Meine erste Platte

Nadine Gaede liebt die Musik, die nahe am Punk ist

Die ersten Alben von Linkn Park kaufte sich Nadine Gaede im Saturn – vom lange gesparten Taschengeld.
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Die ersten Alben von Linkn Park kaufte sich Nadine Gaede im Saturn – vom lange gesparten Taschengeld.

Über MTV entdeckte sie ihren Geschmack für härteren Rock.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der musikalische Weg von Nadine Gaede hin zur deftigen Rockmusik mit Punkanleihen war kurz und heftig. Dabei gab es in ihrem Elternhaus nicht unbedingt viel Musik zu hören.

Die 1989 in Remscheid geborene Gaede erzählt: „Eigentlich waren wir ein Bücherhaushalt, es wurde viel gelesen. Meine Mutter hörte eher den Schlager der 90er Jahre: Matthias Reim, Juliane Werding, was es alles so gab. Auch die Kelly Family.“

Erste eigene Eindrücke bekam die junge Frau durch MTV. „Als ich diesen Sender entdeckte, war Nu-Metal Mainstream“, erinnert sie sich. „Dazu waren in meiner Clique einige Freunde, die schon ‚Die Ärzte‘ hörten. In Remscheid gehörten damals alle, die härtere Rockmusik hörten, zu einer Szene, egal ob Metal oder Punk.“ In dieser Szene kursierte ein Sampler, auf dem aus dem Bergischen stammende Bands spielten. „Und da hörte ich eine Band, die mich sehr faszinierte: Ni Ju San aus Wermelskirchen. Der Bandname bedeutet die Zahl 23 auf Japanisch. Und sie haben Punk gespielt. Die habe ich damals mehrere Male live gesehen, auf dem Vorplatz des ehemaligen Bahnhofs in Wermelskirchen, dann in der Konzertmuschel im Remscheider Stadtpark. Seitdem habe ich wirklich viele Konzerte besucht.“

Vielleicht ist das der Grund, warum Nadine Gaede Livealben besonders schätzt. „Das sind immer gute Best-Of-Alben“, weiß sie. Und so ist auch ihr erstes selbst gekauftes Album live aufgenommen: Linkin Park, Live in Texas, 2003 erschienen, auf der die Band noch deutlich metallener agierte als in späteren Jahren. Den ersten Alben der Band „Hybrid Theory“ sowie „Meteora“ wurden auf dieser Liveaufnahme ein Denkmal gesetzt. „Ich habe sie sicher im Saturn im Allee-Center gekauft“, verrät Gaede. „Mein Taschengeld war mager und ich habe lange überlegt.“ Sie bedauert sehr, dass sich die Band nach dem Tod des Leadsängers Chester Bennington anscheinend ausgelöst hat.

Der Kauf ihrer ersten eigenen LP ist noch gar nicht so lange her. „Ich hörte eine Sängerin aus Berlin, deren Stimme mir sofort sehr gefallen hat. Das war Lena Möller, die sich als Künstlerin Vør nennt, ausgesprochen wie die Nordseeinsel Föhr, und die eine spezielle Art von Elektro-Pop macht. Um die Künstlerin zu unterstützen, kaufte ich direkt eine Langspielplatte. Meinen Plattenspieler habe ich dann extra gekauft, um diese Musik auch hören zu können. Das ist ein halbes Jahr her.“

Lange Zeit hat die Ratsfrau nicht viele CDs besessen. „Ich habe dann alles nachgekauft“, verrät sie, „alles von den Ärzten, alles von Queen.“ Die Götter der britischen Popmusik hat sie durch eine Doku kennen- und schätzengelernt. „Allerdings ohne Mercury“, bedauert sie, „der war da schon 20 Jahre tot. Der ehemalige Free-Sänger Paul Rodgers hatte das Mikrofon bei Queen übernommen. Außerdem fand ich immer, dass Brian May ein Wahnsinns-Gitarrist ist.“

Adele und Amy Macdonald hört die Ratsfrau auch gerne

Also doch nicht nur der harte Rock. „Nicht nur“, gibt Nadine Gaede zu. „Ich liebe die Musik, die nahe am Punk ist, aber ich höre auch gerne Adele oder Amy Macdonald. Bei hartem Techno bekomme ich Kopfschmerzen, Schlager und Volksmusik ist schwierig, zu Klassik und Jazz habe ich noch keinen Zugang gefunden. Soul, R&B, Blues, das geht gut.“

Sie plant – „so machbar“ – Konzerte von Kraftklub (Rap-Rock) und Casper (Rapper) zu besuchen. „Und vielleicht noch mal die Punkband Broilers, die ich erst neulich gesehen habe.“ Bei aller Gewogenheit zu Queen und Vør: Der Punk lässt sie nicht los.

Zur Person

Nadine Gaede, 1989 in Remscheid geboren, wohnt nach wie vor in der Stadt. Sie ist Fraktionsassistentin der Remscheider SPD und Mitglied im Stadtrat.

Mit fünf Jahren erlebte sie ihr erstes Konzert: Die Kelly Family. Ihr letztes Konzert ist ein paar Tage her: die Düsseldorfer Punkband Broilers.

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