Museum ist Hirn, Haus ist Herz

Das Fachwerk legten die Zimmerleute zunächst im ganzen Gebäude frei. Elektrokabel werden später eingemauert.
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Das Fachwerk legten die Zimmerleute zunächst im ganzen Gebäude frei. Elektrokabel werden später eingemauert.

Die Wände riechen holzig. An den Mauern Reste einer Tapete. Wenn man das Geburtshaus Wilhelm Conrad Röntgens am Gänsemarkt in der Lenneper Altstadt betritt, kann man nicht leugnen, eine Art Ehrfurcht zu empfinden. "Das Museum ist das Gehirn unserer Arbeit. Das hier ist das Herz", sagt Dr. Stephan Lohwasser.

Der Geschäftsführer der Deutschen Röntgengesellschaft stellte gestern mit Vorstandsmitgliedern der Geburtshaus-Stiftung, Vertretern der Stadt, Architekten und dem zuständigen Restaurator den Stand der Arbeiten am historischen Gebäude vor. "Einen Zeitraum von rund drei Jahren", taxiert Professor Dr. Ulrich Mödder vom Vorstand der Geburtshaus-Stiftung, die die Sanierung trägt, für die Instandsetzung des um 1800 erbauten Hauses. Durchfinanziert sei das Ganze noch nicht. "Wir verlassen uns da auf Förderer", sagt Mödder. Er ist aber sicher, dass "aus dem Röntgen-Haus natürlich keine Bauruine wird".

Fachwerk hat durchFliesen gelitten

Die Bestandsaufnahme liegt hinter den Verantwortlichen. Restaurator Sascha Nitsche aus Köln spricht von einer "normalen Abnutzung" des Gebäudes. Es sei gut zu sanieren.

Das Fachwerk haben die Zimmerleute entfernt. "Gelitten hat das vor allem durch die Fliesen der Metzgerei, die einmal im Haus war", berichtet Nitsche. "Fliesen tun einer solchen Holzkonstruktion nicht gut." Zudem seien Teile des Gebälks leicht durchfeuchtet gewesen: "In zehn oder zwanzig Jahren hätte das sicher Probleme bereitet", schätzt der Fachmann.

Noch dieses Jahr soll laut Architekt Christof Welke der Bauantrag auf Nutzungsänderung für das Röntgen-Geburtshaus gestellt und die Ausschreibungen der Rohbaugewerke getätigt werden.

Eine neue Heizfläche an den Wänden entsteht sowie eine neue Dachabdeckung.

Wenn es denn fertig ist - voraussichtlich im Jahr 2014 oder 2015 - soll das Röntgen-Geburtshaus am Gänsemarkt eine konzeptionelle Ergänzung zum Röntgen-Museum sein: "Wir haben uns über Details wie Öffnungszeiten noch keine Gedanken gemacht", sagte der stellvertretende Museumsleiter Dr. Uwe Busch. "Wir können uns aber zum Beispiel Thementage und Gruppenführungen dort vorstellen."

DAS PROJEKT

STIFTUNG Im März 2012 gründete sich die Wilhelm-Conrad-Röntgen-Geburtshaus-Stiftung - um die Arbeiten am Röntgen-Geburtshaus am Gänsemarkt zu koordinieren und Spenden zu sammeln.

KONZEPTDas Konzept ist für Geburtshäuser berühmter Persönlichkeiten in Deutschland wohl einmalig. Andere Häuser hätten fast immer einen musealen Charakter, erklärte der Stiftungsvorstand. Im Untergeschoss soll es den auch geben. Die erste Etage soll zu einem wissenschaftlichen Treffpunkt zum Austausch für Forscher geben. Im zweiten Obergeschoss können Wissenschaftler vorübergehend wohnen.

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