Wissensforum

„Die Melodie eines Satzes wird unterschätzt“

Michael Rossié ist Schauspieler, Coach und Speaker.
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Michael Rossié ist Schauspieler, Coach und Speaker.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Michael Rossié referiert am Dienstag beim Bergischen Wissensforum über Gesprächsklima und paraverbale Kommunikation.

Herr Rossié, jeder kennt wohl die Situation: Man muss seinem Chef, seinem Partner oder der Schwiegermutter etwas Unangenehmes mitteilen. Wie gelingt es mir, auch unangenehme Dinge souverän auszusprechen?

Michael Rossié: Man muss gar nicht immer souverän sein. Wenn es schwierig ist, dann sollte man das einfach sagen. Denn wenn man mit offenen Karten spielt, wird der andere größtes Verständnis haben.

Was sorgt für ein gutes Gesprächsklima?

Rossié: Grundsätzlich geht es darum, den anderen ernstzunehmen. Außerdem: Was mein Gegenüber sagt, ist nicht entscheidend, sondern, wie. Ich kann ein Ja in 100 Variationen sagen. Je nachdem, wie ich es sage, bedeutet es aber etwas anderes. In jedem Satz sind zwei Botschaften versteckt: Die Information und die Melodie. Und die muss ich hören lernen.

Das ist zuweilen ein großes Problem bei Whtasapp.

Rossié: Das stimmt. Ich kenne Beziehungen, die auseinandergegangen sind, weil man den Unterton, die Melodie, nicht über Whatsapp transportieren kann. Und Smileys oder Herzchen bedeuten gar nichts. Je kürzer die Information wird, je mehr der Unterton fehlt, desto weniger kann man transportieren. Diese paraverbale Ebene wird viel zu oft unterschätzt. Beispiel: Sie sagt: „Du hast doch was.“ Er schreit: „Ich habe überhaupt nichts.“ Das bedeutet: Du musst mich dreimal fragen, dann rücke ich vielleicht damit raus, was los ist.

Wie wichtig ist die Körperhaltung?

Rossié: Ich glaube, dass die Körperhaltung deutlich überschätzt wird. Nur weil Sie den Löffel beim Eisessen umdrehen, hatten sie keine schwere Kindheit. Ich glaube, Körpersprache ist wichtig bei unserer Verständigung, aber der Unterton ist verräterischer. Wichtig ist: Ich sollte bemerken, dass sich etwas ändert in der Kommunikation und es ansprechen. „Habe ich dich verärgert? Du schaust schon ganz sauer.“ Oder: „Heinz, hast du bemerkt, dass du Ute gerade dreimal unterbrochen hast?“ Erwähnen, wenn man etwas bemerkt. Die Gesprächsatmosphäre wird dadurch besser.

Wie sollte man mit Kritik umgehen?

Rossié: Kritik sollte man meiner Meinung nach ersetzen durch Feedback. Dabei sage ich, wie ich mich fühle. Und: Zwischen Kritik oder Feedback erhalten und reagieren Zeit vergehen lassen. Wenn Sie richtig wütend sind, gehen Sie erst laufen, schreien Sie Eichen an. Danach erst gibt man eine Antwort.

Was erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer bei Ihrem Vortrag?

Rossié: Es soll kein Seminar sein, sondern ein Vortrag, der einen zum Schmunzeln und Lachen bringt. Vielleicht macht man danach ja ein paar Dinge anders. Vielleicht bringt man mehr Frieden in die Familie, an den Arbeitsplatz.

Buchung

Termin: Dienstag, 20. September, 19.30 Uhr, Bürgersaal der evangelischen Stadtkirche in Solingen, Kirchplatz 14, Thema: „Gesprächsklima“ mit Michael Rossié. Der Vortrag wird auch live online übertragen.

Karten: Die Präsenz- als auch die Online-Teilnahme kostet je Abend 49 Euro. Das 6er-Abo, also alle Vortragsabende, kostet sowohl in Präsenz- wie auch in der Online-Teilnahme jeweils 294 Euro.

Sparen: Exklusiv für Inhaber der ST-Karte und der RGA-Karte gibt es Vorteilspreise: Sie sparen 10 Euro bei der Präsenz-/Online-Teilnahme und zahlen nur 39 Euro anstatt 49 Euro je Abend. Das 6er-Abo kostet nur 199 Euro in Präsenz (statt 249 Euro).

Buchung: www.sprecherhaus-shop.de

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