Mein Blick auf die Woche in Remscheid

Mit Solidarität Krisen meistern

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    VonFrank Michalczak
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Die Folgen des Ukraine-Krieges treffen auch Remscheid hart. Es wird ein Energieengpass zu erwarten sein, den es so in der Bundesrepublik Deutschland noch nie gegeben hat, befürchtet RGA-Redakteur Frank Michalczak. 

In Remscheid könnten im kommenden Herbst und Winter die Duschen an den Sportstätten kalt bleiben. Nicht nur das: Das Rathaus prüft, nachts Ampeln und Laternen auszuschalten. Und auch an den Schulen droht Ungemach: Mit Ausnahme der Mensen könnte die Warmwasserzufuhr gestoppt werden. Diese Liste hat nicht etwa die Verwaltung zusammengestellt. Sie stammt vom Deutschen Städtetag, der den Kommunen denkbare Maßnahmen aufzeigt, wie sie ihren Beitrag leisten können, dem Energiemangel zu begegnen.

Es wird ein Engpass zu erwarten sein, den es so in der Bundesrepublik Deutschland noch nie gegeben hat. Und der womöglich dazu führt, dass über die akute Krise hinaus ein Umdenken einsetzt. Ist es wirklich nötig, dass flächendeckend Laternen eingeschaltet werden? Müssen tatsächlich die meisten Ampeln nachts im Betrieb bleiben? Ist festliche Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden zwingend erforderlich? Sicherlich nicht vor dem Hintergrund des Energiesparens.

Das Ganze fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der die Stadt Remscheid in die Beleuchtung an der Alleestraße investiert. 55 Laternen, die stimmungsvolle Lichtspiele mit Farbwechseln vornehmen können, sollen in der Fußgängerzone aufgestellt werden. Mit der Ausgabe von 1,5 Millionen Euro soll die Aufenthaltsqualität vor den verwaisten Schaufenstern gehoben werden. Spannend wird sein, wie angesichts des Energiespargebots ihre Betriebszeiten aussehen werden. Was früher sinnvoll erschien, wirkt heute fast wie der pure Luxus.

Die Folgen des Ukraine-Krieges haben längst unseren Alltag umgekrempelt und rücken bisherige Erkenntnisse in ein neues Licht. Das gilt für viele Aspekte des öffentlichen Lebens - auch für den Katastrophenschutz, der bereits nach der Flut im Juli 2021 in den Fokus rückte. Neue Sirenen sollen aufgestellt werden, die Feuerwehr mahnt, für den Fall eines Stromausfalls Lebensmittelvorräte anzulegen und auch eine Notapotheke vorzuhalten.

Remscheid hat sich in der Vergangenheit immer wieder krisenfest gezeigt - und bei der Aufnahme der vielen Flüchtlinge 2015 und der Menschen aus der Ukraine in diesem Jahr große Solidarität bewiesen. Dies gilt auch für ein Ereignis, das sich in der kommenden Woche zum ersten Mal jährt: die Jahrhundertflut. Beistand und Spendenbereitschaft waren groß. Mit Beistand und Solidarität werden sich auch die künftigen Herausforderungen meistern lassen, die nach Lage der Dinge nicht kleiner werden dürften.

TOP Es tut sich was in der Innenstadt: Arbeiten am Busbahnhof nehmen Fahrt auf.

FLOP Corona: Krankenstand auf hohem Niveau.

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