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Moschee: Ditib setzt auf Spenden der Mitglieder

Treffen mit Bezirksbürgermeister: Metin Göcer (r.) sprach mit Otto Mähler über Baufortschritte und eine zweite Chance auf Förderung. Foto: Roland Keusch
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Treffen mit Bezirksbürgermeister: Metin Göcer (r.) sprach mit Otto Mähler über Baufortschritte und eine zweite Chance auf Förderung.
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Vereinsvorsitzender Metin Göcer hofft auf zweite Chance bei den Fördermitteln für die Außenanlagen.

Von Andreas Weber

Der Ramadan beginnt dieses Jahr am 6. Mai. Im islamischen Fastenmonat soll mit einer Ausnahmegenehmigung der Stadt in der neuen, nicht ganz fertiggestellten Moschee der Ditib-Gemeinde Leben einkehren. Wie im vergangenen Jahr. „Da haben wir abends täglich 100 bis 150 Personen zu Gast gehabt und bewirtet“, denkt der hiesige Ditib-Vorsitzende Metin Göcer zurück. Es wird ein Vorgeschmack auf den täglichen Betrieb sein. Denn die Moschee in Stachelhausen soll Anfang Oktober offiziell öffnen – knapp sechs Jahre nach der Fundamentierung des Gotteshauses und einem langen Baustillstand zwischendurch.

Die Botschaft nahm Bezirksbürgermeister Otto Mähler am Freitagmorgen von seinem Vor-Ort-Termin mit Metin Göcer mit. Der Ortsvorsteher in Alt-Remscheid hatte um die Unterredung gebeten. Beunruhigend war die Nachricht gewesen, in der publik geworden war, dass die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) Förderzuschüsse für die Außenanlagen hatte verfallen lassen.

334 650 Euro hätten ursprünglich von Bund und Land für die Gestaltung des Innenhofs und des Vorplatzes abgerufen werden können. Die Zuschüsse gingen nicht raus, weil die Muslime die erforderlichen Eigenmittel von 20 Prozent nicht aufbrachten. „Die etwas über 80 000 Euro haben wir nicht zusammenbekommen“, erläuterte Metin Göcer im Gespräch mit Mähler. Nachdem die Ditib nach Absprache mit dem geldgebenden Kreditinstitut, der Stadtsparkasse, versichert hatte, dass sie das Sechs-Millionen-Projekt im Herbst endlich abschließen wolle, lässt die Stadtverwaltung ihre Kontakte nach Düsseldorf noch einmal spielen. „Von Baudezernent Peter Heinze weiß ich, dass es nicht einfach wird, eine erneute Zusage über Förderung zu erhalten, wenn Mittel bereits einmal verfallen sind“, äußerte Mähler Skepsis, dass es nach der ersten Pleite klappt.

DIE MOSCHEE

NEUBAU Seit 2011 ist die Moschee in Planung, genehmigt wurde sie 2012. Auf knapp 1700 qm entstehen unter anderen ein Gebetsraum für Männer (473 qm) und einer für Frauen (205 qm). Die Ditib-Gläubigen nutzen momentan Räume in der Weststraße 27 für Arbeit, Feste und Versammlungen.

Wenn doch, soll mit einem 120 000-Euro-Zuschuss zunächst nur der Vorplatz an der Ecke West-/Stachelhauser Straße hergerichtet werden, der mit seinen Absperrgittern seit Jahren Sinnbild der gesamten Baustelle ist. Es sollen vor Eingang und Garage Pflastersteine gelegt, Bäume gepflanzt und Sitzgelegenheiten aufgestellt werden. „Ich bin optimistisch, dass wir jetzt die 20 000 Euro für diesen Teil der Außenanlage aufbringen würden“, versicherte Metin Göcer dem Bezirksbürgermeister.

Wenn der Vorplatz optisch schick werde, würde das die weitere Spendenbereitschaft auch für den Innenhof beflügeln, ist der Ditib-Vorsitzende sicher. „Unsere Mitglieder wollen sehen, dass etwas passiert. Zwei Jahre ist nichts gemacht worden, da ist viel Vertrauen verloren gegangen.“

Auf einer Informationsveranstaltung im Dezember legte der Vorstand um Göcer und dessen Stellvertreter Gülten Önal und Yunus Aydin Rechenschaft ab über Einnahmen und Ausgaben, Kostenentwicklung und Zeitschiene. Die 500 Mitglieder starke Gemeinde sei auch bereit, sich für die Öffentlichkeit zu öffnen, versprach Metin Göcer. „Den Zutritt wollen und werden wir niemand verwehren.“

Otto Mähler will BV-Sitzung in der neuen Moschee abhalten

Demnächst sollen die Unterlagen für die Bauvorabnahme bei der Stadt eingereicht werden. Innen wird derweil Schritt für Schritt weiter ausgebaut. Aus der Türkei sind Container bestellt und zum Teil auch per Schiff unterwegs mit Fliesen für die Böden, Teppichen für die Gebetsräume und mit Schuhschränken.

Wenn, wie mit OB Burkhard Mast-Weisz angedacht, zum Tag der offenen Moschee am 3. Oktober tatsächlich die offizielle Eröffnung erfolge, will der Vorsitzende der Bezirksvertretung Alt-Remscheid gerne noch in diesem Jahr zu einer BV-Sitzung in den Versammlungsraum der Moschee einladen, kündigte Otto Mähler an.

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