Die Woche von Axel Richter

Missratene Stellenbesetzung hinterlässt nur Verlierer

axel.richter@rga.de
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Mit seiner Personalentscheidung für die einstige Landtagsabgeordnete der Grünen Jutta Velte hat Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) weder ihr noch sich selbst und schon gar nicht den Politikerinnen und Politikern einen Gefallen erwiesen.

Bei den Menschen wird die umstrittene Personalie nämlich nur ein zwar falsches, aber weit verbreitetes Vorurteil verfestigen: Dass „die da oben“ ohnehin nichts anderes im Sinn haben als durch Postengeschacher die Pfründe untereinander aufzuteilen.

Dazu ist es ohne Not gekommen. Mast-Weisz musste wissen, dass die Berufung der Grünen auf die erst im April geschaffene Stabsstelle für Fördermanagement kritisch hinterfragt werden würde. Schließlich waren es die Grünen, die den SPD-Oberbürgermeister für die Kommunalwahl im September auch zu ihrem Kandidaten gemacht hatten. Seine Wiederwahl verdankt Mast-Weisz auch ihren Wählern.

Zeigt er sich dafür nun erkenntlich, indem er eine von ihnen auf einen einträglichen Posten hievt? Allen voran unternimmt die CDU-Opposition alles, um genau diesen Eindruck entstehen zu lassen. Denn rückt der populäre Amtsinhaber in die Nähe von Vetternwirtschaft, schadet das seinem öffentlichen Ansehen erheblich.

Es wäre für Mast-Weisz ein Leichtes gewesen, diese Flanke gar nicht erst aufzumachen. Indem er die Stelle in seinem Stab selbstverständlich öffentlich ausgeschrieben hätte. Und zwar, obwohl er aus rechtlichen Gründen dazu nicht verpflichtet und er von der Qualifikation Veltes zugleich überzeugt war. Es reicht nicht, in diesem Zusammenhang darauf zu verweisen, dass es ja nur ihre Bewerbung gegeben habe. Solange eine neu zu besetzende Stelle nicht öffentlich ausgeschrieben wird, kann es nicht verwundern, dass keine weiteren Bewerbungen eingehen.

Zu guter Letzt: Wenn Jutta Velte die Richtige für die Aufgaben der Fördermanagerin ist, wovon Mast-Weisz sich überzeugt zeigt, dann hätte sie sich auch gegen die Konkurrenz anderer Bewerber durchgesetzt. Diese Gelegenheit, sich zu beweisen, hat der Oberbürgermeister ihr genommen, weshalb am Ende auch Jutta Velte beschädigt ist. Und die Demokratie sowieso. Bedient das missratene Stellenbesetzungsverfahren doch alle verbreiteten Klischees von „den Politikern“, die zuallererst an sich selbst denken und denen es mehr um ihr persönliches Wohl als um das der anderen geht.

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