Name ließ jegliche Kreativität vermissen

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Parallelstraße stand für Gedankenarmut

Honsberg -AWe- Die Remscheider Zeitung informierte ihre Leser am 10. November 1885 über die Neubenennung einiger Straßen in Remscheid. Hierzu gehörte auch die im Remscheider Ortsteil Honsberg gelegene Parallelstraße.

Die Parallelstraße erhielt ihren Namen in einer Zeit, als man begonnen hatte, bereits bestehende und neu gebaute Straßen offiziell zu benennen, fand Stadtarchivarin Viola Meike heraus.

Denn ebenso wie der Name einer Gemeinde, dient ein Straßenname vor allem der Orientierung. Er soll gewährleisten, dass innerhalb eines besiedelten Gebietes der gewünschte Bestimmungsort eindeutig bezeichnet und aufgesucht werden kann. Zunächst war eine Durchnummerierung der Grundstücke und Häuser als ausreichend erachtet worden.

RGA kritisierte Fantasielosigkeit bei der Namensgebung

Mit zunehmendem Anwachsen der Städte seit dem 19. Jahrhundert wurden die örtlichen Verhältnisse unübersichtlich, was eine besondere Kennzeichnung der Straßenzüge erforderlich machte. Da die Benennung von Straßen, Plätzen und Brücken als Maßnahme zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung galt, war die Ortspolizeibehörde damals für die Namensgebung zuständig. „Diese gab sich mal mehr, mal weniger Mühe beim Finden zutreffender oder bedeutungsträchtiger Namen“, stellte Stadtarchivarin Viola Meike anhand der Archivunterlagen fest. Die Fantasielosigkeit der namensgebenden Instanzen bemängelte auch der Remscheider General-Anzeiger in seiner Ausgabe vom 7.  Dezember 1929: „So zahlreich in Remscheid auch die Straßennamen sind, die Sinn, Inhalt, Poesie und Geschichte haben, so zahlreich sind auch die Namen, die nicht nur hässlich und abstoßend, sondern auch unberechtigt und unverständlich sind. Diese Namen werden für lange Zeit noch ein Zeichen dafür sein, wie gedankenarm, wie oberflächlich und schematisch man bei Straßenbezeichnungen einstmals vorgegangen ist“, hieß es damals in einem RGA-Artikel.

Neben der Erholungsstraße, der Bauluststraße und der Einigkeitsstraße bekam in diesem Zusammenhang auch die Parallelstraße in dem Zeitungsartikel ihr Fett weg: „Die Parallelstraße läuft nicht parallel zur Alexanderstraße, sondern war parallel zu ihr geplant. Niemand wird diesen Plan als eine ausreichende Begründung für eine Straßenbezeichnung ansehen.“

Foto: Michael Schütz

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