Tradition

Michel Rosiejka wird König in Büchel

Der strahlende König in Büchel: Michel Rosiejka mit Ehefrau Tanja, Sohn Ben und Kaiser Klaus-Peter „Komo“ Mohr (r.)
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Der strahlende König in Büchel: Michel Rosiejka mit Ehefrau Tanja, Sohn Ben und Kaiser Klaus-Peter „Komo“ Mohr (r.)
  • Andreas Weber
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41-jähriger Familienvater setzte nach 22 Minuten beim Hahneköppen den entscheidenden Schlag.

Von Andreas Weber

Remscheid. Zwölf Namen umfasste die Liste derjenigen, die Sonntagnachmittag mit verbundenen Augen den Säbel schwangen. Beim Hahneköppen der Bücheler Einigkeit im Kirchpark der evangelischen Gemeinde Hasten war der letzte auf dem Teilnehmerbogen des Vorsitzenden Michael Götz am Ende der Erste. Michel Rosiejka setzte im zweiten Durchgang den entscheidenden Hieb. Nach 22 Minuten enthauptete der neue König das tote Federvieh.

Unter dem Jubel der mehr als 300 Besucher krönte sich der Dachdecker zum neuen Regenten im Dorf. Ehefrau Tanja und der neunjährige Sohn Ben gehörten zu den ersten Gratulanten im anschließenden Gewusel auf der Wiese unter schattenspendenden Bäumen. Die schwere Kette mit den Plaketten aller Könige und Kaiser bekam er direkt umgehängt, muss nun sein eigenen Namen auf einem kleinen Schild verewigen. Für zwei Jahre wird Rosiejka im Amt sein.

Nach dem Ballonzug wurdedas 30-Liter-Fass geöffnet

Seine Pflichten als König? „Das bleibt ihm überlassen“, räumte ihm Michael Götz weitgehend Freiheiten ein. Die Königswürde wird in Büchel vergleichsweise locker gesehen. Dass die ein oder andere Runde für die Besucher der Hofkirmes fällig war, ist aber ein ungeschriebenes Gesetz, das Rosiejka nach dem anschließenden Ballonzug nicht ignorierte. Der Bescherungsverein, 1893 gegründet, nahm dabei seine karitativen Pflichten ernst. Nicht nur die Kinder der Vereinsmitglieder hatten zu Beginn des dreitägigen Trudels an der Pauluskirche einen Gutschein über fünf Euro für Essen und Trinken sowie die Belustigungen (Schnorrad, Blinker. Losbude) erhalten, auch den schlagsicheren Michel ließ der Traditionsverein nicht hängen. Der König bekam ein 30-Liter-Fass, das in durstige Kehlen floss. Und die gab es angesichts der sommerlichen Temperaturen zahlreich. Was nach dem intensiven Wochenende auf ihn zukommt, sieht Rosiejka so: „Ich werde bei Festlichkeiten dabei sein, Präsenz zeigen.“ Mit seiner Familie lebt er in Platz, ist dem Büchel, wie so viele Familien, die hier heimisch geworden sind, seit der Jugend verbunden. Dazu gehört die Einigkeit, die 173 Familien mit um die 500 Mitgliedern zählt.

Auch Michel Rosiejka ist in den Verein reingeboren worden. Nach seiner Volljährigkeit hat er oft mitgeschlagen beim Hahneköppen, bei dem Werner Bremer in schwarz-weißer Kleidung und Zylinder auf dem Kopf neben Moderator Michael Götz Regie führt. Bremer ist der Enkel des Vereinsgründers, Samstag wurde er 84 Jahre alt und zählt damit zu den Bücheler Urgesteinen.

Nicht nur Werner Bremer erlebte ein wunderschönes Wochenende im Kirchpark, der zum dritten Mal ein perfekter Austragungsort war. Vom Zuspruch der Höhepunkt war der Freitagabend, bei dem bergische Coverband Framework auf der Bühne aufspielte.

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