Natur

Mit Möhren die Gartenfreude wecken

Biologe Jörg Liesendahl gibt Tipps, was Kinder im Garten schon alles machen können. Essbares genießen und anderen Lebewesen helfen, lautet seine Devise, wie man die jungen Gärtner begeistern kann. Archivfoto: Michael Schütz
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Biologe Jörg Liesendahl gibt Tipps, was Kinder im Garten schon alles machen können. Essbares genießen und anderen Lebewesen helfen, lautet seine Devise, wie man die jungen Gärtner begeistern kann.

Beim Anbau von Gemüse können Kinder oft schon selbst Hand anlegen.

Von Alexandra Dulinski

Frühlingszeit bedeutet Gartenzeit. Gerade in der Pandemie hielten viele Familien sich im vergangenen Sommer oft im heimischen Garten auf. Bei der Bepflanzung des Gartens können Kinder ganz einfach helfen.

Für Kinder solle dabei nicht das Gärtnerische im Vordergrund stehen. „Kinder wollen etwas mit der Hand berühren, sich schmutzig machen“, sagt Jörg Liesendahl, Diplom-Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule Grund. Erst, wenn die Kinder etwas älter sind, könnten sie sich auf den gärtnerischen Aspekt einlassen. „Ein Ergebnis gibt es oft nicht von jetzt auf gleich, es ist nicht sofort etwas zu sehen.“ Das erfordere Geduld.

Das Gärtnern schule aber die motorischen Fähigkeiten. Samen auszusäen fördere beispielsweise das Verständnis für die Größe einer Pflanze. Denn die Samen müssten in ausreichendem Abstand zueinander liegen, damit die Pflanze Platz zum Wachsen hat. „Man sollte nichts säen, was sechs Wochen zum Wachsen braucht“, sagt Liesendahl.

Zwei Dinge würden Kinder beim Gärtnern begeistern, berichtet Jörg Liesendahl – alles Ess- und Genießbare und alles, was eine Hilfe für anderen Lebewesen darstelle. So eigne sich Kresse gut für den Verzehr. „Die Kinder können bei der Vorbereitung des Beetes helfen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie weich die Erde sein muss.“ Die fertige Kresse können die Kinder schneiden und damit ihren Brotaufstrich garnieren.

„Im Augenblick gibt es den Hype, den Insekten helfen zu wollen“, sagt Liesendahl. Im Gartencenter können Familien schon vorgezogene Stauden kaufen, die speziell für Schmetterlinge geeignet sind und nur noch ins Beet eingebracht werden müssten.

Das Einsetzen der Pflanze – zunächst ein Loch zu buddeln – sei nicht von der Kraft und somit vom Alter eines Kindes abhängig. Werden die Stauden im Sommer zur Nahrungsquelle für Falter, habe das Gärtnern einen zusätzlichen Naturforscherapsekt.

„Beim Thema Natur- und Artenschutz gehen Kinder gerne mit. Das können sie schon gut verstehen“, sagt Jörg Liesendahl. Wichtig sei, den Kindern beim Gärtnern eine Anleitung zu geben.

Eine kleine Ecke im Garten oder ein kleines Beet sei für die Kinder besonders gut geeignet, sagt Helmut Holzhausen, Fachberater des Kreisverbandes Remscheid der Kleingärtner e. V. Angepflanzt werden sollte nur, was Kinder gerne mögen würden, beispielsweise Möhren und Radieschen. Deren Samen werden langsam in eine Beetreihe eingestreut. „Radieschen- und Möhrensamen sollte man mischen. Radieschen gehen schneller auf, dann können die Kinder die Reihe sehen, die sie gepflanzt haben.“

Kinder können Erbsen von der Aussaat bis zum Pflücken begleiten

Kinder unter sechs Jahren sollten aber erstmal nur Radieschen pflanzen. „Die Samen sind größer.“ Ältere Kinder könnten sich derweil auch schon an Zwiebelsamen probieren. Nur Unkraut sollte man die Kinder nicht rupfen lassen. „Das macht ihnen keinen Spaß“, weiß Holzhausen.

Erbsen und Bohnen könnten schon in den kommenden zwei Wochen gepflanzt werden. „Kinder können die Erbsen gut legen und Stöckchen einsetzen, an denen die Erbse hochranken kann.“ Die fertigen Erbsen können die kleinen Gärtner dann selbst vom Strauch pflücken.

Über Kohlrabi, dem die Kinder beim Wachsen zusehen könne, solle zunächst noch eine Haube angebracht werden, weil es noch zu Nachtfrost kommen kann. Auch Erd-, Johannis-, Brom- und Heidelbeeren sind Pflanzen, über deren Früchte sich Kinder sehr freuen, sagt Holzhausen.

Kinder könnten auch eine Blumenwiese säen oder ein Bienenhäuschen für Wildbienen basteln. „Acht oder neun Jahre alte Kinder kann man mit einem Bohrer begeistern“, sagt Holzhausen. Mit diesem können in einen Holzstamm zwei bis acht Millimeter große Löcher gebohrt werden, in die die Bienen Eier legen. Dabei ist aber Vorsicht geboten: „Die Bohrungen müssen sauber sein, sonst verletzten sich die Tiere ihre Flügel.“

Gartentagebuch

Helmut Holzhausen empfiehlt das Führen eines Gartentagebuchs. „Darin kann ich aufschreiben, wann und was ich gesät habe, wann die Pflanze aufgegangen ist und wann ich geerntet habe.“ Für das nächste Jahr gebe es dann eine Vorlage, an der sich Kinder orientieren können.

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