Lüttringhausen

Winter ade: Wie das Café Belfi in Lüttringhausen in die neue Eissaison startet

Geht in seine 27. Saison: Daniele Belfi (3.v.l.) in seinem Eiscafé in der Richthofenstraße in Lüttringhausen mit (v.l.) Filipi, dessen Frau Aline sowie Belfis Schwester Marzia. Foto: Peter Klohs
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Geht in seine 27. Saison: Daniele Belfi (3.v.l.) in seinem Eiscafé in der Richthofenstraße in Lüttringhausen mit (v.l.) Filipi, dessen Frau Aline sowie Belfis Schwester Marzia.

Mit dem Frühling kehrt das Eis zurück: Was Belfis in den fünf Monaten Winterpause gemacht haben und was sie zum Saisonstart sagen .

Von Peter Klohs

Remscheid. Etwas länger als fünf Monate war das Eiscafé Belfi im Dorfkern von Lüttringhausen verwaist. Die Familie Belfi war Mitte Oktober 2021 in ihr Winterquartier in das heimische Zoppè di Cadore in den Dolomiten zurückgekehrt.

Das italienische Dorf südlich von Cortina d´Ampezzo, rund 1500 Meter hoch gelegen, ist von Skigebieten umringt. „Wenn wir uns genug ausgeruht haben, kann man dort aushelfen“, sagt Daniele Belfi, Inhaber des Eiscafés.

Das Ausruhen ist ihm und den Mitarbeitern wichtig, denn wenn die Eissaison, zumeist in der ersten Märzhälfte beginnt, haben die Belfis keinen Ruhetag und oft mehr als zwölf Stunden am Tag zu tun. „Das ist manchmal stressig und zehrt an den Kräften“, sagt Daniele.

Eiscafé wieder geöffnet - mit diesen Corona-Regeln

Seit Mittwoch ist das Eiscafé wieder geöffnet und bietet seine 25 Eissorten an. Allerdings dürfen die Gäste angesichts der Corona-Pandemie noch nicht im Café Platz nehmen. Eis, Kaffee oder Espresso werden aktuell ausschließlich zum Mitnehmen angeboten.

„In diesem Jahr haben wir keine neuen Eissorten“, berichtet Daniele Belfi. „Wenn wir neue Sorten einführen, muss eine andere Sorte weichen, und dann kommen sicher Kunden und beschweren sich, dass ihr Lieblingseis nicht mehr verfügbar ist. Wenn man das weiß, dann möchte man gar nicht so viel verändern.“

Er hat Erfahrung in diesen Dingen, schließlich sind annähernd 100 Prozent der Kunden Stammkunden, die die gleichen Eissorten favorisieren. „Natürlich laufen die Klassiker immer“, weiß er, „Vanille, Schokolade, Stracciatella. Hingegen ist das Snickers-Eis und die Sorte Cookies besonders bei Kindern beliebt.“

Sitzplätze: Warten auf Corona-Lockerungen

Sobald die Corona-Regeln gelockert werden, können wieder Gäste im Café Platz nehmen. „Schade, dass man bei uns nicht draußen vor dem Café sitzen kann“, bedauert Daniele Belfi. „Aber unsere Stammkunden finden ihr Plätzchen“, schmunzelt der Inhaber.

Die ersten beiden Tage beschreibt er als sehr erfreulich. „Die Menschen in Lüttringhausen freuen sich, dass wir wieder geöffnet haben. Eine Frau kam herein und sagte, ihre Tochter aus Frankfurt habe ihr geschrieben, dass Belfi geöffnet habe. So etwas scheint sich schnell herumzusprechen.“
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Die Familie Belfi stellt das Eis komplett selber her, inklusive der Rohmasse. „Das Fruchteis ist vegan“, sagt Daniele, „und da sind wirklich nur Früchte drin, keine Geschmacksverstärker und so ein Unsinn. Deshalb hat das Erdbeereis manchmal eine andere Farbe als am Vortag. Das liegt an den Erdbeeren.“

Daniele Belfi arbeitet seit 1995 in der Eisdiele. „Dies ist meine 27. Saison“, sagt er. „Das Geschäft ist natürlich stark wetterabhängig, aber im Gesamtüberblick ist jede Saison in etwa gleich, mal mit etwas weniger Kunden, mal mit mehr.“ Es hab, wie überall, nicht so leichte Zeiten gegeben, vor allem wenn Personal krank wurde oder nicht den Anforderungen entsprach. „Aber in der Regel haben wir ein gutes Team. Und das ist – neben der Kundschaft – sehr wichtig.“

Café Belfi: Das ist das Team

Zur Zeit ist das Team bei Eis Belfi ein Quartett: Daniele und seine Schwester Marzia, daneben noch Filipi, der aus Brasilien stammt, die natürlichen Sprachbarrieren aber im Handumdrehen gelöst hat und sogar den Dialekt der Belfis versteht und sprechen kann, sowie dessen Frau Aline, die noch mit der Sprache hadert. „Aber das wird schon noch“, ist Daniele überzeugt.

Wenn sich die Saison dem Höhepunkt nähert, wird eine weitere Aushilfskraft eingestellt. Außerdem arbeitet die Mutter von Daniele und Marzia im Hintergrund mit und hilft so der Familie, ihre Konzentration auf die Eisdiele legen zu können. Auf jeden Fall ist die Eisversorgung in Lüttringhausen bis zur Oktobermitte gesichert. Zur Freude der Kunden ist der Preis für eine Kugel Eis mit einem Euro unverändert geblieben.

Belfi: Eiscafé in der vierten Generation

Die Familie Belfi betreibt das Eiscafé in Lüttringhausen in vierter Generation. „Meine Eltern haben dieses Café, das seit 1952 besteht, 1976 übernommen“, erzählt Daniele. „Ich bin 1979 in Lennep geboren, im August. Und das war mitten in der Saison. Ich bin in Italien zur Schule gegangen. Die dreimonatigen Sommerferien habe ich bei den Eltern in der Lüttringhauser Eisdiele verbracht.“ Die fünf Wintermonate in seinem italienischen Heimatdorf möchte er bei aller Liebe zu Lüttringhausen nicht missen. „Es ist dann auch viel am Haus zu tun.“

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