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Mit dem RGA wandern: Herrliche Natureindrücke und Fernblicke

Die Geschichte der Oelmühle reicht zurück ins Jahr 1685: Sie war frühe Produktionsstätte für Pflanzenöl.
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Die Geschichte der Oelmühle reicht zurück ins Jahr 1685: Sie war frühe Produktionsstätte für Pflanzenöl.

Diesmal führt die Route durchs untere Nacker Bachtal und rings um den Ölberg in Solingen.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Ein schöner Weg durch das untere Nacker Bachtal und rings um den Ölberg bei Solingen-Aufderhöhe führt zu einer Reihe historischer Orte und Hofschaften. Dazu bietet die Landschaft zu allen Jahreszeiten reizvolle Eindrücke und Fernblicke.

Wir starten vom Parkplatz gegenüber der Haasenmühle. Die Geschichte der einstigen Kornmühle, deren Fachwerkbau heute das Café-Bistro Haasenmühle beherbergt, lässt sich bis ins Jahr 1711 zurückverfolgen.

Vermutlich viel älter als die Haasenmühle ist die gleichnamige Hofschaft, zu der wir über die kleine Brücke gegenüber dem Mühlengebäude und dann über den links abzweigenden Weg gelangen.

Die Kerngebäude dieser am Nacker Bach gelegenen Siedlung reichen mindestens ins 15. Jahrhundert zurück. 1832 verfügte der als Hofstadt kategorisierte Ort „In der Hasenmühl“ über sechs Wohnhäuser mit 36 Bewohnern, zwei Mühlen und sechs landwirtschaftliche Bauten. 1895 besaß er neun Wohnhäuser mit 47 Bewohnern und gehörte kirchlich zum evangelischen Kirchspiel Rupelrath. Der Hauptweg führt uns zum Ortsausgang und dann an Wiesen vorbei, auf denen oft Schafe grasen. Auch Esel finden sich dort. Zur Linken, etwas zurückgesetzt am Bach, sind die beiden Fachwerkgebäude der Ortschaft Oelmühle zu erkennen.

Die Geschichte der Mühle reicht zurück ins Jahr 1685, als ein Johann Hollweg die Genehmigung zur Errichtung einer Fabrikationsstätte für Pflanzenöl erhielt. Um 1840 wurde sie in einen Schleifkotten umgewandelt, der bis mindestens 1933 in Betrieb war. Heute wird die Anlage hauptsächlich als Wohnhaus genutzt.

Die Landschaft bietet zu allen Jahreszeiten reizvolle Eindrücke und Fernblicke.

Der Weg wird schmaler, nähert sich einem Wald. Wir halten uns links. Abermals tauchen Gebäude am Nacker Bach auf: Der alte Rittersitz Schirpenbroich, auch Schirpen-bruch genannt, reicht wohl zurück in die Anfänge des 15. Jahrhunderts. Dabei stellte er ein ehemals freiadeliges Lehnsgut der Grafen von Berg und den Stammsitz der Familie Schirpe dar. Bauherr des gut erhaltenen Gutshauses ist vermutlich derselbe, der auch Schloss Caspersbroich an der Itter errichten ließ: Kaspar von Perdsdorf. Er war von 1454 bis 1475 Amtmann von Solingen, ihm gehörten beide Rittersitze.

Nicht nur in der Verwaltungsgeschichte spielte Schirpenbroich eine Rolle, sondern auch in der Geschichte der Handwerksbruderschaften. Um 1690 wohnte der Handwerksobervogt Freiherr von Bottlenberg-Schirp dort. 1922 war das Gut im Besitz der Stadtgemeinde Höhscheid und ist heute wieder in Privathand. Der Pfad endet an der Leichlinger Straße. An der Kurve gegenüber der Bushaltestelle führt der Weg Holzhof hinauf auf den Aufderhöher Höhenzug. Es geht an einer Weide entlang, bis Linkerhand vor uns die malerisch gelegene kleine Fachwerkhofschaft Holzhof zwischen Bäumen auftaucht.

Mit dem RGA wandern: Holzhof – Fachwerkhäuser stehen seit 1986 unter Denkmalschutz

Wir durchqueren den Ort. Das liebevoll restaurierte zweigeschossige Haupthaus Holzhof 24 und 26 sowie der kleine Fachwerkbaukomplex Holzhof 28 und 30 wurden liebevoll restauriert und stehen seit 1986 unter Denkmalschutz. Zum Ende des Straßenzugs überqueren wir die Gillicher Straße und folgen dem Weg geradeaus in den Buchenwald. An einer Wegkreuzung halten wir uns auf dem Pfad links, der bergab und parallel zu dem kleinen Bach Elbe verläuft. Unten stoßen wir auf die Straße Birkendahl, die talwärts in die gleichnamige Hofschaft führt. Wir aber halten uns links. In der Umgegend von Birkendahl gab es Bodenfunde aus vorgeschichtlicher Zeit. So wurde in östlicher Richtung ein Wohn-platz aus der mittleren Steinzeit entdeckt. Nördlich der Hofschaft ergaben sich mehrere jungsteinzeitliche Einzelfunde und im nahe gelegenen Rupelrath ein bronzezeitlicher Fund.

Wer einen Abstecher zu Solingens kleinstem Friedhof, dem „Nonnenfriedhof“ machen will, folgt dem links abzweigenden Weg auf den Hügel. Der Friedhof liegt rechts oben am Ölbergweg. Dabei sind auf dem Gräberfeld gar keine Nonnen begraben, sondern Diakonissen des Diakonischen Werks Bethanien. Wieder auf dem Hauptweg, führt uns dieser im weiten Bogen um den Ölberg herum. Dabei ergeben sich immer wieder neue herrliche Fernblicke nach Leichlingen, Rupelrath, Horn oder Witzhelden sowie zum Kohlsberger und Widderter Höhenrücken.

Mit dem RGA wandern: Weithin sichtbares Wahrzeichen ist ein Maronenbaum

Schließlich gelangen wir zum Hof Eickenberg. Dieser stand zu Anfang des 15. Jahrhunderts im Besitz des Kölner Stiftes St. Gereon. Um 1681 kauften die Herren von Overheit dem Stift das Gut Eickenberg ab. Nach einem verheerenden Brand 1899 wurde das Wohnhaus neu errichtet. Weithin sichtbares Wahrzeichen des Hofs ist ein über 300 Jahre alter, mittlerweile abgestorbener Maronenbaum. Wir folgen dem Weg rechts hinter dem Baum talabwärts.

Im Wald nehmen wir einen Abzweig nach rechts und treffen unten wieder auf die Leichlinger Straße. Wir überqueren diese und kommen zurück in den Ort Haasenmühle, vorbei an einem alten Brunnen, einen sogenannten „Pött“. Rechts hinter der Hofschaft geht es zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Die Tour

Dauer: Die Tour rund um den Ölberg dauert ca. 70 Minuten

Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer, mit einer steileren Steigung.

Ausrüstungstipp: Festes Schuhwerk, der Weg durch den Wald kann rutschig sein.

Tipp: Die ersten 20 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ – unter anderem mit den gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – sind als PDF-Download für 7,90 Euro erhältlich auf:

www.bergisch-bestes.de

Weitere Wanderstrecken innerhalb und um Remscheid, finden Sie auf unserer Überblicksseite

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