Klimawandel

Die Natur ist auch in Remscheid ihrer Zeit Wochen voraus

Jörg Liesendahl von der Naturschule Grund hat beobachtet, dass die Natur sich bereits auf Frühling eingestellt hat. Foto: Michael Schütz
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Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund hat beobachtet, dass die Natur sich bereits auf Frühling eingestellt hat.

Die Krötenwanderung hat bereits begonnen. Problem ist das fehlende Nahrungsangebot.

Von Dela Kirchner

Abstreiten kann es mittlerweile niemand mehr, dass die Natur in diesem Jahr früher den Frühling einläuten möchte. Der morgendliche Gesang der Vögel wird nahezu täglich intensiver, die Knospen an den Sträuchern täglich größer, und Allergiker kämpfen mit den Auswirkungen der frühen Haselnussblüte. Im Radio ist von einer Mäuseplage auf Wiesen- und Weideflächen in Nordrhein-Westfalen die Rede. Mitte Februar wurde bereits die 15-Grad-Marke geknackt, Mücken waren aktiv, und einzig die vergangenen stürmischen Tage erinnern daran, dass eigentlich Winter ist. Der letzte nennenswerte Winter liegt Jahre zurück. Viele stellen sich deshalb die Frage, welche Auswirkungen diese milden Winter auf die Natur haben – und ob die Witterung auch Nachteile hat.

Diplom-Biologe Jörg Liesendahl wartet in der Natur-Schule Grund quasi täglich auf die Ankunft der ersten Frösche am Teich der Einrichtung – deutlich früher als sonst. „Ich würde sagen, dass die Pflanzen bei uns im Bergischen in ihrer Entwicklung etwa drei Wochen früher dran sind als gewöhnlich“, berichtet er. „Natürlich gibt es Unterschiede selbst auf den Nord- und Südlagen eines Grundstücks.“ Probleme bereitet den Insekten und anderen früh aktiven Tieren eher das mangelnde Nahrungsangebot. Und den schon jetzt wandernden Amphibien der starke Wind, der die Haut der Tiere austrocknet. „Die momentane Mäuseplage in NRW würde ich differenzierter sehen – zu wenige Greifvögel und die starke Bejagung der Füchse dürften dabei ebenso Auswirkungen haben wie der milde Winter“, gibt Liesendahl zu bedenken.

Die ersten Kröten haben bereits mit ihrer Wanderung begonnen

Auch sein Kollege Dr. Jan Boomers von der Biologischen Station Mittlere Wupper hat bereits ungewöhnlich frühe Tieraktivitäten beobachtet: „In der Ohligser Heide in Solingen konnte ich bereits die ersten Kröten wandern sehen“, sagt er. „Allerdings gibt es in den bergischen Regionen je nach Temperatur rund zwei bis drei Wochen zeitlichen Versatz auch bei der regulären Wanderung der Tiere.“

Ein später Frost wäre für die Kröten insofern ein Problem, als dass der gerade hochgefahrene Kreislauf nach der Winterpause dann direkt wieder ausgebremst würde. Für die stark ausgetriebenen Pflanzenknospen käme es auf den Zeitpunkt des Spätfrostes an – dieser beeinflusst die Höhe des Schadens für die jeweilige Pflanze.

www.nabu.de

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