Alleestraße

Messer-Attacke in Friseursalon: Mann verletzt Betreiber schwer

Zu einem Gewaltverbrechen kam es in einem Friseursalon an der Alleestraße: Die Polizei sperrte den Tatort danach großräumig ab.
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Zu einem Gewaltverbrechen kam es in einem Friseursalon an der Alleestraße: Die Polizei sperrte den Tatort danach großräumig ab.

37-Jähriger sorgt für Großeinsatz an der Allee. Opfer rettet sich blutüberströmt auf die Straße. Zwei weitere Personen verletzt.

Von Frank Michalczak und Lara Hunt 

Ein Großaufgebot der Polizei rückte am Vormittag zur unteren Alleestraße aus, um einen Messerstecher in Gewahrsam zu nehmen. Der Mann hatte gegen 11 Uhr in einem Friseursalon ein Blutbad angerichtet. Er fügte dem Betreiber des Geschäfts schwere Verletzungen zu. Über das Motiv war bis Redaktionsschluss nichts bekannt. 

Noch am vorgerückten Nachmittag waren die Absperrbänder der Polizei zu sehen, die im Geschäftshaus an der Allee und in der Nachbarschaft Spuren sicherte. Bis etwa 17 Uhr blieb der Bereich gesperrt. Zu diesem Zeitpunkt schwebte das Opfer noch in Lebensgefahr. 

Ein Augenzeuge schilderte, dass der Inhaber des Friseurgeschäfts nach der Attacke stark blutend in Richtung Markt geflohen war. Auf Höhe des Geschäfts Gottlieb Schmidt brach der Verletzte zusammen. Notarzt und Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr, die innerhalb von Minuten am Tatort eingetroffen waren, kümmerten sich um den 47-Jährigen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er notoperiert wurde. „Die Ärzte gingen in ihrer ersten Einschätzung von möglicher Lebensgefahr aus“, erklärt Stefan Weiand, Sprecher der Polizei-Pressestelle in Wuppertal, die auch für Remscheid zuständig ist. 

Nach Polizeiinformationen kannten sich Täter und Opfer 

Der 37-jährige Angreifer konnte noch im Friseursalon von anwesenden Kunden und Mitarbeitern überwältigt werden. Bei dem Tumult wurde der Täter leicht verletzt. Auch ein weiterer Mitarbeiter des Geschäfts erlitt bei dem Kampf leichte Blessuren. Die genauen Umstände und der Hergang der Bluttat sind laut Wuppertaler Staatsanwaltschaft noch nicht abschließend geklärt. 

Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen hielten sich die Ermittler mit näheren Auskünften zurück. So viel verrieten sie allerdings: Opfer und Täter kannten sich. Die Tat gilt also als Beziehungstat. Die Polizei richtete eine Mordkommission ein, das heißt, die Ermittler gehen davon aus, dass der Angreifer den Tod seines Opfers zumindest billigend in Kauf nahm. 

Im Zuge des Einsatzes verfolgten zahlreiche Schaulustige das Geschehen an der unteren Alleestraße. Erst am Abend bot sich wieder das gewohnte Bild. Ein geschlossener Friseursalon, daneben ein weiteres geschlossenes Geschäft, mit Aushang, der vermerkt, dass früher geschlossen wurde. Keine weitere Erklärung. Mit der Absperrung verschwanden am Abend auch die meisten Neugierigen, einzelne tuschelten über ein menschliches Drama. 

„Ich dachte zuerst, dass es sich um einen vereitelten Diebstahl handelt, bei dem der Täter dann ein Messer gezückt hat“, berichtet Harro Schmidt, der das Geschäft Gottlieb Schmidt in direkter Nachbarschaft leitet. Erst spät bekam er Auskunft von der Polizei. Ein Diebstahl, der in Gewalt ausartete, war es nicht. Harro Schmidt kam gerade zu seinem Geschäft zurück, als das 47 Jahre alte Opfer vor seinem Geschäftseingang zusammenbrach. „Da standen aber schon jede Menge Menschen um ihn herum“, berichtet Schmidt, der in seinem Geschäft nach einer Decke suchte, um den Verletzten darauf zu betten. „Als ich wieder herauskam, waren die Sanitäter schon vor Ort.“

Den Eingangsbereich des Geschäfts von Harro Schmidt sperrte die Polizei ab. „Vor dem Hintergrund, dass so viele Schaulustige da waren, ist das natürlich verständlich“, sagt der Geschäftsinhaber. Nachbarn und auch die Mitarbeiterinnen des Salons zeigten sich nach dem Vorfall schockiert, mussten betreut werden. 

GEWALTDELIKTE

STATISTIK 1014 Rohheitsdelikte registrierte die Polizei in Remscheid im Jahr 2015. Darunter 892 Körperverletzungen, in 196 Fällen davon sogar schwere respektive gefährliche Körperverletzung – 2014 hatte es nur 177 Fälle schwerer Körperverletzung gegeben. In Remscheid, so der Trend bisher, nimmt die Zahl der Rohheitsdelikte aber vorerst nicht weiter zu. Dafür ist laut Polizei zu beobachten, dass schneller Gewalt angewendet wird, die umso brutaler ausfällt.

„Allerdings ist das nichts Remscheid-spezifisches. So etwas kann überall passieren. Leider“, sagt Schmidt. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an.

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