Zustand der Wälder ist schlecht

In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr

Unbedingt die Absperrungen beachten,mahnen die Technischen Betriebe. Foto: Roland Keusch
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Unbedingt die Absperrungen beachten,mahnen die Technischen Betriebe.

Starkregen hat vor allem dem Gelpetal schwer zugesetzt.

Von Kristin Dowe und Frank Michalczak

Remscheid. Schneisen der Verwüstung hat das Hochwasser auch in Waldabschnitten Remscheids hinterlassen. Besonders betroffen ist das Gelpetal, wie Markus Wolff von den Technischen Betrieben berichtet. So ist die Wegeverbindung von der Morsbachtalstraße in Höhe Clemenshammer an mehreren Stellen unterspült und zum Teil vollständig durch die Wassermassen weggerissen worden. Er appelliert, Warnhinweise und Absperrungen zu beachten. Wer sich nicht daran hält, könnte in Lebensgefahr geraten.

Auch die Stadt Solingen empfiehlt dringend, von dem Betreten bestimmter Waldstücke Abstand zu nehmen. Besonders die Wege entlang der Wupper von Burg bis Rüden sollten Spaziergänger zurzeit meiden, appelliert Markus Schlösser, Leiter der Abteilung Wald und Landschaft der Nachbarstadt. „Weil der Boden stark durchweicht wurde, sind viele Bäume umgefallen. Die Standsicherheit einiger weiterer Bäume kann momentan nicht gewährleistet werden“, mahnt der Revierförster. „Vor allem Radfahren kann auf den Wegen dort gefährlich werden.“

Das Ganze fällt in eine Phase, in der die Wälder nach den Dürrejahren endlich wieder Wasser getankt haben. „Sie brauchen aber Regen, der langsam fällt. Jeder Tropfen ist wertvoll“, berichtet Förster Karim Barkouni von den Technischen Betrieben Remscheid.

Abgesehen von dem Jahrhundertunwetter vom 14. Juli sei das Wetter 2021 für den Wald deutlich besser verlaufen als in den Vorjahren. „Es ist kühler gewesen und wir hatten immer wieder Regenperioden,“ blickt Barkouni zurück. Die Feuchtigkeit habe positive Folgen für die Fichten, sich gegen den Borkenkäfer besser zur Wehr setzen können. „Sie produzieren Harz und können so einen Schutzmechanismus in Gang setzen“, erklärt der Experte, der dennoch wieder Befall feststellen musste. „Aber etwas später als in den letzten Jahren. Zudem können wir davon ausgehen, dass es diesmal nur zwei statt drei Käfer-Generationen gibt, die sich in diesem Sommer ausbreiten.“

Experte: Wälder haben noch Schlimmeres verhindert

Aber selbst dies wird nichts daran ändern: Die langen Dürre- und Hitzeperioden der vergangenen Jahre haben den Baumbeständen im Bergischen schwer zugesetzt. Dies habe auch der letzte Waldzustandsbericht für NRW gezeigt, erklärt sein Kollege Markus Schlösser. So werde die Fichte auf absehbare Zeit komplett absterben: „Der Zustand unserer Wälder ist so schlecht, wie er noch nie war.“

Der Wald habe am Tag des Hochwassers aber eine wichtige Schutzfunktion erfüllt und das Ausmaß der Katastrophe zumindest deutlich abgemildert. Ohne die Waldflächen hätte es im Bergischen zu gefährlichen Hangrutschen kommen können. „Wenn Sie sich bei Regen unter einen Baum stellen, fängt die Krone einiges an Wasser ab. So kann es allmählich über die Vegetation im Boden versickern und tritt nicht plötzlich massenhaft an die Oberfläche.“

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