Schuldnerberatung

Mit einem Haushaltsbuch den Überblick behalten

Schuldnerberatung ist auch in der Krise für die Remscheider da.

Von Katharina Birkenbeul

Durch die Corona-Krise sind viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit oder haben vielleicht sogar ihren Job verloren. Die laufenden Ausgaben enden aber nicht, sondern müssen weiter gezahlt werden. Das könnte für einige Remscheider zum Problem werden. Wer in Geldnot gerät, kann sich aber Hilfe holen – etwa bei der kostenlosen Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Lennep „Meistens kommen die Leute aus Scham erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.“, sagt Florian Schäfer, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes.

Ein erhöhtes Anfrageaufkommen verzeichnet die Schuldnerberatung nicht. Das liege daran, dass die Diakonie hauptsächlich Zuweisungen vom Jobcenter bekomme und nur ein geringes Kontingent für freie Melder habe. „Und da ist der Bedarf auch vor der Krise nicht gedeckt gewesen“, sagt Schuldenberater Olaf Potthof. Dazu komme ein neues Gesetz, durch welches das Dreier-Team im Bearbeitungsrückstand mit Insolvenzanträgen sei. Deshalb nehmen die Schuldenberater erst ab März wieder freie Melder an.

Derzeit würden sich besonders Soloselbstständige und Künstler bei der Beratung melden, sagt Schäfer. Beratungsbedarf gebe es nun hauptsächlich bei Pfändungsschutzbescheinigungen. Sowohl Schäfer als auch Potthof glauben, dass die Anfragen und Sorgen der Kunden erst nach der Pandemie steigen werden. „Jetzt gibt es noch Soforthilfen und Zuschüsse, Raten und Mieten können ausgesetzt werden. Danach wird es schlimm.“

Beraten wird derzeit hauptsächlich telefonisch. Das sei deutlich schwieriger als im persönlichen Gespräch. Denn meist hätten die Kunden keinen Überblick über ihre Finanzen. Wenn dann auch die Papiere nicht eingesehen werden könnten, käme es telefonisch zu einer Fehlberatung. Dazu kämen sprachliche Probleme und viele seien nicht ausreichend digitalisiert. „Wir haben aber auch große Besprechungsräume für den Fall, dass die Krise so immens ist, dass ein persönliches Gespräch notwendig ist“, sagt Schäfer. Diese seien mit Luftfiltern und Plexiglasscheiben ausgestattet.

Geldnot kann aber auch vorgebeugt werden. Schäfer empfiehlt, ein Haushaltsbuch zu führen, um einen Überblick über die Ein- und Ausgaben zu bekommen. Potthof rät, alle regelmäßigen Ausgaben zu überprüfen: „Ist der Stromanbieter noch der billigste, kann ich bei der Telekommunikation Geld einsparen, ist der Bausparvertrag pausierbar – das sind einige Fragen, die man sich stellen kann“, so Olaf Potthof.

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