Nachbarn wehren sich gegen „Waldresidenz“

Seit Montag fällen Arbeiter die Bäume auf dem abschüssigen Gelände an der Unterhützer Straße. Foto: Roland Keusch
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Seit Montag fällen Arbeiter die Bäume auf dem abschüssigen Gelände an der Unterhützer Straße.

An der Unterhützer Straße entstehen neue Wohnungen – Bäume müssen weichen

Von Axel Richter

Hasten Remscheid braucht Wohnungen. Wo aber welche gebaut werden sollen, da regt sich bald Widerstand. Am Sieper Park ist das so. Und jetzt an der Unterhützer Straße in Hasten. An beiden Standorten will die Stadt Baulücken schließen, wie sie sagt. Für die Anwohner indes stellen diese Baulücken nicht selten grüne Oasen inmitten der Stadt dar. Entsprechend fallen die Reaktionen aus, wenn die Bagger anrücken und die Motorsägen kreischen.

An der Unterhützer Straße ist das der Fall. Seit Montag roden Arbeiter das 2000 Quadratmeter große Areal. Buchen standen unter anderem darauf. Unter die Baumschutzsatzung der Stadt fallen sie nicht, weil ihr Stammumfang zu gering ist. Und selbst wenn, wäre ihr Schicksal besiegelt, denn in Remscheid gilt: Baurecht bricht Baumrecht.

Weichen müssen die Bäume 18 barrierefreien Neubauwohnungen in einem Mehrfamilienhaus und drei Einfamilienhäusern, die ein Investor aus Niedersachsen an der Unterhützer Straße 34 - 46 errichten möchte. „Waldresidenz“ nennt er das Projekt.

Stefan Gofferje spricht von einem 13 Meter hohen „Klotz“, der nicht in die Nachbarschaft passe und ihm, der oberhalb des Hangs wohnt, in Zukunft die Sicht nehme. Mit seinem Protest steht der Anwohner nicht allein da. Gegen eine kleinteilige Bebauung hätte womöglich niemand etwas gehabt, sagt Gofferje. Die Wohnungen, die nun gebaut werden, sollen indes für 186 000 bis 619 000 Euro verkauft werden. „Das hat doch nichts mit der Schaffung bezahlbaren Wohnraums zu tun“, sagt der Montagearbeiter.

„Wir verdichten im Innenbereich, um den Außenbereich zu schützen.“

Peter Heinze, Baudezernent

Peter Heinze, Baudezernent der Stadt Remscheid, weist die Kritik zurück. Für ihn passt der Neubau mehr als genau ins Konzept, das Politik und Verwaltung bei der Stadtentwicklung in Remscheid verfolgen. „Wir verdichten im Innenbereich, um den Außenbereich zu schützen“, sagt er. „Das heißt, wir schließen die Baulücken, bevor wir Neubauflächen auf der grünen Wiese ausweisen.“

Die Anwohner der Unterhützer Straße wollen es dabei nicht belassen. Weder von der Stadt noch vom Investor fühlen sie sich informiert. Stefan Gofferje will gar gegen das Bauprojekt vor seiner Haustür vor Gericht ziehen. „Ich weiß, dass das nichts bringt“, sagt er. „Trotzdem werde ich mich mit allen Mitteln gegen den Bau wehren.“

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