Kultur

Hape Kerkelings Musical „Kein Pardon“ im Teo Otto Theater

Im Musical „Kein Pardon“ prallen Ruhrpottcharme und die Glitzerwelt des Fernsehens aufeinander. Witzigkeit kennt hier keine Grenzen. Foto: Roland Keusch
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Im Musical „Kein Pardon“ prallen Ruhrpottcharme und die Glitzerwelt des Fernsehens aufeinander. Witzigkeit kennt hier keine Grenzen.

Ensemble überzeugte mit der Bühnenfassung einer Filmkomödie von Hape Kerkeling im Teo Otto Theater

Von Sabine Naber

Remscheid. Eine kleine Bühne mit glitzernder Showtreppe auf der großen Bühne am Freitagabend im Teo Otto Theater: Casting für die 250. Ausgabe der Samstagabendshow „Witzigkeit kennt keine Grenzen – Witzigkeit kennt kein Pardon“ mit Moderator Heinz Wäscher. Der schnauzt seine Tänzerinnentruppe und den lustigen Glückshasen allerdings gehörig an, zeigt sich als überheblicher Angeber mit Starallüren. Da macht ihn auch sein lustiger, holländischer Dialekt keinen Deut sympathischer.

Das Musical „Kein Pardon“ von Thomas Hermanns und Hape Kerkeling basiert auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1993, in dem Kerkeling Regie führte. Es ist eine Fernsehsatire, die aufdeckt, dass es hinter der Bühne längst nicht so glitzernd zugeht, wie sich Opa Schlönzke, seine Tochter und Enkel Peter das vorstellen, wenn sie sich jeden Samstagabend auf ihre Lieblingsshow freuen.

Gleich neben der Bühne spielt sich in herrlich typischer Ruhrpott-Atmosphäre das Leben der Familie Schlönzke ab. Wenn die Eurovisionshymne aus dem Fernseher erklingt, dann werden schnell noch ein paar leckere Schnittchen geschmiert, bevor man es sich auf dem Sofa bequem macht.

Sohn Peter würde alles dafür geben, einmal bei dieser Show mitmachen zu dürfen. Seine Mutter meldet ihn zum Casting an, aber Peter fällt mit seinem „Biene Maja“-Song von Karel Gott durch. Die Tontechnikerin Ulla bringt ihn als Kabelträger unter. Und als sich Heinz Wäscher weigert, zu arbeiten, wenn der lustige Glückshase ihn so anstarrt, da darf Peter in dieses Kostüm schlüpfen.

Aber bei der Aufstellung fürs Opening geht alles schief. Eine Sängerin jubiliert schrecklich schräg, die kleine Bettina wird von ihrer herrischen Mutter auf die Bühne gezerrt, weigert sich aber, den Mund aufzumachen und Peter alias der lustige Glückshase überreicht dem eitlen Showmaster ein Päckchen Gebissreiniger statt mit dem Schwänzchen zu wackeln. Chaos auf der Showbühne.

Heinz Wäscher begrüßt die „Idioten im Saal und den Pöbel zu Hause“, Peter platzt der Kragen und beschimpft ihn. Der Programmdirektor ist begeistert, Peter wird Wäschers Nachfolger. Und begreift letztendlich, wie das Fernsehen den Menschen verändern kann.

Das gesamte Ensemble, angefangen bei den Tänzerinnen, der Sekretärin, die ständig ein „Käffchen“ anbietet, Opa Schlönzke, der Wäscher einen Lackaffen nennt, Peters Mutter, die ihren Sohn so gerne als Fernsehstar sehen will, dem arroganten Moderator, der es immer eilig hat, weil er zur Autogrammstunde muss, bis hin zu Peter, dem man zunächst das Muttersöhnchen und später den Moderator abnimmt – sie alle agieren voller Spielfreude, machen das Stück zu einer gelungenen Musical-Unterhaltung.

Die Kostüme, das Ballett bringen Farbe auf die Bühne, die Songs – allen voran der Titelsong „Witzigkeit kennt keine Grenzen“, der auch auf Polnisch als Polka und von Jacqueline aus Köln in rheinischer Fassung vorgetragen wurde –, aber auch Opa Schlönzkes Philosophie „Das ganze Leben ist ein Quiz“, laden zum Mitsummen ein. Ein witziger und etwas schräger Theaterabend.

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