30 Interessierte lauschten

Mit Reinhard und Titta geht es in die weite Welt

Markus Heip berichtete den Besuchern des Treffs „Altes Eisen rostet nicht“ im Deutschen Werkzeugmuseum von den Reisen des Unternehmerehepaars Reinhard und Titta Mannesmann.
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Markus Heip berichtete den Besuchern des Treffs „Altes Eisen rostet nicht“ im Deutschen Werkzeugmuseum von den Reisen des Unternehmerehepaars Reinhard und Titta Mannesmann.

Beim Treffen „Altes Eisen rostet nicht“ im Deutschen Werkzeugmuseum begaben sich die Besucher auf die Spuren der Eheleute Mannesmann.

Von Sabine Naber

Remscheid. Mehr als 30 Interessierte trafen sich gestern Nachmittag im Deutschen Werkzeugmuseum, als es dort einmal mehr hieß: „Altes Eisen rostet nicht“. In einer Mischung aus Vorträgen und Geselligkeit bei Kaffee und Kuchen steht bei diesen Treffs, zu denen das Werkzeugmuseum bereits seit vielen Jahren einlädt, immer ein bestimmtes Thema im Mittelpunkt. Gestern waren es Reinhard Mannesmann und seine Frau Marie Luise, genannt Titta, die ihre Hochzeitsreise nach Marokko gemacht hatten.

Unter der Überschrift „Erfinder, Geschäftsmann, Abenteurer und - Remscheider“ stellte Markus Heip zunächst kurz zwei Bücher vor, die sich Besucher gern im Museum anschauen können. „Wenn Sie Interesse haben, rufen Sie mich an. Ich suche Ihnen die Bücher heraus und Sie können nachlesen, was diese Unternehmer geschaffen haben“, versprach Markus Heip. Und zeigte seinen Gästen zur Einstimmung einen Film, den er in seinem Urlaub in Guadeloupe gedreht hatte. Zu sehen war eine Dampfmaschine, die Tag und Nacht Zuckerrohrstangen schneidet. „Aus dem Zuckerrohrsaft wird Agricole Rum gemacht“, erzählt Heip, bevor er aus den Briefen vorlas, die Titta, sie war bei ihrer Hochzeit mit Reinhard Mannesmann im Januar 1906 gerade 23 Jahre alt, während dieser Reise an ihre Mutter geschrieben hatte.

In den Briefen, die mit „Meine liebste Mama“ beginnen, erzählt Titta beispielsweise von einem reizenden Garten, den sie in idealer Lage dicht am Strand erworben hätten. An einer Stelle, wo man den herrlichsten Blick auf die ganze Tanger-Bucht habe. „Er ist bewachsen mit Feigen-, Orangen- und Pfirsichbäumen. Jetzt wird gerade im Salon das Kaufgeld für diesen Garten ausbezahlt. Unter Leitung eines marokkanischen Notars haben sich alle Parteien, ungefähr 20 Araber, versammelt und nehmen nun das Geld in Empfang. Dieses Geld - lauter Silber - musste mit zwei Eseln in Säcken von der Bank geholt werden.“

Besucher mögen Geselligkeit und Informationen

Aus einem Brief, den die Ehefrau ein halbes Jahr später aus Marokko geschrieben hatte, las Heip vor: „Ich finde, dass es immer schöner wird. Deine Tochter ist wunschlos glücklich“, heißt es aus Fez. Über die eigentlichen, langfristigen Ziele von Reinhard aber schreibt Titta ihrer Mutter nichts: „Was uns so lange hier in Marokko hält, darüber sage ich lieber noch nicht so viel. Wir sind jetzt auf dem besten Wege, unsere tollen großen Pläne durchzusetzen.“

Heip erklärt das so: „Mannesmann entdeckte am Sandstrand Erzvorkommen und versuchte, Konzessionen für Grabungen zu bekommen. Er wusste da auch schon von großen Erzvorkommen in Spanien, wohin er schon früher gereist war.“ Nach dieser Lesung zeigte Besucher Arno Wiedenhoff einen Film, den er während einer Urlaubsreise in Marokko gedreht hatte.

„Unsere Besucher lieben bei diesen Treffs einerseits die Geselligkeit und auf der anderen Seite die Informationen, die immer bestens recherchiert sind“, sagt Markus Heip und betont, dass in einem Museum nicht nur das Sammeln, sondern auch das Vermitteln wichtig ist. Er hatte diese Veranstaltungsreihe vor 15 Jahren von Uli Horz übernommen. Beim nächsten Treff soll es um unbekannte Exponate gehen.

Termin

Das nächste Treffen im Deutschen Werkzeugmuseum unter der Überschrift „Altes Eisen rostet nicht“, ist am 6. Juli, 14.30 Uhr. Anmeldung unter Tel. 16 25 19 ist unbedingt erforderlich.

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