Aktion

Muslime und Christen zeigen: „Wir halten zusammen“

Ibrahim Aksoy und Hartmuth Müller zogen gemeinsam los und brachten den Remscheidern Brot als Zeichen des Zusammenhalts. Martina Kottsieper und Wilhelmine Erhardt freuten sich über die Geste. Foto: Doro Siewert
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Ibrahim Aksoy und Hartmuth Müller zogen gemeinsam los und brachten den Remscheidern Brot als Zeichen des Zusammenhalts. Martina Kottsieper und Wilhelmine Erhardt freuten sich über die Geste.

Brötchentüten mit einer klarer Botschaft rufen zum Miteinander auf: Remscheider erfreut die schöne Geste in einer schwierigen Zeit.

Von Peter Klohs

Remscheid. Darf’s ein bisschen Stärkung sein? Durfte es. Die Brötchen, die Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), Pastor André Carouge und viele weitere Vertreter der Religionsgemeinschaften am Samstag in allen Stadtteilen an die Remscheider verteilten, wurden jedenfalls dankbar angenommen.

„Wir halten zusammen.“ Das war die Botschaft, die damit transportiert wurde. Dazu hatten sich alle demokratischer Parteien und die drei abrahamitischen Religionen der Stadt zusammengetan. So verteilten Christen, Muslime, Juden und auch Nichtgläubige gemeinsam Brötchentüten, auf denen sie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufriefen.

„Die Einschränkungen der letzten Monate haben uns allen viel zugemutet und abverlangt“, stand auf den Tüten zu lesen: „Sie haben nicht nur zu persönlichen Sorgen und Einschnitten geführt, sondern hier und da auch zu Zerrissenheit zwischen unterschiedlichen Gruppierungen in unserer Stadt. Mit diesem Brot setzen wir in Zeichen des versöhnten Miteinanders. Denn gerade in dieser Zeit ist der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Solidarität untereinander von größter Bedeutung.“

Dazu wurde Hand in Hand zusammengearbeitet. Trotz der unangenehmen Kälte blieb die gute Laune; es wurde viel gelacht.

Antje Menn, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises, und der katholische Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster waren gemeinsam unterwegs und freuten sich über die vielen positiven Reaktionen „Natürlich gibt es auch die, die sagen: Sorgt lieber dafür, dass die Masken wegkommen, aber das sind verschwindend wenige. Die Menschen freuen sich, dass wir an sie denken und etwas für sie tun“, berichtete Antje Menn.

„Endlich ziehen die Politiker mal an einem Strang.“
Anne Zumwinkel

Die Nachrichtenübermittlung zwischen den drei Standorten der Aktion funktionierte tadellos. Um zehn Uhr meldete Lüttringhausen leere Brotkörbe, zwanzig Minuten später war es in Lennep soweit. Und auch auf dem Theodor-Heuss-Platz gingen die Brötchen bald zur Neige.

Gerade noch rechtzeitig erschien Ralf Wieber, schnappte sich Brigitte Neff-Wetzel samt Brötchenkorb und beide machten sich auf den Weg Richtung Allee-Center. „Sehen Sie, das meine ich, wenn ich sage: Es funktioniert“, erklärte der Oberbürgermeister. „Ist das nicht klasse? Die CDU und die Linke gehen zusammen Brötchen verteilen.“ Kaum ausgesprochen findet sich das nächste Pärchen: Antje Menn, die sich zwischenzeitlich warmhüpfen musste, zog mit Tevik Beylan, Vorsitzender der muslimischen Atib-Gemeinde, und einem noch gut gefüllten Brötchenkorb los. Mast-Weisz freute sich: „Mit diesem Stadtrat kann man arbeiten. Und auch bei den Kirchengemeinden ist der Zusammenhalt toll.“

Lob gibt es auch von den Beschenkten. Viele Marktbesucher berichten, dass sie von der Aktion im RGA gelesen haben. Anne Zumwinkel, Kundin beim Keksladen, war hingegen deutlich überrascht, als ihr die Brötchentüte in die Hand gedrückt wurde. Rasch überflog sie den Text auf dem Tütenaufkleber. „Ja, so ist das richtig“, sagt sie dann, „eine schöne Aktion. Und endlich ziehen die Politiker mal an einem Strang.“

Auch Hans-Joachim Vitz, der in Bergisch-Born auf der Stadtgrenze lebt – „eigentlich drei Meter in Wermelskirchen“– hat aus der Zeitung von der Aktion der Parteien und Kirchen erfahren. „Ein schönes Zeichen“, findet er. „Das Zusammenwirken von Politik und Religionen ist auch nicht überall so selbstverständlich wie hier.“

Brot als Symbol

1500 Brötchen brachten die Politiker und Religionsvertreter den Bürgern.

Das Brot verbindet alle drei Weltregionen miteinander. Sowohl im Christentum als auch im Judentum und im Islam steht es als Symbol für das Leben.

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