Bandszene Remscheid

Löf: „Paul war´s“ spielt zum ersten Mal das neue Album

Zeitweise holten sich Paul war‘s, Dennis Lichtenthäler (l.) und Martin Kohl, Verstärkung von Lena. Foto: Doro Siewert
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Zeitweise holten sich Paul war‘s, Dennis Lichtenthäler (l.) und Martin Kohl, Verstärkung von Lena.

Album-Release-Party im Löf und eine musikalische Reise durch die Filme der 80er.

Von Peter Klohs

Remscheid. Paul war‘s ist gewiss die Remscheider Band mit dem ungewöhnlichsten Namen. Als die Gruppe vor Jahren noch mit einem Bassisten und einem Schlagzeuger spielte, war der Schuldige an der Auflösung schnell ausgemacht: Paul war‘s, der Ex-Drummer. Das darf man gerne mit einem gewissen Anteil an Humor besehen.

Dennis Lichtenthäler und Martin Kohl beschlossen, als Duo weiterhin Musik zu machen und ihre Songs zu veröffentlichen. Ihr aktuelles Album „Das letzte seiner Art“ wurde am Samstagabend im Löf bei einer Release-Party vorgestellt.
Der RGA hat die Kassette schon vorgestellt.

Paul war‘s spielen alternativen Pop, oder, wie es Max Süss einmal treffend gesagt hat: Das ist die intelligente Fortsetzung der Neuen Deutschen Welle. Mehr als 50 Besucher drängten sich im Löf, um das neue Werk der Band zum ersten Mal live zu hören. Gegen Ende des Sets mögen es 80 gewesen sein.

Neues Album: „Das letzte seiner Art“ - eine Stunde Pop und Rock aus Remscheid

Nachdem „Paul war´s“ mit der schönen Textzeile „Niemand ist für immer Schuld“ und dem abschließendem „Nicht“ für Klarheit gesorgt hatte, spielte die im Kern als Duo agierende Band ihr neues Album komplett: Gut eine Stunde Pop- und Rockmusik auf hohem Niveau. Zunächst überraschten Paul war‘s in „Liebe 78“ mit leichten Jazzanleihen. Das Stück swingt, der mit einem Reggae-Rhythmus unterlegte Beat lässt die Füße wippen, Streicher füllen den Hintergrund. Die elektronischen Drums, von Lichtenthälers Keyboard erzeugt, klangen sehr echt. Martin Kohls Gitarre setzte markige Akzente.

Wie alle Tracks des Albums, das in haptischer Form ausschließlich als Kassette erhältlich ist, bezieht sich auch „Liebe 78“ auf einen Film der 80er Jahre. Und so geht es musikalisch und textlich kurzweilig durch die Filmgeschichte dieses Jahrzehnts. Da erklingt „Mit der Kreidler durch die Stadt“ (Mad Max) und „Keine Angst“ (Shining) ein Stück, das vom Gegensatz des düsteren Textes und der entspannten Musik lebt. Im Song „Drachenbahn“ wird ein Lied der Band Kraftwerk angedeutet, mutig, wenn man bedenkt, was der Rapper Moses Pelham erleiden musste, nur weil er zwei Sekunden eines Kraftwerk-Songs gesampelt hatte.

Zuweilen verstärkt sich das Duo mit Lena, die den Liedern mit ihrer wandelbaren Stimme eine weibliche Attitüde verleiht. Und nach einer Ballade (mit dem Film Top Gun im Gedächtnis) kommt dann schnell wieder der Gute-Laune-Pop hervor, hier mit Disco-Rhythmen unterlegt, dort mit dem Techno ähnlichen Synthie-Beats. Die musikalische Achterbahnfahrt endet mit „Das Pony ist tot“ (Stirb langsam) schwungvoll. Die Fans hatten aber noch nicht genug – und bekamen ihre Zugabe.

Nach dem Konzert kam die Zeit für Uwe Rapp, der in einer Zack Zack Party die seligen Musikzeiten der 70er und 80er Jahre aufleben ließ und die Stimmung im Löf hochhielt.

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