Letzte Tage vor dem Shutdown

Mehr los in der City – aber nicht so viel wie sonst vor Weihnachten

Wer Geschenke kaufen wollte, benötigte Geduld: Vor allem vor Kosmetik-, Buch- und Elektronik-Geschäften bildeten sich Schlangen. Foto: Michael Schütz
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Wer Geschenke kaufen wollte, benötigte Geduld: Vor allem vor Kosmetik-, Buch- und Elektronik-Geschäften bildeten sich Schlangen.

Die letzten beiden Tage vor dem Shutdown sorgten für höhere Besucherzahlen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Zwei Tage lagen zwischen der Ankündigung des Shutdowns am Sonntag und dessen Start am Mittwoch. Zwei Tage, in denen noch Geschenke gekauft, Friseure besucht und anderes erledigt werden konnten. Entsprechend viel los war am Montag und Dienstag in den Innenstädten. Auch in Remscheid.

„Wir können schon sehen, dass viele Kunden die Gelegenheit für letzte Erledigungen genutzt haben“, berichtet zum Beispiel Nelson Vlijt, Manager im Allee-Center. Insbesondere die Buchhandlung Thalia und der Elektromarkt Saturn seien deutlich höher frequentiert worden. Auch Kosmetikgeschäfte und Parfümerien wurden gut besucht. Gebummelt wie in den Vorjahren werde aber kaum, so Vlijt: „Viele Partner berichten, dass Zielkäufe zugenommen haben.“ Die Kunden wissen genau, was sie suchen, kaufen ein – und gehen wieder.

Händler und Dienstleister hatten sich nach der Entscheidung von Bund und Ländern teils auf die erhöhte Nachfragen eingestellt. „Einige waren gut vorbereitet“, sagt Nelson Vlijt. Manche Geschäfte hätten zum Beispiel früher geöffnet. Ivana Golubovic, Pressesprecherin der Parfümerie Pieper, berichtet von einem „verstärkten Personaleinsatz“, der dazu beigetragen habe, „Kundenströme zu entzerren und für ein gut geordnetes Weihnachtsshopping zu sorgen“.

Im benachbarten Hückeswagen entschieden viele Mitglieder der Werbegemeinschaft spontan zwei Tage lang bis 21 Uhr zu öffnen, um denen, die noch keinen Urlaub haben, die Möglichkeit zum Geschenke-Einkauf zu geben. Auch viele Friseure, die montags traditionell geschlossen haben, öffneten trotzdem.

„Trotz aller Maßnahmen müssen wir mit massiven Umsatzrückgängen in diesem Jahr rechnen.“
Ivana Golubovic, Parfümerie Pieper

Obwohl deutlich mehr als in der Vorwoche los war in den Einkaufsstraßen, an die Besucherzahlen der vergangenen Jahre kurz vor dem Fest war trotzdem nicht zu denken. Die Frequenz im Allee-Center habe etwa bei der Hälfte dessen gelegen, was man im letzten Weihnachtsgeschäft gemessen habe, sagt Nelson Vlijt: „Wir sind nicht in den kritischen Bereich der behördlichen Höchstgrenze gekommen.“ Grund dafür seien gleich drei Faktoren: Die Pandemie inklusive geschlossener Gastronomie, der geschlossene Real-Markt im Untergeschoss und der ausgefallene Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz. Vlijt: „Damit fehlen uns zwei wichtige Frequenzbringer.“

Hinzu kommt, dass sich das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr deutlich entzerrt hat. Bereits Anfang November meldeten viele Einzelhändler, dass verkaufte Ware in weihnachtliches Geschenkpapier gehüllt werde. „Die Leute haben Angst, dass wieder alles zumacht“, erklärte der Lüttringhauser Juwelier Thomas Hertel damals im Gespräch mit dem RGA. Eine Angst, die sich bekanntlich als richtig erwies.

Wirklich ausgleichen können die vorgezogenen Geschenkkäufe und die beiden Tagen zwischen Ankündigung und Start des Lockdowns die Verluste aber nicht. „Trotz aller Maßnahmen müssen wir mit massiven Umsatzrückgängen in diesem Jahr rechnen“, sagt Ivana Golubovic von der Parfümerie Pieper stellvertretend für viele Händler.

Umso mehr bemühen sich viele, nun doch noch etwas vom Weihnachtsgeschäft abzubekommen. Neben den 18 Geschäften, die im Allee-Center geöffnet bleiben, weil sie Produkte des täglichen Bedarfs anbieten, werden Thalia und Saturn eine Abholung zuvor online bestellter Artikel anbieten, berichtet Vlijt. Zudem seien die Center-Gutscheine weiter erhältlich, allerdings nur im Internet. Auch andere Händler wollen auf Lieferung und Abholung zurückgreifen und Gutscheine anbieten, wie schon im Frühjahr. Diesmal geht es für viele aber ums wirtschaftliche Überleben.

Hintergrund

Laut aktueller Coronaschutzverordnung wird der Einzelhandel ab heute grundsätzlich geschlossen, geöffnet bleiben nur Läden für Güter des täglichen Bedarfs. Zulässig bleiben auch für die geschlossenen Läden Versand, Lieferung und Abholung bestellter Waren.

Welche Beschränkungen wegen des Coronavirus gelten aktuell in Remscheid? Das haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst, den Sie hier finden: Ein Überblick über die Corona-Regeln in Remscheid.

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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