Wettbewerb

„Miss Germany“: Marigona auf Mission für Frauen

Marigona Maliqi (24) wurde in Remscheid geboren. Ihre Eltern stammen aus Albanien. Nach dem Abi absolvierte sie erst einen Bachelor, dann einen Master, heute ist sie selbstständig. Foto: Stephan Glathe/Miss Germany
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Marigona Maliqi (24) wurde in Remscheid geboren. Ihre Eltern stammen aus Albanien. Nach dem Abi absolvierte sie erst einen Bachelor, dann einen Master, heute ist sie selbstständig.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Die 24-jährige Remscheiderin hat es in die engere Wahl geschafft – Sie ist Unternehmerin, Tanztrainerin und liebt kleine Cafés.

Remscheid. Sie geht bei „Miss Germany“ auf Mission: Marigona Maliqi aus Remscheid. Denn die Zeiten, als die Miss-Wahl nur von 90-60-90 geprägt war, sind vorbei, sagt die 24-Jährige. „Es ist keine typische Misswahl mehr, sondern eine Mission für Frauen, die positiv etwas in der Welt verändern möchten.“ Von Formaten wie „Germany’s Next Topmodel“ hält sie daher wenig. „Ich finde es nicht gut, Frauen in solch ein bestimmtes Licht zu rücken, bei dem sich alles nur um Schönheitsideale dreht.“ Der Remscheiderin geht es bei ihrer Teilnahme an dem bundesweiten Wettbewerb um mehr als das. Sie möchte Frauen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Denn Marigona Maliqi ist selbst das beste Beispiel dafür. Sie wurde in Remscheid geboren, ihre Eltern stammen aus Albanien. „Wir waren immer im Zwiespalt: Werden wir abgeschoben oder nicht?“ Und das, bis sie 13 war. „Das hat mich extrem geerdet“, findet sie heute. Die Familie durfte bleiben. Nach dem Abi auf der Sophie-Scholl absolvierte sie ihren Bachelor in International Business und setzte in England noch den Master in Digital Marketing obendrauf. Aktuell wartet sie auf ihre Masternote. Nebenbei ist Marigona Maliqi Tanztrainerin in der Tanzfabrik in Wuppertal und hat sich vor fünf Jahren mit einem Online-Konzept im Bereich Gesundheit und Lifestyle selbstständig gemacht.

„Ich bin ein kleiner Workaholic. Das, was ich mache, liebe ich – Tanzen, mein Business, alles mache ich mit Leidenschaft“, sagt die 24-Jährige, die oft auf Reisen ist. „Remscheid wird aber immer meine Heimat bleiben. „Hier fühle ich mich zu Hause. Wenn man durch die Stadt geht, trifft man immer jemanden, den man kennt. Remscheid ist wie eine kleine Familie.“ In ihrer wenigen Freizeit, die bleibt, geht die 24-Jährige gern in die Erlebbar oder in kleine Cafés wie das Sahnetörtchen oder das Rotationscafé in Lennep. „Es gibt bei uns so viele kleine süße Ecken.“

„Wir machen uns oft kleiner, als wir sind. Dabei hat jede Frau ein Potenzial.“

Marigona Maliqi

Die Teilnahme bei „Miss Germany“ ist für sie eine völlig neue Erfahrung. „Es war verrückt, eine Freundin hat mich dort angemeldet, weil sie an mich glaubt. Per Zufall habe ich die Mail mit der Zusage im Spam-Ordner gefunden: ,Du hast es von 12 000 unter die 160 geschafft.‘ Ich war erstaunt, habe mich aber gefreut.“ Viele Teilnehmerinnen habe sie schon persönlich kennengelernt, neue Kontakte geknüpft. „Das hat bereits so viel Spaß gemacht.“

Was möchte sie den Frauen in ganz Deutschland über das Forum „Miss Germany“ mitteilen? „Ich bin dafür, dass wir mutiger, stärker und selbstbewusster in die Welt gehen und uns nicht mit Neid oder Missgunst begegnen.“ Sie selbst habe schon oft mit Vorurteilen zu kämpfen gehabt, gibt sie zu. „Es kamen Sprüche wie: ,Sie sieht gut aus, da hat sie es doch leichter.‘ Ich musste jedoch immer fleißig sein, um meine Ziele zu erreichen.“

Männer hätten damit nicht so zu kämpfen wie Frauen, findet sie. „Wir machen uns oft kleiner, als wir sind. Dabei hat jede Frau ein Potenzial. Jede kann es schaffen.“ Gerade läuft das nächste Voting. Wer kommt unter die nächsten 80?

„Bei meinem Voting habe ich extrem viel Unterstützung aus Remscheid bekommen. Ich bin positiv, dass es weitergeht.“ Im nächsten Schritt müsste sie dann live gehen auf Twitch. „Dort wird jede dann persönlich interviewt und von einer Jury bewertet.“ Danach geht es in ein „personality camp“ mit den anderen Frauen und der Jury.

Ins Finale im Europapark schaffen es zehn Frauen. Am Ende kann es natürlich nur eine „Miss Germany“ geben. „Da ich ohne Erwartungen gestartet bin, bin ich völlig offen für alles.“ Zu gewinnen, ist ihr allerdings gar nicht so wichtig. „Man sollte diese Wahl nicht zu persönlich nehmen und nicht zu ehrgeizig sein. Man sollte den Wettbewerb als positive Erfahrung im Leben sehen.“ Solch eine Chance sollte man nutzen, denkt Marigona Maliqi. „Man sollte immer offen und lernbereit sein.“

Mehr Infos und Abstimmung: missgermany.de/teilnehmerin/marigona_maliqi_/

Das neue Konzept

Die Miss Germany Corporation ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Oldenburg. Miss Germany hat sich neu definiert und ist kein Schönheitswettbewerb mehr. „Wir geben Frauen eine Bühne, die die Welt verändern, sie mit Haltung, Überzeugung und Persönlichkeit prägen und Verantwortung übernehmen. Sie setzten neue Maßstäbe und sind Identifikationsfiguren“, heißt es von Miss Germany.

Auch im Allee-Center gab es bis vor wenigen Jahren noch Miss-Wahlen. Zuletzt, im Jahr 2018, wurden Lara-Kristin Bayer und Kevin Köster Miss und Mr. Remscheid.

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