Besinnlichkeit

Preise für Weihnachtsbäume bleiben stabil

Weihnachtsbäume made in Remscheid: Wolf Hasenclever auf dem Forstgut Ehringhausen. Archivfoto: wey
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Weihnachtsbäume made in Remscheid: Wolf Hasenclever auf dem Forstgut Ehringhausen.

Die Nachfrage nach Nordmanntannen und Blaufichten wird in diesem Jahr leicht ansteigen. Bäume gibt es aber genug - trotz Trockenheit.

Von Sven Schlickowey

Der Sommer war zu trocken, und das schon zum dritten Mal in Folge, doch sich Sorgen machen, dass es nicht genug Weihnachtsbäume gibt, muss niemand. „Die Trockenheitsschäden sind in diesem Jahr am höchsten“, sagt Wolf Hasenclever. „Aber Bäume sind trotzdem genug da.“ Und das, obwohl die Nachfrage in diesem Jahr wohl leicht steigen dürfte.

Wolf Hasenclever bewirtschaftet in fünfter Generation das Remscheider Forstgut Ehringhausen, seit vielen Jahren züchtet, produziert und verkauft er hier auch Weihnachtsbäume. Die Preise möchte er in diesem Jahr stabil halten. „Für eine Erhöhung sehe ich keinen Bedarf“, sagt Hasenclever. Andere Anbieter würden es wohl ähnliche halten, schätzt er. Wenn würden die Preise sich also nur leicht erhöhen.

„Es ist wie beim Auto: Manchen reicht ein Dacia, andere wollen einen Mercedes.“

Wolf Hasenclever, Forstwirt

20 bis 22 Euro pro Meter wird die Nordmanntanne vom Forstgut Ehringhausen also auch in diesem Jahr wieder kosten, wobei die Spitze nur halb berechnet wird. Dass es beim Discounter und im Baumarkt auch günstigere Tannen gibt, ist Hasenclever durchaus bewusst. Aber da gehe es wohl eher darum, Kunden anzulocken, um ihnen andere Artikel zu verkaufen, vermutet der Forstwirt. Und zudem gelte: „Es ist wie beim Auto: Manchen reicht ein Dacia, andere wollen einen Mercedes.“ Etwa zwei Drittel der verkauften Bäume seien maximal zwei Meter groß, bis zu dieser Größe brauchen sie in der Regel gut zehn Jahre. Für die zahlreichen Altbauten mit hohen Decken in Remscheid gebe es aber auch einen Bedarf an größeren Weihnachtsbäumen.

Obwohl sich der dritte trockene Sommer in Folge bei den Preisen also nicht oder nur kaum niederschlägt, kann der Regenmangel trotzdem Folgen für Weihnachtsbaumkunden haben, mahnen Experten. „Es gibt Bäume, die sehen auf den ersten Blick super aus – aber nur bis man die Nadeln anhebt“, berichtet Wolf Hasenclever. Da lohne sich für Kunden, gerade bei vermeintlichen Schnäppchen, ein zweiter Blick.

Durch Corona wird die Nachfrage nach Nordmanntannen und Blaufichten etwas ansteigen, erwartet die Branche. Weil Urlaube ausfallen werden sich mehr Menschen das Fest in den eigenen vier Wänden verbringen. Viele davon mit Baum. Und viele wollen, wenn sie schon zu Hause sein müssen, offensichtlich möglichst früh einen Baum im Wohnzimmer stehen haben. „Die ersten Weihnachtsbäume sind schon seit vier Wochen auf dem Markt“, sagt Hasenclever. Ein Trend, den er selber nicht mitmacht. Sein Verkauf startet erst am Wochenende. Diesmal allerdings ohne Glühwein und Grillwurst. „Das darf ich wegen Corona leider nicht.“

Wolf Hasenclever empfiehlt, die Bäume ab etwa Mitte Dezember zu kaufen: „Entweder am Wochenende 12./13. Dezember oder das Wochenende danach.“ Eine Nordmanntanne halte in einem geeigneten Ständer mit ausreichend Wasser gut vier Woche. Vorausgesetzt der Baum steht nicht direkt vor der Heizung. Unter Trockenheit und plötzlichen Temperaturunterschieden leiden Weihnachtsbäume nämlich am meisten. Und reagieren dann oftmals, indem sie ihre Nadeln abwerfen.

Deswegen rät Wolf Hasenclever, den Baum erst in einem Eimer mit Wasser draußen zu lagern und dann langsam zu akklimatisieren. Gerade noch bei Minusgraden draußen und nur Sekunden später im warmen Zimmer, „das würden wir Menschen auch nicht mögen“, sagt der Forstwirt. Deswegen sie es besser, den Weihnachtsbaum zum Beispiel ein paar Stunden in der Garage zwischenzulagern.

Hintergrund

Rund 28 Millionen Weihnachtsbäume werden Jahr für Jahr in Deutschland verkauft, die meisten sind Importware. Neben Nordmanntannen, der klaren Nummer eins auf dem deutschen Weihnachtsbaummarkt, sind bereits seit einigen Jahren Stech- oder Blaufichten im Kommen, ihr Marktanteil liegt inzwischen bei deutlich über zehn Prozent. Ihr größter Vorteil: Sie duften weihnachtlich.

Die IG Bergisch Born und Lennep Offensiv setzen auch in diesem Jahr eine Tradition fort: Sie schmücken die Remscheider Straßen mit 260 Bäumen

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