Monika Düker zu Gast im Asylbewerberheim

Kamran A. (Name von der Redaktion geändert) hat nur noch wenig Zeit: Bis Ende 2009 muss der geduldete Asylbewerber seinen Lebensunterhalt selbst verdienen - sonst droht ihm die Abschiebung in sein Herkunftsland Iran.

So ist es im Ende 2006 festgelegten Bleiberecht im Zuwanderungsgesetz verankert. Fast hätte der gelernte Installateur, der seit mehreren Jahren im Asylbewerberheim an der Wülfingstraße lebt, dieses Jahr auch Arbeit gefunden. Er nahm teil bei "Pro Qua", dem Förderprogramm für Asylbewerber der Caritasverbände Remscheid und Solingen. Doch Kamran A. scheiterte an seinen mangelnden Deutschkenntnissen.

Remscheid "Wie ihm geht es vielen Flüchtlingen", berichtet Monika Düker. Die innen- und rechtspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag besuchte am Dienstag das Flüchtlingsheim an der Wülfingstraße. Es war ein Gegenbesuch. Mit der Remscheider Gruppe "Pro Qua" hatte der Caritasverband vor einigen Monaten den Landtag besucht. "Die Asylbewerber haben mir damals ihre Situation und Probleme geschildert", so Düker. Das Hauptproblem sei das geltende Ausländerrecht.

Im Status der Duldung haben die Ausländer kein Recht auf Integrationskurse, geschweige denn auf einen Arbeitsplatz. Düker: "Beides können sie nur durch Qualifizierungsmaßnahmen wie beispielsweise ®Pro Qua¯ erreichen."Das vom Europäischen Flüchtlingsfond (EFF) beim Bundesamt für Migration geförderte Projekt läuft in Remscheid Anfang 2009 aus. "Nun heißt es für die Kommune, schnell handeln, um daran anzuknüpfen und die Flüchtlinge rasch in Lohn und Arbeit zu bringen", unterstreicht Monika Düker.

Gute Beratung sei das A und O für die Ausländer: "Gerade beim Bleiberecht gibt es für die Ausländerbehörde einen großen Auslegungsspielraum, was die Voraussetzungen betrifft", beschreibt Monika Düker. Im Zweifel werde gleichwohl für den Flüchtling entschieden. Gefragt in Sachen Ausländer-Beratung seien nicht nur die Ausländerbehörden, sondern ebenso die Argen. Düker: "Mit Qualifizierungs- und Integrationskursen sollten sie die Migranten optimal auf das Berufsleben vorbereiten."

Arbeiten, das würden die meisten der 60 Flüchtlinge in dem vom Verein "Betreuen, Annehmen, Fördern" (BAF) betreuten Heim in Lennep gern: "Man bekommt mit, dass sie hoch motiviert sind", betont Monika Düker. Jutta Velte von den Remscheider Grünen drückt es so aus: "Flüchtlinge könnten echte Leistungsträger sein - wenn sie nur arbeiten dürften."

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