Burger Straße und im Kleebachtal in Lennep.

Noch im Herbst vergangenen Jahren hatten die Umweltgruppen im Naturschutzbeirat beiden Standorten die Zustimmung verweigert. Vor allem das zwischen Hackenberg und Wuppertal gelegene Kleebachtal erschien ihnen nach Widerspruch von Anwohnern und aus der Jägerschaft als ungeeignet. Gestorben war das Projekt der städtischen Friedhofsplaner deshalb noch nicht. Nach einem Formfehler musste der Beirat nun erneut über beide Standorte abstimmen.

Wie berichtet, will die Friedhofsverwaltung an beiden Standorten zusammen rund 130 Bäume zu Bestattungsbäumen erklären. Bei 110 Bestattungen je Standort entspreche das zwei Bestattungen pro Woche, erklärt die Stadt. Damit die Bestattungsbäume am steilen Hang des Kleebachtals erreichbar sind, prüft die Stadt den Bau eines Holzsteges mit Zwischenpodesten. Zudem soll ein Versammlungsort für die Abschiednahme entstehen.

Hans Herzog, Friedhofsgärtner in Reinshagen, argumentierte für den Landesverband Gartenbau dagegen. Er sehe keinen Bedarf für einen weiteren Begräbniswald. Stattdessen ließe sich zum Beispiel der Waldfriedhof in Reinshagen entsprechend umgestalten, so dass auch dort eine Bestattung unter Bäumen möglich werde. Zudem rege er an, auch die Belange der Steinmetze zu berücksichtigen.

„Wir stimmen hier doch nicht über den Schutz von Berufsgruppen ab.“

Burkard Kretschmann, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

„Wir stimmen hier doch nicht über den Schutz von Berufsgruppen ab“, hielt Burkard Kretschmann von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald dagegen. Und auch TBR-Chef Michael Zirngiebl widersprach. Die Urnenbestattung mache heute 88 Prozent aller Begräbnisse in Remscheid aus. Die Nachfrage nach einem Platz unter Bäumen sei riesig. Dennoch sei nicht zu erwarten, dass deshalb „künftig Heerscharen von Angehörigen durch den Wald ziehen“.

Am Ende stimmte der Beirat den neuen Begräbniswäldern zu. Dagegen argumentierten nur Dela Kirchner und Tobias Marsch vom Naturschutzbund. Ihnen fehlt ein Artenschutzgutachten. Abschließend entscheiden muss der Stadtrat.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Direkt am Rathaus: Eine kleine Oase mitten in Lüttringhausen
Direkt am Rathaus: Eine kleine Oase mitten in Lüttringhausen
Direkt am Rathaus: Eine kleine Oase mitten in Lüttringhausen
Freibad Eschbachtal öffnet am Donnerstag mit Einschränkungen
Freibad Eschbachtal öffnet am Donnerstag mit Einschränkungen
Freibad Eschbachtal öffnet am Donnerstag mit Einschränkungen
23-Jähriger fährt ohne Führerschein
23-Jähriger fährt ohne Führerschein
23-Jähriger fährt ohne Führerschein
Unwetter: Wetterdienst warnt vor schwerem Gewitter
Unwetter: Wetterdienst warnt vor schwerem Gewitter
Unwetter: Wetterdienst warnt vor schwerem Gewitter

Kommentare