Wiedereröffnung

Nach Corona-Stillstand: So bereiten sich die Museen auf den Tag X vor

Dr. Andreas Wallbrecht (l.) und Markus Heip zeigen die Audioguides, mit denen Besucher kontaktlos durchs Werkzeugmuseum geführt werden (Archivfoto).
+
Dr. Andreas Wallbrecht (l.) und Markus Heip zeigen die Audioguides, mit denen Besucher kontaktlos durchs Werkzeugmuseum geführt werden (Archivfoto).
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
    schließen

Werkzeugmuseum und Röntgen-Museum sind bis 17. Mai zu. Hinter verschlossenen Türen laufen die Arbeiten jedoch auf Hochtouren.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Während sich die Museen andernorts darauf vorbereiten, am 4. Mai wieder zu öffnen, hält die Stadt Remscheid am 17. Mai fest. Dennoch laufen bereits Gespräche, wie der Betrieb nach dem Corona-Stillstand sukzessive wieder hochgefahren werden kann. „Wir treffen natürlich jetzt schon Vorbereitungen für die Öffnung“, erklärt Stadtsprecherin Viola Juric. Laut Landesvorgabe müssen Museen bis 3. Mai zu bleiben.

Aber auch dann, wenn die beiden städtischen Häuser – das Deutsche Werkzeugmuseum in Hasten und das Deutsche Röntgen-Museum in Lennep – wieder Besucher empfangen dürfen, gelten weiterhin das Kontaktverbot sowie die gängigen Hygieneregeln. „Da wird ganz spitz geguckt“, sagt Juric. Es gelte, Besucher sowie Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Die Museen bereiten sich derweil auf die Wiedereröffnung vor. Und auf eine Situation, die völlig neu für alle ist. „Wir könnten relativ schnell reagieren“, sagt Dr. Andreas Wallbrecht, Direktor des Deutschen Werkzeugmuseums. Zwei Wochen Vorlaufzeit seien aber schon nötig, „um es gut zu machen“. Der Empfang soll beispielsweise mit einer Schutzvorrichtung versehen werden. „Den Ein- und Ausgang könnten wir separieren“, sagt Wallbrecht. Sollten Führungen unter den gängigen Abstandsregeln wieder erlaubt sein, sei auch das kein Problem. „Mit unserem neuen Audioguide-System könnten wir kleine Gruppen kontaktlos durchs Haus führen.“ Selbst Konzerte könnte man so gestalten, dass nur jeder dritte Platz belegt werde. Wobei der Museumsleiter nicht davon ausgeht, dass Konzerte, Weinverkostungen und Co. so schnell wieder erlaubt sein werden. Einen Vorteil böte das Werkzeugmuseum: „Das Haus ist groß, und wir sind wenige Mitarbeiter. Hier kann man sich relativ gut verteilen.“

Dr. Uwe Busch spricht sich für reduzierten Eintrittspreis aus

Das Team hat derzeit alle Hände voll zu tun. Auch, wenn keine Besucher kommen. „Wir sind dabei, viele Dinge auf den Weg zu bringen“, sagt Wallbrecht. Man arbeite beispielsweise an den Infoterminals, an der Bühne, in der neuen Ausstellungsecke Mannesmann. „Wir nutzen die Zeit für Dinge, die man sonst nie nebenbei machen konnte.“

Dr. Uwe Busch, Direktor des Röntgen-Museums, arbeitet bereits an den nächsten Publikationen (Archivfoto).

Genauso sieht es neun Kilometer weiter aus. Im Deutschen Röntgen-Museum in Lennep läuft der Betrieb weiter, nur hinter verschlossener Tür. Und das auf Hochtouren. „Wir stellen zum Beispiel gerade ein digitales Archiv zusammen und überlegen, wie wir unser Lager in Dahlerau weiter ausbauen können“, sagt Direktor Dr. Uwe Busch. Zudem seien die Website und das Schülerlabor überarbeitet worden. Und vieles mehr.

Das Röntgen-Museum könnte binnen zwei Tagen wieder öffnen und die Hygienevorschriften gut erfüllen. Auch hier soll es ein Spuckschild am Empfang geben. Zwei Mitarbeiter könnten am Empfang Audioguides auf Abstand ausgeben und wieder einsammeln. Eine Einbahnstraße durchs Museum sei kein Problem – die Wegeführung sei ohnehin schon so. Man könne im Konferenzraum zudem den geforderten zweiten Ausgang schaffen. „Wir sind da sehr flexibel.“ Man müsste nur sicherstellen, dass sich in den Ausstellungsräumen nicht mehr als zwei Leute aufhielten. „Notfalls muss man halt warten oder einen Raum überspringen. Das kriegen wir schon hin“, ist Busch optimistisch. Man rechne ohnehin nicht mit einem Massenandrang nach dem Shutdown. Dennoch: Der Direktor spricht sich für einen reduzierten Eintrittspreis aus. „Wir wollen die Leute ja wieder in die Museen locken.“

Remscheid: 2020 ist das Röntgen-Jahr

Nachdem die Röntgen-Plakettenverleihung Ende März Corona zum Opfer fiel, plant das Röntgen-Museum die Verleihung im November. Bis dahin soll auch die Online-Datenbank mit alten Dokumenten aus Röntgens Nachlass fertiggestellt sein. Zudem seien mehrere Publikationen in der Pipeline, sagt Direktor Dr. Uwe Busch. Man plane auch ein Röntgen-Theaterstück.

Wilhelm Conrad Röntgen erwacht im Smartphone zu neuem Leben: Die Firmen EXCIT3D und Klostermann schufen eine 3-D-Version des Physikers, der Museumsleiter half bei der Recherche für die App.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Ab Freitag gilt Inzidenzstufe 1 - Inzidenz nicht weiter gestiegen
Corona: Ab Freitag gilt Inzidenzstufe 1 - Inzidenz nicht weiter gestiegen
Corona: Ab Freitag gilt Inzidenzstufe 1 - Inzidenz nicht weiter gestiegen
Inzidenzstufe 1: Diese Corona-Regeln gelten in Remscheid ab Freitag
Inzidenzstufe 1: Diese Corona-Regeln gelten in Remscheid ab Freitag
Inzidenzstufe 1: Diese Corona-Regeln gelten in Remscheid ab Freitag
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Feuerwehr rüstet nach Hochwasser auf - Neues Fahrzeug vom Land
Feuerwehr rüstet nach Hochwasser auf - Neues Fahrzeug vom Land
Feuerwehr rüstet nach Hochwasser auf - Neues Fahrzeug vom Land

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare