Nahversorgung

Mobiler Frischemarkt kommt gut an

Ursula Laber gehörte gestern zu den ersten Kunden von Michael Schön, der mit seinem Verkaufswagen immer donnerstags den Hasenberg ansteuert. Foto: Michael Schütz
+
Ursula Laber gehörte zu den ersten Kunden von Michael Schön, der mit seinem Verkaufswagen immer donnerstags den Hasenberg ansteuert.

Hasenberg-Anwohner freuen sich, dass sie in ihrem Viertel wieder einkaufen können.

Von Elisabeth Erbe

Der Remscheider Stadtteil Hasenberg hat seit Jahren keinen Nahversorger mehr. Zahlreiche Bemühungen der Interessengemeinschaft Hasenberg führten nicht zum Ziel. Jahrelang wurde das DORV-Konzept, also die ortsnahe Versorgung, verfolgt, doch es fand sich kein Investor. Das Ladenlokal der Gewag hat 377 Quadratmeter und steht seit Jahren leer.

Alexander Schmidt (CDU) kümmert sich um den Hasenberger Stadtteil und fragte die Anwohner nach ihren Wünschen. Die Nahversorgung stand an erster Stelle. Kurzerhand organisierte er einen mobilen Lebensmittelhändler, der gestern zum ersten Mal zum Hasenberg kam.

Verkaufswagen-Inhaber Michael Schön fährt donnerstags nach Lüttringhausen. Vorher wird er zukünftig einen Abstecher zum Hasenberg machen. Der mobile Frischemarkt parkt direkt neben dem Lotto-Laden. Damit es bei den Angeboten keine Kollision gibt, haben sich Lotto-Betreiber Stefan Carsen und M&B Landfrisch abgesprochen. Der Lebensmittelhändler verkauft Brot und Kuchen, im Lotto-Laden gibt es frische Brötchen.

„Fürs erste Mal bin ich zufrieden, das muss sich jetzt einspielen“, sagte Michael Schön. In seinem Sortiment befinden sich Kartoffeln, Blumenkohl, Lauch, Gurken, Radieschen, Erdbeeren, Zwetschgen, Birnen und Äpfel. In seiner Kühlung sind frische Wurst, Eier vom Bauern und selbst gemachter Heidelbeerwein. Alles regionale Produkte, ebenfalls frische gekochte Tomatensuppe, Hähnchenbrust in Currysauce, Rindfleischsuppe und Geflügelgulasch im Glas.

Die erste Kundin ist vom Angebot positiv beeindruckt. „Ich möchte das hier unterstützen, und dass der Hasenberg auflebt. Also ich würde hier zuerst einkaufen und dann den Rest woanders“, sagte Ursula Laber. Sie wohnt seit 1980 am Hasenberg, ihre Kinder besuchten die Kita, die Schule, machten die Kommunion dort. „Wenn man sich selbst bemüht, ist der Hasenberg eine große Familie“, fügte sie hinzu.

Ein Treffpunkt und die Nahversorgung sind wichtig

Für die Senioren im Stadtteil kommt der mobile Frischemarkt wie gerufen. „Ich bin schlecht zu Fuß. Dieses Angebot nehme ich sehr gerne an. Ich brauch nicht viel, und nächste Woche komme ich wieder“, freute sich Maria Scheider, „wenn er 2 Mal käme, wäre es noch besser“.

Mit Maske und Sicherheitsabstand entstanden zahlreiche Gespräche zwischen den Bürgern. „Genau das wollen wir hier. Ein Treffpunkt und die Nahversorgung sind wichtig, ansonsten ist der Stadtteil sehr lebendig“, freute sich Ralf Genniges, erster Vorsitzender der IG Hasenberg. Nada Dittrich, Beisitzerin im Vereinsvorstand, begrüßt das neue Angebot. „Das spricht vor allem die ältere Bevölkerung an, die kommen dann auch raus“, sagte sie.

Viele Nachbarn hörten von dem Frischewagen oder fanden Flyer in ihrem Briefkasten. Alexander Schmidt, der ehemalige Inhaber von Kfz Schmidt, verteilte stundenlang Infozettel am Hasenberg, um die Anwohner darauf aufmerksam zu machen. „Mir liegt der Stadtteil am Herzen. Ich spreche mit den Bürgern und erfahre, was ihnen fehlt. Neben der Nahversorgung ärgern sich die Anwohner über Raserei und zu wenig Parkplätze“, sagte der CDU-Politiker.

Steffi Carsen wünscht sich wieder eine Pommes-Bude, andere eine neue Außengastronomie vor dem Lotto-Laden. Im Gespräch mit der IG Hasenberg, den CDU-Politikern und den Bürgern entstand die Idee einer Zusammenarbeit zwischen Foodsharing, der Gewag und der Wundertüte (Second- Hand-Laden der IG Hasenberg). „Sehr gut, wir wollen, dass die Leerstände ein Ende haben“, wünschte sich Ralf Genniges.

Einkauf

Der mobile Frischemarkt von Michael Schön (M&B Landfrisch aus Schwerte) kommt jeden Donnerstag von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr zum Hasenberger Weg 67, neben dem Lotto-Laden. Neben Obst und Gemüse verkauft er auch haltbare Produkte, Back- und Süßwaren. Beim „Hahnenschrei“ öffnet er seine Türen.

Die Hohenhagener konnten sich zuletzt über gute Nachrichten freuen: Der dortige Aldi-Markt soll erweitert werden. Damit ist die Nahversorgung auf dem Hohenhagen auch für die Zukunft sichergestellt – unter anderem ein Verdienst der Bezirksvertretung Süd, die sich für eine Erweiterung am Standort Hohenhagener Straße eingesetzt hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare