Historisches Foto

Welchen Platz suchen wir heute?

Wo befindet sich dieser Platz?
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Wo befindet sich dieser Platz?

Unser Rätselfoto aus der vergangenen Woche zeigte eine Wohnsiedlung, die Anfang der 1960er-Jahre entstand. Welche Straße suchen wir heute?

In den 1960er-Jahren machte der RGA-Fotograf dieses Foto an einem ziemlich zentralen Platz. Erkennen Sie, um welchen Platz er sich handelt? Schicken Sie die Lösung bis Donnerstag, 12. August, per E-Mail oder Post, gerne verbunden mit persönlichen Anekdoten an: RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid; E-Mail: redaktion@rga.de.

Das Historische Foto der vergangenen Woche: Namensgeber war ein Gastwirt statt eines Himmelsboten

Von Sven Schlickowey

Remscheid. In Zeiten der Pandemie bekommt selbst unser wöchentliches Bilderrätsel eine ganz neue Bedeutung – es bringt die Menschen an die frische Luft. Claudia vom Stein zum Beispiel, die sich bei der Lösung nicht allein auf ihr Gedächtnis verlässt, sondern sich die Szenerie lieber vor Ort anschaut. „Seit Corona fahre ich mit meiner Mutter wie wild durch die Gegend, um eure Suchbilder zu finden“, schreibt sie uns. Und: „Macht Spaß!“ Und die richtige Lösung hat sie dabei auch noch herausgefunden: „Es ist die Straße Engelsberg auf dem Honsberg in Remscheid.“

Während Claudia vom Stein erst vor Ort nachschauen musste, hatte es Ulrich Hager einfacher. Auch er machte den Engelsberg aus. „Ich als alter Kremenholler habe es sofort erkannt“, berichtet er uns. Auch Harald Faßbender ist schon oft an dieser Stelle vorbeigekommen, die Straße gehörte zu seinem wöchentlichen Weg zu Fuß zum Jugendtraining bei der Spielvereinigung Remscheid auf dem Sportplatz Honsberg. Der Weg habe ihn und seine Mannschaftskameraden Anfang der 70er-Jahre von Vieringhausen über Mühlenteich und den Kremenholl zum Honsberg geführt, erinnert er sich: „Am Engelsberg angekommen, wussten wir, wir haben es geschafft.“

Nicht so lange, dafür eine Zeit lang aber häufiger ging Harry Borchardt hier vorbei: „Diesen Weg bin ich in meiner Kindheit täglich gegangen“, schreibt er. Die Straße habe nach dem Wechsel auf die weiterführende Schule zu seinem Schulweg gehört. „Es war aber nur für ein halbes Jahr, denn meine Eltern entschlossen sich, nach Lennep zu ziehen.“

Vor fast 50 Jahren, genauer gesagt 1975, entstand unser Rätsel-Foto aus der vergangenen Woche.

Helmut Schucht kennt die Ecke sogar noch ohne die Wohnbebauung: „Wo heute Siedlungshäuser stehen, war in früheren Jahren eine Wiese, auf der wir Kinder im Winter Schlitten gefahren sind.“ Der Eigentümer, ein Bauer, sei davon allerdings nicht begeistert gewesen. „Weil dort die Kühe grasen sollten.“

Mit den Häusern beschäftigt sich unter anderem auch Roland Benscheid. Rund 40 Wohngebäude seien dort ab 1964 entstanden, schreibt er. Zudem erinnert er sich: „Unterhalb der Siedlung gab es einen Kleingartenverein mit einem bewirteten Gartenheim, in dem meine Frau und ich 1981 unseren Polterabend feierten.“

Vor allem aber widmet sich Roland Benscheid der Frage, wie der Engelsberg zu seinem Namen kam. Denn der stammt wohl weder von einem Himmelsboten noch vom Co-Autor des Kommunistischen Manifests, der bekanntlich im nahen Barmen geboren wurde. „Der Namensgeber soll ein Robert Engels, der früher an der Honsberger Straße eine Gastwirtschaft betrieb, gewesen sein.“

Eine Einschätzung, die Stadtarchivarin Viola Schwanicke 2015 in einem RGA-Artikel bestätigte: Als 1964 für das Gebiet ein Straßenname gesucht wurde, habe der Bergische Geschichtsverein (BGV) festgestellt, dass „im Gebiet dieser neuen Straße, wie sie in der Zeichnung angedeutet ist, die Flurbezeichnung ‚Honsberger Büsche’ besteht“. Entsprechend schlug man „Zu den Honsberger Büschen“ oder nur „Zu den Büschen“ vor. Die Verwaltung wies allerdings darauf hin, dass die Gegend im Volksmund unter den Namen „Engelsböschken“ bekannt war, sie plädierte deshalb für „Engelsbusch“. Doch der Hauptausschuss entschied sich am 1. Juni schließlich für „Engelsberg“.

Bäume und Autos haben sich verändert, ansonsten sieht die Straße Engelsberg noch fast genauso aus wie damals.

Derweil schweift der Blick von Heinz-Jürgen Schmitz auf unser Rätselbild in die Ferne: „Begeisternd an dem Foto ist, das im Hintergrund erkennbare schöne Panorama. Gut zu erkennen sind das GBG in der Hindenburgstraße und die Fabricius-Klinik in der Brüderstraße.“ Außerdem erinnert er an das Gotteshaus, dass dort einmal stand: „Zu erwähnen ist noch, dass am Engelsberg im Jahr 1976 eine Filialkirche der katholischen Gemeinde St. Bonifatius entstand. Diese sollte einmal eine selbstständige Gemeinde werden, ist jedoch heute geschlossen.“ 2006 wurde die von Weihbischof Klaus Dick eingeweihte Kirche aufgegeben, nachdem sie einige Jahre leer stand, kaufte ein Hildener Investor das Gebäude für 1,8 Millionen Euro, um daraus einen Kindergarten zu machen.

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