Müngstener Brücke weiter gesperrt

Laut Aussage der Deutschen Bahn ist das Prüfgutachten seit gestern unterwegs zum Eisenbahnbundesamt. Gibt die Behörde grünes Licht, könnten in wenigen Wochen wieder Züge über die Müngstener Brücke rollen.©
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Laut Aussage der Deutschen Bahn ist das Prüfgutachten seit gestern unterwegs zum Eisenbahnbundesamt. Gibt die Behörde grünes Licht, könnten in wenigen Wochen wieder Züge über die Müngstener Brücke rollen.<br><i>©

Wirrwarr um die Müngstener Brücke: Das Bauwerk bleibe "bis auf Weiteres" gesperrt. Das teilte die Deutsche Bahn am gestrigen Vormittag schriftlich mit. Alles nur ein Missverständnis, hieß es danach auf Nachfrage des RGA.

Die Prüfung der Brücke sei abgeschlossen, das Gutachten über die Standsicherheit unterwegs zum Eisenbahnbundesamt. In wenigen Wochen werde der "Müngstener" wieder über die Brücke fahren, so die Prognose.

Allerdings: Nach RGA-Informationen hat das Papier die Kontrollbehörde bis zum gestrigen Abend noch nicht erreicht. Dabei hatten Remscheids Politiker es längst dort erwartet. Verärgert über das Durcheinander zeigte sich Oberbürgermeisterin Beate Wilding: "Wir erwarten endlich eine klare Aussage, wann die Brücke wieder freigegeben wird."

Harte Worte kamen auch von Jutta Velte, Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen: "Das ist unverschämt. Die Bahn scheint mit der Brückensanierung vollkommen überfordert zu sein. Kein Wunder nach 50 Jahren des Nichtstuns."

Weiter fort setzte sich die Empörung über die "chaotische Informationspolitik" (Baudezernent Dr. Christian Henkelmann) am gestrigen Abend im Bauausschuss. "Man muss sich wirklich fragen, was das für ein Unternehmen ist", erklärte dort SPD-Mann York Edelhoff.

Gewiss wäre das Urteil freundlicher ausgefallen, wenn die Deutsche Bahn die Stadt und ihre Kunden in der Vergangenheit besser informiert hätte. Zur Erinnerung: In einer Nacht- und Nebelaktion hatte das Unternehmen die Müngstener Brücke im Herbst 2010 gesperrt. Dann verzögerte das Winterwetter die Bauarbeiten. Folge: Die angekündigte Rückkehr des "Müngsteners" verzögerte sich von einem Monat zum anderen. In der Remscheider Politik glaubt deshalb so ziemlich keiner mehr den Zusagen des einstigen Staatsbetriebes.

Jürgen Hardt (CDU), der für Remscheid zuständige Abgeordnete im Berliner Bundestag, mag die Hoffnung nicht aufgeben. "Nach meiner Information soll es im Juni endgültig weitergehen", berichtet er. Und auch der ebenfalls alarmierte Sven Wolf (SPD), Remscheids Abgeordneter im Landtag, hatte eilig nachgehakt und konnte danach mit konkreten Informationen dienen: "Die Prüfer der Bahn kommen zu dem Ergebnis, dass die Tragfähigkeit der Brücke für den Personenverkehr mit 70 Stundenkilometern ausreicht. Jetzt gilt es, die Daumen zu drücken, damit wir grünes Licht bekommen."

Darauf hofften gestern auch zwei Vertreter der Firma Abellio als Gäste im städtischen Bauausschuss. Wie berichtet, will das Unternehmen den "Müngstener" ab Dezember 2013 über die Brücke fahren lassen. Wenn sie denn bis dahin wieder frei gegeben ist.

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