Meine erste Platte

Michael Krautstein liebt Funk und Soul

Michael Krautstein mit seiner ersten Platte. Als er „Simplicity of Expressions“ von Billy Cobham zum ersten Mal hörte, war es um ihn geschehen. Foto: Peter Klohs
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Michael Krautstein mit seiner ersten Platte. Als er „Simplicity of Expressions“ von Billy Cobham zum ersten Mal hörte, war es um ihn geschehen.

Der Schlagzeuglehrer ist bis heute fasziniert von dem US-Drummer Billy Cobham

Von Peter Klohs

Remscheid. Bevor ich mit Michael Krautstein über Musik im Allgemeinen und seine erste Platte im Besonderen spreche, machen wir gemeinsam Musik auf zwei Handpans, eine schöne und angenehme Art, sich willkommen zu fühlen. Danach, beim Kaffee, beginnt er zu erzählen. „Meine erste Platte war ‚Simplicity of Expressions’ des amerikanischen Schlagzeugers Billy Cobham, eine LP, die 1978 erschienen ist. Seit ich ihn das erste Mal hörte, hat mich seine Schnelligkeit gefesselt, zudem die Vielseitigkeit seines Ausdrucks. Viele Drummer haben versucht, ihn nachzuahmen, unter anderem auch Alphonse Mouzon, der vom Stil her durchaus mit Cobham vergleichbar ist. Aber geschafft hat es keiner.“

Schlagzeuglehrer und Musiktherapeut

Michael Krautstein ist seit 1995 Schlagzeuglehrer, unter anderem auch in der Remscheider Musikschule, und seit 2017 Musiktherapeut. Zusätzlich spielt er in diversen Bands wie der Jazz Garage. Seine Vinylsammlung, die mit der Cobham-LP die Grundsteinlegung erfuhr, wuchs im Laufe der Jahre auf 2500 Exemplare an, musste aber dann wegen eines Umzugs drastisch verschlankt werden. Die 650 LPs, die er jetzt noch hat, will er unbedingt behalten. „Das ist die Musik, die mir sehr wichtig ist“, berichtet er.

Den Umschwung von der analogen LP zur digitalen CD hat der Schlagwerker nur bedingt mitgemacht. „Ich kaufe auch heute noch LPs, wenn auch nicht mehr so viele.“ Zum Schlagzeugspielen kam er durch einen Nachbarn, der ein Drumset besaß, auf dem Michael auch mal spielen durfte. „Der Sound des Instruments hat mich sofort begeistert“, erzählt der in Wermelskirchen geborene Musiker. „Dazu kam mein fünf Jahre älterer Bruder, der Musik hörte, die mir völlig fremd und unbekannt war. Aber ich saugte das alles auf wie ein Schwamm, was sich später in meinem Beruf als sehr hilfreich erwies. Als Musiklehrer muss man breit aufgestellt sein.“ Und so erklärt sich seine Begeisterung für Schlagzeuger. Vier haben es ihm besonders angetan: Ian Paice, Drummer der Hardrock-Ikone Deep Purple („Ein sträflich unterschätzter Schlagzeuger“), Steve Gadd, vor allem für seine Beiträge bei Chick Corea bekannt und eben Billy Cobham. Zur Zeit schätzt er Dave Weckl besonders, einen Drummer, der sehr technisch geprägt ist und auch vor komplexem Jazz – ebenfalls mit Chick Corea – nicht Halt macht.

Unser Gespräch streift viele Typen von Drummern: Terry Bozzio, ehemaliger Zappa-Drummer, der mittlerweile mit einen monströsen Set Solo-Konzerte gibt, die Amerikanerin Terry Lyne Carrington und ihre Sichtweise auf den Dreiviertel-Rhythmus, auf den Unterschied zwischen Schlagzeugern und Trommlern im Allgemeinen.

Als seinen Geheimtipp nennt Michael Krautstein die Yellowjackets, ein amerikanisches Quartett, das groovenden und nicht zu komplizierten Jazzrock spielt. Deren Schlagzeuger William Kennedy schätzt Krautstein natürlich auch. „Natürlich verändert sich mein Musikgeschmack“, erzählt er. „Jeder Musiker hat eine Entwicklung, auch als Hörer. Der Jazzrock ist mir nicht fremd, aber Funk und Soul liebe ich jetzt noch mehr.“

Zur Person

Michael Krautsteins Vater war Installateur, und der Filius sollte ihm beruflich nachfolgen. Aber die Musik erwies sich als mächtiger. Bei der Bundeswehr studierte Michael Militärmusik in Hilden. Michael Krautstein lehrt an der Remscheider Musikschule Schlagzeug und hat soeben eine neue Band gegründet, die Jazz, Soul und Funk der 70er Jahre spielt.

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