Boygroup

Michael Jackson wäre er fast ganz nahe gekommen

Michael Jackson ist sein Idol: Christoph Wieber war drei Jahre Mitglied der Boygroup Part Six. Foto: Roland Keusch
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Michael Jackson ist sein Idol: Christoph Wieber war drei Jahre Mitglied der Boygroup Part Six.

Mit der Boygroup Part Six sollte Christoph Wieber nach London reisen.

Von Andreas Weber

„Mein Leben war immer Beschallung pur, Musik war stets um mich herum.“ Christoph Wieber muss sich für diesen Satz nicht verbiegen. Der 31-Jährige ist in Remscheids Traditions-Tanzschule Nr. 1 groß geworden. „Beat it“ und „Billie Jean“ aus dem Jahrhundert-Dance-Album „Thriller“ hatten schon ein paar Jahre auf dem Buckel, als der kleine Junge die Singles für sich entdeckte und sie am Arbeitsplatz von Mama und Papa in der Ludwigstraße 24 auf den Plattenteller setzte. „Wenn es zwei Idole in meinem Leben gibt, dann mein Opa und Michael Jackson“, sagt Christoph Wieber.

Die beiden genannten Songs des begnadeten Tänzers und Sängers hält er auch 20 Jahre später für das Geilste, was die Popmusik hervorgebracht hat. Dabei wäre er der Legende fast einmal sehr nahe gekommen. Als die Comeback-Tour von Jackson 2009 anstand, sollte diese in der O²-Arena in London starten. Christoph Wieber, der von 2007 bis 2010 in der deutschen Boygroup Part Six sang, hatte Jacksons Manager Dieter Wiesner bei den Jetix Kids Awards in Berlin getroffen. Part Six coverten dort „Don´t stop ´til you get enough“. Der Manager war so begeistert, dass er den fünf Teenies Karten für eine der London-Shows versprach und sogar einen Gastauftritt mit Jacko auf der Bühne in Aussicht stellte. Michael Jackson starb am 25. Juni 2009 in LA, die Tournee fand nicht mehr statt. Christoph Wieber trauerte, blieb seinem Idol aber bis heute treu.

In der Schule formte Christoph seine Stimme in der Musik-AG, gewann als 13-Jähriger „Remscheid sucht den Klosterstar“ in der Klosterkirche, als gerade „Deutschland sucht den Superstar“ aufkam. Wieber entdeckte die aufkommenden Castings, stand auch bei DSDS vor Dieter Bohlen, ohne jedoch weiterzukommen. Im engeren Kreis war er bei der Auswahl für die Boygroups Lexington Bridge und BeFour, bevor Robert Graf von Heininger ihn anrief. Der Manager von Part Six fragte, ob er Lust habe, einzusteigen.

In Bonn, wo das Quintett in Pech sein Hauptquartier hatte, unterschrieb Wieber 2007 einen Künstlervertrag. Das Fachabi brach er dafür kurz vor der Volljährigkeit ab. Drei Jahre mit Part Six und ein Album „Showtime“ (2010) folgten. Der erhoffte internationale Durchbruch blieb aus, dennoch tourten Lemar Ali, Bastian Theurich, Kenny Walter, Orry Jackson und Christoph Wieber in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein dickes Ding waren sie in Polen, wo „Showtime“ auch bei dem dortigen Plattenlabel Magic Records, einer Tochter der Universal Music Poland erschien.

Lange tourten Part Six durch das Nachbarland, lebten in Hotels, belagert von weiblichen Fans. „In Polen konnte ich nicht alleine auf die Straße gehen“, erinnert sich Christoph. Während in Remscheid kein Hype ausbrach. „Ich hab´s auch keinem hier groß erzählt“, sagt er nüchtern. Dennoch standen mal Fans aus Warschau bei der Tanzschule vor der Tür, um ihren Chris zu besuchen. 2010 stieg er aus. Bei Wikipedia steht: „aus gesundheitlichen Gründen“. Die Wahrheit ist: „Ich hatte keinen Bock mehr auf den Zirkus.“ Sein Konto füllte die Zeit nicht, wertvolle Erfahrungen nahm er mit. Während die Kollegen Influencer, Schauspieler wurden oder dem Gesang beruflich treu blieben, lernte Christoph Wieber einen bürgerlichen Beruf, machte erst das Fachabi nach, danach das Abi am Kolleg für Wirtschaft und Verwaltung. Ein Studium der Sozialpädagogik brach er ab, weil es ihm neben der Tanzschule, wo er seine Eltern stets unterstützte, zu viel wurde.

Über die PIA-Ausbildung wurde Wieber staatlich anerkannter Erzieher, arbeitet heute in der OGS der Walther-Hartmann-Schule als Gruppenleitung. Klar, dass er als Jackson-Fan und Spross von Tanzschullehrern für sein Leben gerne tanzt. Christoph gibt Kurse in Hip-Hop und allen Standard-Tänzen in der Schule. Und wird die Tanzschule weiterführen, wenn seine Eltern sie in jüngere Hände legen. „Ich habe meinem Opa Alfred versprochen: Die Tanzschule Wieber wird 100 Jahre alt.“ 2047 ist es soweit.

Zur Person

Christoph Wieber, geboren in Rothenburg/Wümme, wuchs in Remscheid auf. Seine Mutter stammt aus Tostedt bei Hamburg. Die Hansestadt liebt er, Wieber ist beinharter Fan des HSV. „Fußball ist neben Musik mein A und O.“ Seit 13 Jahren spielt er für das Betriebssportteam Kickers 85. Für die CDU ist Wieber darüber hinaus als sachkundiger Bürger im Rat und kandidiert für den Kreisparteivorstand als Beisitzer.

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