Mit dem RGA wandern

Vom alten Pferdegut bis zum Altenberger Dom

Die Odenthaler Denkmalroute bietet typisch bergische Ansichten (Foto links) und als Highlight den Altenberger Dom. Fotos: Daniel Juhr
+
Die Odenthaler Denkmalroute bietet typisch bergische Ansichten.

Der RGA stellt Wanderrouten vor – Heute geht es über die Odenthaler Denkmalroute.

Von Daniel Juhr

Innehalten im Trostwald und Altenberger Dom. Aussichten bis nach Köln genießen. Auf Trampelpfaden tief in idyllische Bachtäler hinabtauchen und später luftige Höhen erklimmen. Die Odenthaler Denkmalroute bietet auf rund 24 Kilometern viel Abwechslung. Wer es nicht ganz so weit mag: Der Grafen- und Mönchsweg, der sechste der Bergischen Streifzüge, ist mit seinen gut elf Kilometern eine kürzere Alternative.

Folge dem schwarzen Fachwerkhaus, und du wirst dich nicht verlaufen – auf die Odenthaler Denkmalroute trifft das zu, denn sie ist prima ausgeschildert. Sie führt vom Wanderparkplatz am Schulzentrum der rheinisch-bergischen Kleinstadt direkt an einen besonderen Ort: den Trostwald. Ein weitläufiger Waldabschnitt für die letzte Ruhe. Die Stille wird dort greifbar. Am Rand des Hauptweges informiert eine Schautafel. Wer mag, nimmt einen Flyer mit und lässt wenige Minuten später den Blick schweifen: Von einer Anhöhe aus lässt sich ganz Odenthal überblicken.

Als Highlight auf der Route gilt der Altenberger Dom.

Es folgt ein weniger schönes Stück, denn weiter oben haben die Harvester nach dem Fichtenschnitt den Weg für einige Hundert Meter in eine Matschwüste verwandelt. Oben nach rechts in die Hofschaft Oberkirsbach abbiegen und dem Atem anhalten: An klaren Tagen kann man von hier aus den Kölner Dom erkennen. Ebenfalls beeindruckend nach gut fünf Kilometern Wegstrecke ist das riesige Reitergut Amtmannscherf mit einer der größten Reithallen der Region und seinen schier endlosen Weiden im Hinterland. Die Geschichte des Guts reicht zurück bis ins Jahr 1250.

Gute 100 Höhenmeter geht es kurz darauf bergan in die Ortschaft Eikamp, bevor einer der schönsten Streckenabschnitte wartet: Das idyllische Oberthal mit seinem alten Fachwerkhof, der vor mehr als 500 Jahren als Hof Dahl dem Johanniterorden gehörte. Der Blick vom Hof zurück über Wiesen und Weiden ist das rheinisch-bergische Fotomotiv schlechthin.

Herrlich ruhig ist später auch der Abstieg über einen Trampelpfad ins Rosauer Bachtal, umso lauter dafür der anschließende Kilometer über die Scherfbachtalstraße. Nicht so schön, aber das wird schnell belohnt mit Natur pur auf einem Anstieg, der parallel zum Bergischen Weg hinauf in die Ortschaft Scheuren führt. Wer bisher noch keine Pause gemacht hat, sollte das an der Bank neben dem Jesuskreuz nachholen – sich aber an windigen Tagen gut einpacken.

Altenberger Dom, wir kommen! Denn der ist nur noch vier Kilometer entfernt und der Weg dorthin am Pfengstbach ist, weil es gleichmäßig bergab geht, nicht nur angenehm zu laufen, sondern auch lehrreich: Mehrere Infoschilder erzählen davon, wie hier einst Wasser für Teiche und Mühlen gewonnen wurde.

Mit dem RGA wandern am Altenberger Dom: Grabstätte der Grafen und Herzöge von Berg

Und dann erhebt er sich zwischen Bäumen in die Höhe, der Altenberger Dom, die ehemalige Klosterkirche mit dem Patrozinium St. Mariä Himmelfahrt. Im Jahr 1133 errichteten die Zisterzienser bereits die Abtei Altenberg, bis ins Jahr 1511 hinein war der Dom auch Grabstätte der Grafen und Herzöge von Berg. Von Bildbänden bis Krimis, von Geschichtsbüchern bis Architekturbänden: Über dieses Bauwerk ist schon viel erzählt worden. Klar nehmen wir uns hier eine Wanderauszeit, erkunden den Dom, stöbern im Domladen, schlendern durch den Park.

Wer jetzt, nach 20 Kilometern, seine Beine spürt, kann nach Odenthal eine Abkürzung nehmen. Denn die Denkmalroute trifft hier auf den besagten Grafen- und Mönchsweg, sowie den Hexenweg. Und der führt hinterm Dom schnurstracks nach Odenthal.

Knackige Herausforderung: der Erbericher Kirchweg

Nicht aber die Denkmalroute. Sie hält noch eine knackige Herausforderung bereit: den Erbericher Kirchweg. Gute 90 Höhenmeter auf knapp 1,5 Kilometer Länge haben es in sich. Kaum oben, geht es wieder runter ins Tal. Vorsicht beim steilen Abstieg, der parallel zum Grafen- und Mönchsweg führt: Hier ist der Weg wegen des Fichtenschnitts ein bisschen ramponiert.

Es folgen noch zwei Highlights zum Abschluss: Links liegt zwischen zwei aufeinander zulaufenden Alleen das Schloss Strauweiler, eine typische Burg des niederen Adels aus dem 13. Jahrhundert. Zum Schluss führt die Route an der Dhünn entlang über den Mühlenweg an der Steiner Mühle aus dem Jahr 1269 vorbei, wo der Modellbauer Günter Blömer zahlreiche Werke zeigt. Wirklich beeindruckend und ein schöner Abschluss eines abwechslungsreichen Wandertages.

Wanderung

Länge: ca. 24 Kilometer

Dauer: 5 bis 6 Stunden oder länger

Alternativroute: Bergischer Streifzug 6: Grafen- und Mönchsweg, 11,4 Kilometer

Einkehren: Am Altenberger Dom: Gasthaus Küchenhof, Carl-Mosterts-Straße 1; Altenberger Hof, Eugen-Heinen-Platz 7; Restaurants und Cafés im Zentrum von Odenthal

Pause machen: Auf Bänken unterwegs; am Altenberger Dom; im Zentrum von Odenthal

Parken: Am Besucherparkplatz Altenberger Dom oder am Schulzentrum in Odenthal an der Bergisch-Gladbacher Straße (Start der GPX-Aufzeichnung)

Gut zu wissen: Nach rund 20 Kilometern kurz hinterm Altenberger Dom folgt noch ein steiler Anstieg. Wer sich den sparen möchte, nutzt den Hexenweg direkt zurück ins Zentrum Odenthal. Nicht kinderwagengeeignet.

Alle Folgen unserer Serie „Wandern mit dem RGA“ haben wir hier für Sie aufgelistet: Wandern rund um Remscheid mit unseren Entdeckungstouren.

Download für Wanderprofis: Hier stellen wir Ihnen die Daten für diese Route als gpx-Download zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät zur Verfügung. Sie können die Datei in einer entsprechenden Navigations-App hochladen: GPX-Track Denkmalroute

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Moscheebau: Der lange Atem zahlt sich aus
Moscheebau: Der lange Atem zahlt sich aus
Moscheebau: Der lange Atem zahlt sich aus
Aldi-Gesandte und Investor sprechen miteinander
Aldi-Gesandte und Investor sprechen miteinander
Aldi-Gesandte und Investor sprechen miteinander
Corona: Auffrischungsimpfungen für über 70-Jährige - Inzidenz steigt in Remscheid leicht an
Corona: Auffrischungsimpfungen für über 70-Jährige - Inzidenz steigt in Remscheid leicht an
Corona: Auffrischungsimpfungen für über 70-Jährige - Inzidenz steigt in Remscheid leicht an
Psychiater warnt vor Cannabis-Freigabe
Psychiater warnt vor Cannabis-Freigabe
Psychiater warnt vor Cannabis-Freigabe

Kommentare