Die große Nachhaltigkeitsserie

Natürlich nachhaltig: Secondhand ist in Remscheid wenig gefragt

Barbara Braun kauft schon seit 35 Jahren gebrauchte Klamotten. Seit neun Jahren betreibt sie ihren eigenen Secondhand-Laden an der Gertenbachstraße in Lüttringhausen. Foto: Michael Schütz
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Barbara Braun kauft schon seit 35 Jahren gebrauchte Klamotten. Seit neun Jahren betreibt sie ihren eigenen Secondhand-Laden an der Gertenbachstraße in Lüttringhausen.

Barbara Braun betreibt ihren eigenen Laden – Unter der gebrauchten Mode finden sich wahre Schätze.

Von Katharina Birkenbeul

Remscheid. Was in Düsseldorf, Köln oder auf unterschiedlichen Webseiten im Internet boomt, wird in Remscheid nur mäßig angenommen: Einige wenige Secondhand-Shops gibt es zwar in der Region und „der Laden ist ratzevoll mit Gebrauchtem, gekauft wird aber selten was – wenn dann fast nur von Stammkunden. Dabei können hier teure Schätze für wenig Geld gefunden werden“, weiß Barbara Braun, Inhaberin des Secondhand-Ladens Pink Ladies in der Gertenbachstraße 9 in Lüttringhausen.

Secondhand bedeutet so viel wie aus zweiter Hand oder gebraucht. Dabei geht es darum, zu vermeiden, dass Menschen viel zu viel kaufen und es im Nachhinein wegwerfen, weil es nach kürzester Zeit ausgewaschen ist oder nicht mehr gefällt. Eine Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2015 verdeutlicht, dass dennoch die meisten Menschen ihre Kleidung wegwerfen, anstatt sie zu verschenken, zu tauschen oder reparieren zu lassen. Zwei von drei Personen werfen ihre Kleidung sogar nur weg, weil sie ihnen nicht mehr gefällt.

Zu Barbara Braun in den Laden kommen aber diejenigen, die ihre Damen-Kleidungsstücke nicht wegwerfen wollen. „Die meisten schildern mir dann, dass sie viel Geld für das Kleidungsstück gezahlt haben, aber nicht mehr reinpassen. Statt es wegzuwerfen, bringen sie es dann zu mir“, berichtet Braun. „Es ist schön, dass sich die Aufmerksamkeit dahin verlagert. Ebenso wie beim Einkauf unverpackt oder in Bio-Qualität“, so die Vegetarierin.

So funktioniert ein Second-Hand-Laden

Braun kauft selbst bereits seit 35 Jahren secondhand ein. „Ich hatte dann auch Marken in meinem Schrank hängen, die ich sonst nicht gekauft hätte.“ Begonnen hat ihre Leidenschaft zu Secondhand aber eigentlich durch ihre Schwester. „Eines Tages musste alles aus der Garage raus, damit sie dort Regale hineinstellen und ihre Sachen verkaufen kann. Von der ersten Stunde war ich die beste Kundin“, erklärt Braun. Nachdem die 66-Jährige aus dem Dorf in Hessen nach Düsseldorf und später Hilden zog, stöberte sie jede Woche in den zahlreichen Läden, die gebrauchte Mode anboten.

Dabei können hier teure Schätze für wenig Geld gefunden werden.

Barbara Braun, Inhaberin Pink Ladies Secondhand

Einige Jahre später zog sie dann gegenüber ihres jetzigen Geschäfts, wo sie auch jetzt noch mit Mann und Hund wohnt. Im Pink Ladys Secondhand-Bekleidung ging Barbara Braun daraufhin jeden Mittwoch stöbern, bis ihre Vormieterin den Laden aufgab und die damals 57-Jährige den Secondhand-Laden übernahm. Aus einem Jahr zur Probe, wurden neun und auch jetzt, trotz aller Corona-Auflagen, denkt die Inhaberin nicht ans Aufgeben, auch wenn es ein riesiger Aufwand ist, den Laden zu betreiben.

Die große Nachhaltigkeitsserie

Wer möchte, kann also seine aussortierten Damen-Kleidungsstücke zu Barbara Braun bringen. Werden das Kleid, die Bluse, das T-Shirt oder die Schuhe innerhalb von drei Monaten verkauft, bekommt die Person, die die Ware gebracht hat, 50 Prozent des Umsatzes. Von den anderen 50 Prozent finanziert Barbara Braun Miete, Telefon und andere laufende Kosten. Die 66-Jährige nimmt mittlerweile jedoch nur noch Markenklamotten an: „Ich achte sehr auf Qualität“, erklärt sie.

Davon leben kann sie nicht, wenn im Monat am Ende ein Stundenlohn von einem Euro rumkommt, reicht das. „Ich bin immer noch mit Leidenschaft und Spaß dabei“.

Öffnungszeiten

Der Laden öffnet mittwochs und freitags von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr. Donnerstag und Samstag ist von 10 bis 13 Uhr offen. Der Laden führt nur Damenkleidung. Für zusätzliche Kinderkleidung sei der Laden zu klein, für Herrenmode gebe es nicht genügend Abnehmer, so Braun.

Serie

In der RGA-Serie „Natürlich nachhaltig“ beschäftigen wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz in allen Bereichen. Alle Folgen finden Sie hier.

Auch in den Kleiderläden der Stadt bekommt man gebrauchte Kleidung für kleines Geld.

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