Konzert

Mit oder ohne Tequila: Epitaph rocken Haus Eifgen

Treten am 10. Oktober im Haus Eifgen in Wermelskirchen auf: Epitaph mit (v. l.) Heinz Glass, Bernd Kolbe, Carsten Steinkämper und Cliff Jackson.Foto:Rolf Mölder
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Treten am 10. Oktober im Haus Eifgen in Wermelskirchen auf: Epitaph mit (v. l.) Heinz Glass, Bernd Kolbe, Carsten Steinkämper und Cliff Jackson.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Legendäre deutsche Band blickt auf über 50 Jahre zurück und schickt ihre Fans auf eine Zeitreise – Jane und Fargo kommen nicht.

Wermelskirchen. Der Deutschrock-Gipfel im Wermelskirchener Haus Eifgen ist gesprengt. Jane, Epitaph und Fargo hatten sich für den 10. Oktober (20 Uhr) im Rahmen einer größeren Tour angesagt. Nur Epitaph kommt. Aber auch dieser klangvolle Name allein ist ein Zugpferd.

Zunächst musste Fargo absagen. Sänger und Gitarrist Peter Ladwig plagt ein Bandscheibenvorfall. Dass Fargo eine Zwangspause aufgezwungen wird, ist deren Bassist Peter Knorn fast ein bisschen unangenehm: „Wir haben in 48 Jahren nicht ein Konzert abgesagt. Aber es ist, wie es ist. Wir werden alle älter und haben unsere Wehwehchen.“ Rund 20 Konzerte hatte das Dreier-Paket in dieser Konstellation schon hinter sich. „Gerade in der heutigen Zeit, wo Konzerte Mangelware sind, freuen wir uns, auftreten zu können.“

Aus der Rhombus-Fabrik wieder zurückverlegt ins Haus Eifgen

Fargo wären in diesem klangvollen Line-Up die vergleichsweise Unbekannteren gewesen. Die Band aus der deutschen Hardrock-Hauptstadt Hannover veröffentlichte von 1979 bis 1982 vier Alben, fand 2016 nach Knorns erstem Exkurs in die Schriftwelt, Teil 1 seiner höchst launigen, pointierten wie lesenswerten Memoiren „Bis hierhin und so weiter“ zusammen, um in jüngerer Zeit mit zwei weiteren Veröffentlichungen erneut Gas zu geben und Teil des Pakets zu werden, das nun abgespeckt daherkommt.

Zwischenzeitlich war die Veranstaltung von Haus Eifgen als Open-Air in die Rhombus-Fabrik unter der Flagge des „Kultursommers“ verlegt worden. Zum Schluss dirigierte Haus-Eifgen-Organisator Michael Dierks den Auftritt wieder zurück in das Kulturhaus am Eifgen-Stadion. Übrig bleibt Epitaph. Wie Jane haben Cliff Jackson (Gitarre) und Bernd Kolbe (Bass) Ende der 60er die Anfänge des legendären Krautrocks miterlebt. Ein Begriff, der einst in Großbritannien von Kult-Radio-DJ John Peel geprägt wurde und respektvoll die neue deutsche Rockszene würdigte.

So sehen es auch diejenigen, die heute noch mit dem Stempel unterwegs sind. Peter Knorn stört es überhaupt nicht: „Es war die revolutionäre Ära, die um 1970 entstanden ist, als deutsche Musiker Mut bewiesen. Es war ein Quantensprung von der Beat-Ära mit den Lords und Rattles zu Frumpy, Amon Düül, Guru Guru oder Kraan. Bei vielen Fans ist diese Liebe bis heute geblieben.“ Auch Epitaph kann auf eine treue Gefolgschaft zählen.

Epitaph feierten 2019 ihr 50stes Bandjubiläum mit einer CD-Box

Als erste deutsche Band tourten sie mehrfach in den USA und produzierten in Chicago das 1974 veröffentlichte „Outside the law“, bis heute ein Klassiker unter den 18 Studio- und Livealben der Formation, die ihren Ursprung in Dortmund hat. 2019 feierten Jackson, Kolbe, Heinz Glass (Gitarre) und das „Küken“ in der Band, Schlagzeuger Carsten Steinkämper, ihr 50stes Bandjubiläum. „Five Decades Of Classic Rock“ haben sie passend dazu eine fein zusammengestellte 3-CD-Box getauft mit 43 Songs und einer Zeitreise durch ihre Bandgeschichte.

Das Bergische Land ist ihnen bestens vertraut. Epitaph waren Stammgäste in der „Musical Box“ von Wolfgang Zeimens. Jedes Jahr traten sie in der engen, liebevoll hergerichteten Rockkneipe am Honsberg live und vor ausverkauftem Haus auf. Zeimens unterhielt eine sehr freundschaftliche Beziehung zu Epitaph, nachdem er in den 1970er-Jahren ihr Manager gewesen war und mit den Jungs in einer alten Dorfschule in der Lüneburger Heide zusammengelebt hatte.

Natürlich ist Jackson und seinen Mitstreitern die exquisite Tequila-Sammlung in bester Erinnerung, mit der Zeimens seine Gäste stets erfreute. Wer weiß schon: Vielleicht kredenzt auch Michael Dierks im Haus Eifgen den Deutschrock-Recken eine Mezcal-Spirituose – als Erinnerung an alte Remscheider Zeiten.

Ticketverkauf

Tickets für das Konzert von Epitaph am Sonntag, 10. Oktober (20 Uhr), im Haus Eifgen in Wermelskirchen kosten 20 Euro. Infos und Karten im Internet unter www.kultin.de und

www.bergisch-live.de. Bis zu 100 Besucher gilt die 3G-Regel (für Ungeimpfte mit Antigen-Schnelltest), bei mehr als 100 Gästen müssen Ungeimpfte einen PCR-Test vorweisen.

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