Kabarett

Dr. Pop im Rotationstheater Lennep

Markus Henrik ist Dr. Pop: Er weiß, warum für einen Hit zehn Leute am Laptop sitzen und nicht mehr nur einer an der Gitarre. Foto: Doro Siewert
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Markus Henrik ist Dr. Pop: Er weiß, warum für einen Hit zehn Leute am Laptop sitzen und nicht mehr nur einer an der Gitarre.

„Hitverdächtig“: Musikwissenschaft zum Mitlachen von Markus Henrik - mit Beispielen von Wendler, Pietro Lombardi bis hin zu Britney Spears.

Von Sabine Naber

Remscheid. Volles Haus und beste Laune am Samstagabend im Lenneper Rotationstheater: Erstmals war Dr. Pop alias Markus Henrik, Musikwissenschaftler und Kabarettist, mit seinem Programm „Hitverdächtig“ zu Gast. Und er legte gleich locker mit ein paar Klatschübungen los. Ihm ging es aber nicht nur um Schlager, sondern auch um die Geschichte der Popmusik. Und damit kam er beim Publikum großartig an.

„Musik ist die einzige Droge, die keine Nebenwirkung hat“, davon ist Dr. Pop überzeugt. Und bindet sein Publikum gleich in seine Show ein. Will beispielsweise wissen, welche Musik seine Gäste mögen. „Imagine Dragons“, hieß es spontan bei Biggi, „Grönemeyer – vor allem sein Song Bochum“, bei Mike.

Am Klavier spielt der Musiker einen in der Popmusik gängigen Akkord und lädt sein Publikum zum Mitsingen ein. Und präsentiert dann noch schnell seinen Annalena-Macarena-Song, der ihm gleich nach der Bundestagswahl eingefallen sei.

Dann verrät er das Hit-Geheimnis des Pietro Lombardi. Der singe viermal hintereinander, dass die Frau phänomenal ist. „Was hat er mit der Frau ganz genau vor, wenn er singt: ‚Es gibt keine Zeugen, nur der Mond schaut zu‘. Ich würde mal sagen: Hashtag MeToo.“

Auch Michael Wendler bekommt sein Fett weg: „Wenn die Feuermelder brennen“, spielt Dr. Pop kurz ein und kommentiert: „Wann brennt eigentlich ein Feuermelder? Und dann der Supertipp, wenn’s brennt: ‚Unsere Rettung ist der Küchentisch‘ – Spitzenidee. Hoffentlich hören keine Kinder zu.“

Dann erzählte er, dass „White Christmas“ von Bing Crosby die meistverkaufte Single der Welt und „You Suffer“ mit 1,3 Sekunden das kürzeste ist. „Das längste Lied ist das als Kulturprojekt angelegte Orgelstück von John Cage. Da kommt alle viereinhalb Jahre ein neuer Ton hinzu.“ Wie sich Thomas Anders und Florian Silbereisen an Frauen heranmachen, spielt er auch kurz ein. Und kommentierte die Liedzeile „Weißt du noch, wie’s war ohne mich“ mit nur einem Wort: „Schön.“

Und warum inzwischen an einem Hit zehn Leute am Laptop sitzen und nicht mehr nur einer an der Gitarre – auch das kann der Experte mit Hilfe von Britney Spears’ Song „Alien“ und einer Aufnahme, die laut Dr. Pop aus dem Musikstudio von einem Tontechniker rausgeschmuggelt wurde, überzeugend erklären. Er spielte den Song einmal vor und einmal nach der Korrektur im Musikstudio. „Autotune nennt man es. Und das ist hilfreich, wenn schief gesungen wird, Sängerinnen und Sänger nicht so eine gute Stimme haben.“

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