Nach Unwetter

Jugendfeuerwehr befreit die Becken des Freibads vom Schlamm

Nachwuchskräfte der Jugendfeuerwehr krempelten die Ärmel hoch und befreiten das Becken vom Schlamm. Foto: Sascha Ploch/Feuerwehr
+
Nachwuchskräfte der Jugendfeuerwehr krempelten die Ärmel hoch und befreiten das Becken vom Schlamm.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
    schließen

Kanalschäden könnten dafür sorgen, dass der Betrieb 2021 endgültig eingestellt wird.

Remscheid. Mitgliedern der Remscheider Jugendfeuerwehr ist es zu verdanken, dass aus dem großen Becken des Schwimmbads im Eschbachtal die Schlammmassen verschwunden sind. Sie hatten sich dort nach dem Hochwasser aufgetürmt. Am Montagnachmittag rückte der Nachwuchs an und wurde dabei von erfahrenen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Nord begleitet, wie es in der Mitteilung heißt. Das Schmutzwasser wurde mit mehreren Pumpen der Feuerwehr und der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) beseitigt. Nach gut dreistündiger Arbeit war die Hilfeleistung der Jugendfeuerwehr abgeschlossen und das Schwimmbecken sauber.

Martin Sternkopf ist pessimistisch

Darüber freut sich Martin Sternkopf, zuständiger Fachdienstleiter Sport und Freizeit im Remscheider Rathaus, der gestern einmal mehr im Eschbachtal unterwegs war, um die Schäden zu besichtigen. Dort traf er auf Mitarbeiter der Technischen Betriebe, die sich mit einem Sorgenkind befassten. „Das ist der Kanal in Höhe des Kinderspielplatzes“, erklärt Sternkopf.

Sturzbäche hätten sich bei dem Starkregen vom 14. Juli aus dem benachbarten Falkenberg-Gebiet auf das Areal ergossen und hätten mit ihrer enormen Wucht möglicherweise für erhebliche Schäden im unterirdischen Netz gesorgt. „Die THW-Mitarbeiter haben mehrere Kamerafahrten im Kanal vorgenommen. Das Endergebnis müssen wir noch abwarten“, kündigt der Fachdienstleiter an. Er rechne aber bald mit einem Resultat, das er zunächst mit der Verwaltungsspitze um Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Stadtdirektor Sven Wiertz besprechen will.

Von dem Ausmaß der Schäden ist abhängig, ob sich eine Öffnung des Freibads für den regulären Betrieb in dieser Saison noch lohnt – oder ob Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen. Keinen Hehl macht Martin Sternkopf daraus, dass er dabei eher „pessimistisch“ sei.

Ohnehin steht die komplette Anlage ab 2022 vor einem Modernisierungsprogramm. 14 Millionen Euro sollen in das älteste Binnenfreibad Deutschlands investiert werden, um es für die nächsten Jahrzehnte zu ertüchtigen – unter anderem mit neuer Technik zur Wasseraufbereitung, mit Schwimmbecken aus Edelstahl, mit einem Sandstrand, mit neuen Umkleidekabinen und Duschen. Ob es in der kommenden Saison öffnet, wird somit nicht nur von dem Beginn der Modernisierung, sondern auch von der Schadenshöhe abhängen, die nun erst einmal ermittelt wird.

Als „Minimalziele“ für den Sommer 2021 hatte Sportdezernent Thomas Neuhaus zwei Projekte im Eschbachtal benannt: „Wir wollen, dass das Eschtival mit Bernd Stelter und Köbes Underground stattfinden kann. Und wir wollen das Hundeschwimmen ermöglichen.“ Jedenfalls dafür ist das große Becken vom Schlamm befreit.

Standpunkt: Es gibt ein Trostpflaster

Kommentar von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga.de

Am Sonntag ist der Juli 2021 auch schon wieder Geschichte. Und mit ihm geht ein Teil des Sommers, der eine Sintflut mit sich führte und Remscheid nur wenig Sonnenstunden brachte. Aber: Selbst wenn der August und der September besseres Wetter bringen sollten, ist es doch sehr fraglich, ob die öffentliche Hand aufkommen soll, um für ein paar Badetage die Anlage im Eschbachtal noch einmal provisorisch instandzusetzen. Denn so lobenswert der Einsatz der Jugendfeuerwehr auch war, die den Schlamm aus dem Becken holte, so sind offenbar Tiefbauarbeiten nötig, um die Schäden zu beheben. Leider wären ausgerechnet die Jugendlichen, die ohnehin unter monatelangen Kontaktbeschränkungen in der Pandemie zu leiden hatten, vom Ende des Freizeitbetriebs im Eschbachtal besonders getroffen – vor allem, weil ihnen wegen des Umweltalarms an der Wupper-Talsperre auch die Kräwi nicht zur Verfügung steht. Aber immerhin gibt es ein Trostpflaster: freier Eintritt im H2O.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Mord im Pizzeria-Keller: Straße erlangte schaurige Bekanntheit
Mord im Pizzeria-Keller: Straße erlangte schaurige Bekanntheit
Mord im Pizzeria-Keller: Straße erlangte schaurige Bekanntheit
Wermelskirchener Straße nach Unfall für mehrere Stunden gesperrt
Wermelskirchener Straße nach Unfall für mehrere Stunden gesperrt
Wermelskirchener Straße nach Unfall für mehrere Stunden gesperrt
Feuerwerk steigt über der Kirmes auf
Feuerwerk steigt über der Kirmes auf
Feuerwerk steigt über der Kirmes auf
Schrittweise bis 2033: Alte Führerscheine werden bald umgetauscht
Schrittweise bis 2033: Alte Führerscheine werden bald umgetauscht
Schrittweise bis 2033: Alte Führerscheine werden bald umgetauscht

Kommentare