Meine erste Platte

Musik von Händel und Bach hilft ihm beim Relaxen

Sven Wiertz hat erst vor kurzem die LP „The Köln Concert“ des Jazz-Pianisten Keith Jarrett neu erworben. Diese Platte habe ihn sehr geprägt, sagt der Stadtdirektor, dessen Interesse für Jazz sich erst spät entwickelt hat. Foto: Michael Schütz
+
Sven Wiertz hat erst vor kurzem die LP „The Köln Concert“ des Jazz-Pianisten Keith Jarrett neu erworben. Diese Platte habe ihn sehr geprägt, sagt der Stadtdirektor, dessen Interesse für Jazz sich erst spät entwickelt hat.

Sven Wiertz hat einen breitgefächerten Musikgeschmack – Das Spektrum reicht von Barockmusik bis Elektro-Pop und Volksmusik

Von Peter Klohs

Remscheid. Die Idee stammt von Sven Wolf. „Sprechen Sie mal mit Sven Wiertz“, sagte er bei unserem musikalischen Gespräch vor einigen Wochen. „Ein großer Händel-Freund. Der hat gewiss viel zu erzählen.“ Schnell stellt sich im Gespräch mit dem Stadtdirektor und Kämmerer Sven Wiertz heraus, dass seine musikalische Welt weitaus umfangreicher und die Barockmusik nur ein Aspekt derselben ist. So hat er als „richtige erste Platte“ die Pet Shop Boys ausgemacht, „Actually“ aus dem Jahr 1987.

Liegen aber Welten zwischen Händel und Elektro-Pop, oder? „Ja, gewiss“, antwortet Wiertz. „Aber dieser Elektro-Pop hat mir schon immer gut gefallen. Außerdem mag ich die Stimme von Neil Tennant ganz besonders. Ich erinnere mich auch noch daran, wo ich diese LP gekauft habe: Bei Karstadt in Lennep.“

Sein Bruder hörte Beatles und Stones, die Eltern Liedermacher

Die zweite Langspielplatte, die er aus einem Stapel Vinyl hervorgeholt hat, ist das berühmte Köln-Konzert des amerikanischen Jazzpianisten Keith Jarrett. „Mein Interesse am Jazz hat sich erst später entwickelt“, verrät der SPD-Politiker. „Aber diese Musik sagt mir sehr viel. Sie ist sehr beruhigend, ich finde mich in diesen Tönen wieder. Diese Platte hat mich schon sehr geprägt.“ Er hat sie erst vor kurzer Zeit neu erworben. „Außerdem fand das Köln-Konzert fünf Tage vor meiner Geburt in der dortigen Oper statt. Das verbindet.“

Sven Wiertz ist 1975 in Remscheid geboren und wuchs am Hasenberg auf. Er kam, wie er sagt „relativ spät zur Musik.“ Bevor er seine Liebe zu komponierten Tönen wahrnahm, hörte er zumeist Hörspiele. Sein Bruder war Beatles- und Stones-Fan („Beide Bands sind wunderbar. Die Beatles sind in der Musikgeschichte noch etwas präsenter.“), die Eltern hörten die Liedermacher Hannes Wader, Degenhardt. Aber auch die Beatles, Abba, BAP, Karat. Die Liste endet beim legendären Album „Time Out“ von Dave Brubeck mit dem berühmten „Take Five“.

Kein Wunder also, dass der Musikgeschmack des Stadtdirektors weitgefächert ist. „Das ist er“, bestätigt Wiertz. Ich liebe die Monumentalwerke von Händel, Saul zum Beispiel, aber auch andere Oratorien. Ich mag Jazz, einiges an Pop- und Rockmusik aus der ehemaligen DDR, die Stones.“ Das erinnert ihn an sein erstes Livekonzert. „Die Stones im Gelsenkirchener Parkstadion“, kommt es sofort. „Wir hatten als Studenten ein paar verbilligte Karten bekommen. Es war natürlich großartig. Aber auch BAP habe ich gesehen, im Müngersdorfer Stadion. Und auch Jethro Tull und Rosenstolz, letztere sogar mehrere Male.“

Nicht unbedingt auf seiner Wellenlänge liegen die sehr harten Rock-Genres, Black- und Death Metal. Auch der „modernen Klassik“ kann er nicht so viel abgewinnen. „Hindemith zuzuhören ist schon anstrengend“, bekennt Wiertz. „Aber wenn man einen Weg findet, sich dem zu nähern, warum nicht?“

Während der Arbeit hört er oft und bewusst Musik. Nach seiner Ansicht fördert dies die Konzentration. „Das hilft auch, bevor ich Reden halte“, sagt er. Zum Abschalten hört er zuweilen Händel. Bach tut es aber auch. „Oder Volksmusik“, gibt Sven Wiertz zu. „Gerne hätte ich mal Joan Baez live gesehen und gehört“, gibt er zu. „Es hat sich leider nicht ergeben. Und ich ärgere mich mitunter heute noch, dass ich ein Konzert der amerikanischen Band R.E.M. vor dem Kölner Dom nicht besuchen konnte. Das war Anfang der 2000er-Jahre, und ich hatte unaufschiebbare Termine. Schade. Jetzt gibt es die Band leider nicht mehr.“

Wir wühlen noch ein wenig im LP-Stapel und finden eine seltene Elvis-LP. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hintergrund

Auch seinen Geheimtipp gibt Sven Wiertz noch bekannt: „Karussell“, eine Rockband aus Leipzig. Im Film „Das Leben der anderen“ hörte Wiertz Musik, die ihn ebenso faszinierte. „Bayon“ heißt die Gruppe, die einen Mix aus Folk, Rock und Jazz spielt. Beide Gruppen gibt es noch.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Drei Einbrüche in Remscheid
Drei Einbrüche in Remscheid
Drei Einbrüche in Remscheid
Mit positivem Test auch ohne Anordnung in Quarantäne
Mit positivem Test auch ohne Anordnung in Quarantäne
Mit positivem Test auch ohne Anordnung in Quarantäne
Schwere räuberische Erpressung: Verdächtiger in Untersuchungshaft
Schwere räuberische Erpressung: Verdächtiger in Untersuchungshaft
Schwere räuberische Erpressung: Verdächtiger in Untersuchungshaft
Corona: Inzidenz steigt auf 669,9 - Ein neuer Todesfall
Corona: Inzidenz steigt auf 669,9 - Ein neuer Todesfall
Corona: Inzidenz steigt auf 669,9 - Ein neuer Todesfall

Kommentare