Streit

Massenschlägerei führt zu Großeinsatz der Polizei

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Hier spielten sich am späten Samstagabend tumultartige Szenen ab: Viele der Randalierer strömten aus der Shisha-Bar (rechts) auf die Straße und lieferten sich mit anderen Personen eine Massenschlägerei.

Rund 60 Menschen gingen am Ebert-Platz aufeinander los. Auslöser war wohl ein Konflikt um eine Frau.

Von Tristan Krämer

Ein Streit zwischen zunächst etwa zehn Männern ist am Samstagabend in der Nähe einer Shisha-Bar am Friedrich-Ebert-Platz zu einer Massenschlägerei eskaliert. Im Verlauf des Tumults gingen schließlich rund 60 Personen mit Fäusten, Steinen und Stöcken aufeinander los. Fünf Beteiligte zwischen 17 und 31 Jahren wurden vorläufig festgenommen, mindestens ein Polizist erlitt bei der Schlägerei eine Prellung und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Standpunkt von Tristan Krämer

Um kurz nach 22 Uhr hatte der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Polizei alarmiert. Als die Beamten eintrafen, kamen immer mehr Randalierer aus der Shisha-Bar am oberen Zugang zur Engelspassage sowie einem weiteren Lokal, das nur wenige Meter weiter an der Wilhelm-Schuy-Straße liegt, zu der Schlägerei hinzu. „Einige der Beteiligten hatten auch sofort das Handy am Ohr und haben weitere Personen verständigt“, erklärte Polizeisprecherin Anja Meis, die am Samstag vor Ort gewesen war, auf RGA-Nachfrage. „Nach und nach fuhren dann Autos heran, aus denen immer mehr Menschen sprangen.“

Politischer Hintergrund wird ausgeschlossen

Um der Situation Herr zu werden, rief die Polizei Beamte aus den Nachbarstädten herbei. Zunächst aus Wuppertal und Solingen, dann unter anderem auch aus Düsseldorf, Köln und Mettmann. Rund 50 Beamte, teils in Schutzanzügen mit Helm, gingen letztlich gegen die Randalierer vor. „Wir mussten ganze Personengruppen zurück in die Engelspassage drängen“, berichtete die Polizeisprecherin.

Bei der Festnahme von Tatverdächtigen wehrten sich diese heftig, andere Schläger versuchten die Festgenommenen zu befreien. Fünf Beteiligte wurden vorläufig festgenommen, Verfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch und versuchter Gefangenenbefreiung wurden eingeleitet. Bei einem der Täter fand die Polizei ein Messer, das jedoch nicht zum Einsatz kam.

Nachdem sich die Lage rund um den Friedrich-Ebert-Platz wieder beruhigt hatte, räumte und durchsuchte die Polizei die beiden Lokale. „Anschließend sind wir vermehrt Streife rund um den Busbahnhof gefahren, um sicherzustellen, dass die Schlägerei nicht woanders wieder aufflammt“, berichtete Polizeisprecherin Anja Meis.

Was der Auslöser für den Streit war, konnte die Polizei noch nicht sicher sagen. „Einen politischen Hintergrund schließen wir aber aus. Es scheint mehr, als sei das südländische Temperament hochgekocht“, so die Sprecherin.

Zeuge lobt den Einsatz der Polizei

Ein Zeuge, der gegen 22.45 Uhr zufällig am Ebert-Platz vorbeikam, berichtete, dass sich die Auseinandersetzung ursprünglich wohl an einem Streit um eine Frau entfacht habe. Zudem habe er mitbekommen, dass einer der Randalierer von einen Pflasterstein am Kopf getroffen worden sei.

STRAFGESETZ

GEFANGENENBEFREIUNG Laut § 120 des Strafgesetzbuch droht bei Gefangenenbefreiung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Bereits der Versuch ist strafbar. 

WIDERSTAND Laut § 113 droht bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte Freiheitsstrafe von drei Jahren oder einer Geldstrafe.

Für den Einsatz der Polizei hatte der Zeuge, der rund 30 Einsatzwagen am Ebert-Platz zählte, Lob übrig: „Die Polizei hat einerseits sehr besonnen agiert, andererseits aber auch Stärke gezeigt.“ So seien die Beamten etwa auf eine Personengruppe zugegangen und habe klar und deutlich Platzverweise verteilt. „Dabei ist aber kein böses Wort gefallen. Das war sehr souverän.“

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