Mit dem RGA wandern

Mit dem RGA wandern: Im Staatsforst zeigt sich die Natur in ihrer Vielfalt

Der Blick ist schon auf den Mischwald gerichtet: Bereits kurz nach Beginn führt der Wanderweg A5 in den Marscheider Wald.
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Der Blick ist schon auf den Mischwald gerichtet: Bereits kurz nach Beginn führt der Wanderweg A5 in den Marscheider Wald.

Der RGA stellt Wanderrouten vor – heute: Rund um Herbringhausen und den Marscheider Wald

Von Daniel Juhr (Text und Fotos)

Keine zwei Kilometer außerhalb des Lüttringhauser Ortskerns wartet Natur pur. Und Entspannung: Die 13-Kilometer-Wanderung durch den Marscheider Wald zur Wupper und entlang der Herbringhauser Talsperre gleicht einer Zenübung.

Die beginnt auf dem großzügig angelegten Wanderparkplatz Olper Höhe, der direkt an den Röntgenweg grenzt. Zunächst geht es durch die Ortschaft auf den Wanderweg A5, der nach wenigen Metern in einen idyllischen Mischwald und später auf eine Anhöhe mit toller Aussicht über das Tal führt. Vor der Straße Windgassen biegen wir links ab und erreichen über einen Asphaltweg die Hofschaft Herbringhausen. Sie liegt auf Wuppertaler Stadtgebiet und zählt zum Bezirk Beyenburg. Aus dem Wanderweg A5 ist nun A4 geworden – am besten gut merken, denn A4 folgen wir jetzt eine ganze Zeit lang durch den Staatsforst Marscheider Wald, mit zehn Quadratkilometern eines der größten geschlossenen Waldgebiete im Wuppertaler Osten. Es liegt nur einen Katzensprung von Lüttringhausen entfernt.

Der Marscheider Wald ist das Revier der Schlingnatter

Zahlreiche Infotafeln informieren über die Pflanzen und Tiere des Waldgebietes, unter anderem auch über das Projekt zum Schutz der hier lebenden Schlingnatter. Wer schon pausieren möchte, findet entlang der Strecke mehrere Bänke, zum Teil auch überdacht. Der Forstweg selbst ist zum Teil so breit wie eine Landstraße, aber wenig anspruchsvoll und recht eben. Perfekt, um die Natur in all ihrer Vielfalt aus Buchen, Kastanien, Kiefern und Holunderbäumen zu genießen.

Der Marscheider Wald ist eines der größten Waldgebiete im Wuppertaler Osten.

Doch das nächste Tal kommt bestimmt, in diesem Fall das der Wupper. Nach gut vier Kilometern geht es stetig bergab bis zu einer Kreuzung, wo wir rechts in A4 abbiegen. Kurz darauf nicht täuschen lassen: Nachdem der Weg in einen asphaltierten Abschnitt mündet, macht er einen Linksbogen – wir aber zweigen mit A4 halbrechts ab und erreichen über einen schmalen Pfad die Wupper. Hier lohnt ein Gang über die Brücke oder ans Ufer, besonders an warmen Tagen kann man sich prima erfrischen und eine Pause machen. Dieser Bereich wurde vom Hochwasser weitestgehend verschont. Und auch das Pumpenhaus, ein Restaurant-Café und beliebtes Ausflugsziel, an dem der Weg wenige Meter später vorbeiführt, hat bereits zwei Tage nach dem Hochwasser wieder öffnen können.

Zahlreiche Infotafeln informieren über die Pflanzen und Tiere im Waldgebiet. Dort gibt es auch ein Projekt zum Schutz der Schlingnatter.

Wir überqueren die Wupper nicht, sondern verlassen den bergischen Fluss und laufen durch das wunderschöne Herbringhauser Bachtal. Der Bach selbst mündet zwischenzeitlich in einen großen Teich und plätschert dann munter weiter. Hinter dem Teich haben die Wanderer die Wahl, denn hier verlaufen zwei Wege parallel zueinander, einer direkt am Wasser, einer am Hang entlang, bis sie sich wieder vereinen. Kurz darauf biegt der Wanderweg A4 nach rechts ab, wir bleiben aber geradeaus auf dem Hauptweg.

Nach zehn Kilometern gibt es den ersten steilen Anstieg

Erst gegen Ende dieses Abschnitts, nach nun knapp zehn Kilometern Strecke, ist der erste steile Anstieg zu meistern. Die Belohnung ist der Blick von der Staumauer auf die Herbringhauser Talsperre – allerdings durch hohe Zäune, denn wir wandern hier durch ein Trinkwasserschutzgebiet. Die Sperre selbst hat schon einige Jahre auf dem Buckel, sie wurde von 1898 bis 1901 von der Stadt Barmen erbaut. Die Staumauer und einige weitere Bereiche stehen seit 2004 unter Denkmalschutz.

Zum Abschluss wartet der wandertechnisch schönste Teil

Und jetzt? Gibt es zwei Möglichkeiten. Links an der Talsperre vorbei oder einmal über die Mauer und rechts davon weiterlaufen. Nachteil der ersten Variante: Am Ende muss man mehr als anderthalb Kilometer einem schmalen Pfad direkt neben der Landstraße folgen, und der Ausflugsverkehr am Wochenende ist groß. Wir überqueren daher die Staumauer, biegen nach einem kurzen Anstieg scharf links ab –und erreichen so den wandertechnisch schönsten Teil der Strecke.

Nur einen kurzen Blick gibt es auf die Herbringhauser Talsperre.

Auf einem schmalen Pfad führt der Weg an der Talsperre entlang, von der durch Zaun und dichten Wald zwar nicht viel zu sehen ist, dafür schweift der Blick rechts über Wiesen und Felder. Sanft bergauf und bergab geht es so bis zur Hauptstraße, die wir überqueren, weil wir uns noch eine fantastische kleine Schleife gönnen. Nach wenigen Schritten entlang der Straße biegen wir links ab und laufen durch weitläufige Rapsfelder auf die Olper Höhe – hier vereinen sich die Wege A4 und A5. Auf 317 Metern über Normalnull blicken wir noch einmal in die Ferne und genießen das Sonnenlicht, bevor wir direkt hinter dem Feld rechts auf den Remscheider Wanderweg schlechthin abbiegen – den Röntgenweg. Von dort geht es zurück zum Parkplatz.

27. Tour

Dauer: Die Runde rund um Herbringhausen dauert rund drei Stunden.
Schwierigkeitsgrad: Ein wenig Kondition ist vorteilhaft.
PDF-Download: Die ersten 20 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ - unter anderem mit den gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – sind als PDF-Download für 7,90 Euro erhältlich auf www.bergisch-bestes.de

Weitere Wanderstrecken innerhalb und um Remscheid finden Sie hier auf unserer Serien-Seite „Mit dem RGA wandern“.

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