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McArthurGlen hält am DOC in Lennep fest

Das Röntgen-Stadion ist baufällig. Es soll für das Designer Outlet Center weichen. Foto: Michael Schütz / Grafik: McArthurGlen
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Das Röntgen-Stadion ist baufällig. Es soll für das Designer Outlet Center weichen.
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In der Krise musste das Unternehmen alle seine 25 Center weltweit schließen.

Von Axel Richter

Remscheid. Der Lockdown hat die Outlet-Branche hart getroffen. Bereits vor der Schließung der meisten Geschäfte Mitte März gingen die Kundenzahlen und Umsätze in den Centern zurück. Das bekam auch McArthurGlen zu spüren. Bis heute sind die meisten der weltweit 25 Center des Unternehmens geschlossen. An seinen 165 Millionen Euro teuren Plänen für das Designer Outlet Center (DOC) Remscheid hält McArthur dennoch fest. „Wir sind von dem Projekt überzeugt und werden es nach der Krise auch umsetzen“, heißt es auf RGA-Nachfrage. Mit den drei Klägern, die sich gegen das DOC in Lennep wehren, ist sich das Unternehmen jedoch noch nicht einig geworden.

Im Januar hatten sich auf Einladung von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) die drei Lenneper mit Vertretern des Investors im Rathaus getroffen. Nachdem Wuppertal seine Klage gegen das in Remscheid geplante Projekt aufgegeben hatte, setzte der OB auch mit den drei verbliebenen Privatleuten auf eine außergerichtliche Klärung.

„Wir werden uns kurzfristig mit den Klägern in Verbindung setzen.“

McArthurGlen

Die Kläger, die öffentlich nicht in Erscheinung treten wollen, stellen drei Hauptforderungen: Statt eines Parkhauses auf dem Lenneper Schützenplatz soll eines an der Autobahn gebaut werden. Von dort sollen Pendelbusse die Shopping-Touristen zum Center bringen. Die Wupperstraße soll weder untertunnelt noch überbaut werden. Und: Alle Bäume im Plangebiet sollen erhalten bleiben.

Stadt und Investor erteilten sowohl dem Parkhaus an der A 1 als auch einer unangetasteten Wupperstraße bereits im ersten Termin eine Absage. Dennoch vereinbarten beide Seiten, sich im Februar wiederzusehen. Dazu kam es nicht mehr. Der verabredete Termin wurde verschoben, dann kam Corona. Nur einmal kam es noch zu einem kurzen Austausch. „Ich habe dabei den Eindruck gewonnen, dass die Tür für eine außergerichtliche Einigung nicht zugeschlagen ist“, sagt Mast-Weisz rückblickend.

Auch McArthurGlen zeigt sich weiterhin optimistisch: „Wir würden uns freuen, wenn die aufgrund der Corona-Krise unterbrochenen Einigungsgespräche zeitnah fortgesetzt werden können. Hierzu werden wir uns gemeinsam mit dem Oberbürgermeister kurzfristig mit den Klägern in Verbindung setzen.“

Bis dahin liegen die Klagen der Lenneper, die sich gegen den Bebauungsplan des DOCs richten, beim Oberverwaltungsgericht in Münster. Eine Entscheidung kann Monate oder Jahre dauern. Genau das wollen Stadt und Investor verhindern. McArthur will sobald möglich die Abrissbagger in das sanierungsbedürftige Röntgen-Stadion schicken. 2022 soll das DOC Remscheid eröffnen, so steht es jedenfalls nach wie vor auf der Internetseite des Unternehmens.

Die Corona-Krise soll daran nichts ändern. Dabei musste McArthur alle seine 25 Center weltweit schließen. Mittlerweile durfte das Unternehmen seine deutschen, österreichischen, französischen, belgischen und auch das für Remscheid nächstgelegene Center im niederländischen Roermond wieder öffnen. „Der Rest unserer insgesamt 25 Center wird in den nächsten Wochen eröffnen“, sagt McArthur.

Ob Frequenzen und Umsätze bald wieder die gleiche Höhe erreichen wie vor der Krise, bleibt abzuwarten. Nach Expertenmeinung stehen der Outlet-Branche weitere Wochen und Monate voller Unwägbarkeiten bevor. Dabei stellt sich vor allem die Frage, wann die Menschen wieder reisen dürfen. Designer und Factory Outlets stehen fast immer an Autobahnen und sind in hohem Maße abhängig von Touristen und großen Einzugsgebieten.

Outlet-Center

Das britische Unternehmen McArthurGlen möchte in Lennep für 165 Millionen Euro ein Designer Outlet Center in Form eines Shopping-Dorfes mit 110 Geschäften bauen. Es soll auf dem Gelände des Röntgen-Stadions gebaut werden. Im DOC sollen bis zu 800 neue Arbeitsplätze entstehen. McArthur erwartet bis zu 2,5 Millionen Kunden pro Jahr. Von ihnen erhofft sich die Stadt wiederum positive Auswirkungen auf den Tourismus in der Region.

Standpunkt: Ein gutes Zeichen

Von Axel Richter

axel.richter@rga-online.de

Die Corona-Krise trifft das Lädchen ebenso wie die Shopping-Mall, die kleine Kneipe ebenso wie den Hotelkonzern, das Programmkino ebenso wie die Multiplexkette. Selbst seit langer Zeit geplante Investitionen werden da vorsichtshalber zurückgestellt. In der Krise halten die Unternehmen ihr Geld zusammen. Wer weiß schon, wo das alles noch endet? Das weiß auch McArthurGlen nicht. Der führende Entwickler und Betreiber von Outlet-Centern in Europa bekam die Krise auch deshalb hart zu spüren, weil der grenznahe Tourismus zu den Niederlanden schon früh zum Erliegen gekommen war. Zwar verhängten die Holländer kein Einreiseverbot. Deutsche, die ohne triftigen Grund einreisen wollten, wurden an der Grenze jedoch zur Umkehr aufgefordert. Dann musste McArthur alle seine 25 Center dichtmachen. Zum Teil durften sie erst nach Klagen wieder öffnen. 

Ganz egal, wie jeder Einzelne zu den DOC-Plänen für Lennep steht: Dass das Unternehmen in der Corona-Krise an seinem Investment festhält, ist ein gutes Zeichen für Remscheid. Es spricht für ein hohes Maß an Ernsthaftigkeit und Verlässlichkeit, mit der die Briten das Projekt vorantreiben.

Am Tag vor Heiligabend 2019 ist der bergische Frieden eingekehrt: Die Oberbürgermeister aus Remscheid und Wuppertal besiegelten beim Notar den letzten Schritt zum Klageverzicht gegen das Designer Outlet Center (DOC) in Lennep. Wie es dazu kam, lesen sie hier.

Ein paar Wochen noch, dann kommt man von Radevormwald aus wieder ohne Umwege nach Lennep. Die Baustelle an der Kreuzung Rader und Ringstraße liegt nach wie vor im Zeitplan.

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